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Jessy Martens & Jan Fischer’s Blues Support / Konzertbericht, 22.02.2025, Kniestedter Kirche, Salzgitter-Bad

Kniestedter Kirche Salzgitter

Nach einigen Jahren Abstinenz von der Kniestedter Kirche, stand am Samstag Jessy Martens mit ihrem, für mich ’neuen' (gibt es aber schon ein paar Jahre) Projekt auf der Bühne. Mit an Bord waren ihr langjähriger Mitmusiker, der Pianist Jan Fischer, Schlagzeuger Björn Puls, der auch schon für Jimmy Reiter trommelte und Saxophonist Toddi Reed (Torsten Abrolat), für mich ein Unbekannter, aber man kann nicht alle kennen. Gitarre und Bass fehlen, eher ungewöhnlich, da kann man wirklich gespannt sein, was der heutige Abend zu bieten hat.

Das Konzert bestand aus zwei Sets mit einer Gesamtspielzeit von zwei Stunden. Es wurden Cover von bekannten Klassikern, sowie eigene Kompositionen – ein Großteil aus dem 2008er Album That’s Why I`m Crying –  gespielt, wobei den Covern, bedingt durch die Instrumentierung, ein ganz eigener Stempel aufgedrückt wurde.

Majimbi bei der Ansage

Majimbi bei der Ansage

Um 20:00 Uhr begrüßte Majimbi Mergner vom Fachdienst Kultur der Stadt Salzgitter die etwa 140 Zuhörer und kündigte die Band an.

Animation des PublikumsAnimation des Publikums

Animation des Publikums

Jan Fischer’s Blues Support betraten die Bühne und wärmte das Publikum mit zwei Nummern schon mal für die Protagonistin vor. Die begann die Performance mit dem allseits bekannten und beliebten Leadbelly-Song "Good Morning Blues", gefolgt von dem 1953er Ray Charles-Klassiker "Mess Around", der von Ahmet Ertegun, dem Co-Gründer und Vizepräsident von Atlantic Records, geschrieben wurde.

Jessy, immer noch das Energiebündel par exellence, führte mit launigen Ansagen und immer unter Einbeziehung des Publikums souverän durch das Programm. Bei "Love Me Like A Man" bewies Jessy, dass sie auch die hohen Töne perfekt beherrschte Ihre stimmliche Bandbreite ist schon beeindruckend. Der Titel "Holy War" wurde mit einem Aufruf gegen Krieg und Gewalt eingeleitet. Hierbei nahm Saxophonist Toddi Reed am E-Piano Platz und begleitete gekonnt. Ein schönes, gefühlvolles Stück, bei dem Jessy mit den leiseren Tönen kokettierte.

"Saved": Ein Boogie Woogie, prädestiniert für Jan Fischers spitzenmässige Tastenarbeit und klasse in Szene gesetzt durch ein swingendes Honky Tonk-Piano. Hier wurde das Publikum wieder zum Mitsingen aufgefordert, was ganz gut klappte.

Boogie Woogie

Boogie Woogie

Auch in der zweiten Runde kamen Klassiker, wie "Hallelujah (I Love Her So)" von Ray Charles sowie Robert Johnsons "Sweet Home Chicago" zu Gehör. Alle Musiker wurden mit reichlich Zwischenapplaus bedacht. Mit "Mercy", einem Titel aus den Anfängen ihrer musikalischen Laufbahn, wurde der Schlusspunkt für den heutigen Abend gesetzt, aber Beifall und Zugabe-Rufe wurden laut und die Musiker ließen sich nicht lange bitten und gaben noch zwei Zugaben. Mit "Let The Good Times Roll" ging nochmal richtig die Post ab, um dann mit Gershwins gefühlvoller Version von "Summertime" die Leute wieder zu erden. Der erste Teil wurde nur durch Stimme und sparsame Pianoklänge bestritten, da kam der Gänsehaut-Effekt zum Tragen. Beim zweiten Teil mischten dann wieder alle Musiker mit. Und wieder war ein Klassekonzert Geschichte.

Das von meinem Kollegen Joe kreierte RockTimes-Statement »eine Stimme zum Niederknien« hat immer noch seine Gültigkeit. Jessy begeisterte in allen Stilen – ob Balladen, Blues oder Rock’n’Roll, sie fühlte sich überall zu Hause. Toddi Reed gefiel durch sein ausgewogenes und gefühlvolles Saxophonspiel. Es war schon eine Freude, Jan Fischer auf die Finger zu schauen; wie er die weißen und schwarzen Tasten bearbeitete, ob bei langsamen Passagen oder heftigem Honky Tonk-Piano. Die beiden Solisten wechselten sich mit ihren Solopassagen kongenial ab.
Schlagzeuger Björn Puls lieferte ein grundsolides Fundament in Sachen Rhythmus und bekam auch Gelegenheit seine Fähigkeiten an Fellen und Becken in einem kurzen Drumsolo zu demonstrieren. Alle Musiker zeichneten sich durch unbändige Spielfreude aus, dass tat natürlich noch ein Übriges, um das Konzert vollends zum Erfolg zu führen. Das Publikum war jedenfalls begeistert.

Ich hätte nicht gedacht, dass man ohne Bass und Gitarre so anspruchsvolle und komplexe Musik machen kann. Wirklich Klasse! Jan Fischer erzählte mir noch, dass Jessy keine Touren mehr macht, nur noch einzelne Projekte und auch die Jessy Martens Band ist Geschichte.
Jan, Du hattest Recht, Du warst 2013 mit Jessy in der Kniki.

RockTimes bedankt sich für den Platz auf der Gästeliste.

Line-up:

Jessy Martens (vocals)
Jan Fischer (keys, backing vocals)
Toddi Reed (sax)
Björn Puls (drums)

Geschafft

Geschafft

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2025 | Rolf Grossjohann | RockTimes

Über den Autor

Jürgen Berking

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