Wenn Kai Hansen auf seinem gleichnamigen Album den Titelsong "Born With A Hammer" anstimmt, dann nimmt man ihm diese Aussage ohne Abstriche ab. Hansen ist eine der prägendsten Figuren im deutschen Heavy Metal. Als Mitbegründer von Helloween hat er Metalgeschichte geschrieben. Mit seiner Band Gamma Ray blieb er zu meinem Bedauern immer unter Wert geschlagen. Der große mediale Erfolg blieb für die Band aus, auch wenn es mit 30 Years: Live Anniversary beim aktuellen Label earMUSIC ein beachliches Ton- und Videodokument zum runden Geburtstag gab. Nach der Reunion von Helloween gehört er zu einer Band, die Power Metal mit siebenköpfiger Besetzung in eine neue Dimension gebracht hat. Seine speziellen Einlagen in den Konzerten sind fast schon legendär und ein Muss. Kai Hansen (63) ist als Solist und wichtiges Ensemblemitglied unverzichtbar.
Jetzt meldet er sich zehn Jahre nach "Kai Hansen & Friends' XXX – Three Decades In Metal" eindrucksvoll zurück und zeigt uns, wie zeitlos modern und unverwüstlich Power Metal sein kann. "Born With A Hammer" darf man gut und gern als emotionales Album bezeichnen, weil uns der Hauptprotagonist während der zehn Tracks derart ans Herz wächst und dabei das Gefühl vermittelt, als sei Power Metal ohne Hansen nicht möglich. Gerockt wird, bis sich die Balken biegen. Das Album bietet mit dem Opener "Feeding The Beast" einen balladesken, verträumten Einstieg, um nach einer Minute ordentlich Fahrt aufzunehmen. Einen Hauch Scorpions hören wir gleich zu Beginn des Tracks heraus. Power Metal wie aus dem Lehrbuch klingt hierbei aus den Boxen. Ein richtiger Stimmungsaufheller, was sich mit dem daran anschließenden "Welcome To Life" fortsetzt. Ohnehin ist hier schon allein der Name Programm.
Messerscharfe Riffs, hymnische Melodien und kompromisslose Energie als wegweisende Merkmale zeigen sich in hohem Maße bei "End Of The Road" und "Triple Trouble". "I Dont Care At All" ruft Samples auf den Plan. Überraschend, aber durchaus erfrischend gut, kommt die Kombination aus Gitarren- und elektronischen Klängen daher. War der Aufschrei vor vier Dekaden noch groß, als Iron Maiden auf dem Album "Somewhere In Time" (1986) und im gleichen Jahr Judas Priest auf "Turbo" Gitarren- und Bass-Synthesizer zum Einsatz brachten, so gehören Experimente dieser Art inzwischen zum guten Ton. Es ist gewiss ein Verdienst der Generation von Industrial-Bands mit ihren zahlreichen Vertretern bis in die Gegenwart. Es ist das probate Mittel, dass sich viele Power Metal-Bands nicht neuen Trends verstellt haben und trotzdem an klassichen Merkmalen festhalten. Die Dominanz bleibt bei den Gitarren, die sich im wahrsten Sinne des Worts Duelle liefern, bis die Schwarte kracht. Das zeichnet "Born With A Hammer" aus. Ein zeitloses Album, das gut in unsere Zeit passt, aber fest in der Tradition des Power Metal verankert ist
Produziert wurde das Album von Eike Freese, Kai Hansen und Alexander Dietz. Eingespielt wurde es mit einer Band, die sowohl Power als auch eigene Geschichte in das Projekt bringt. Neben Freese an der Gitarre sind Alexander Dietz von Heaven Shall Burn an der Gitarre und Dan Wilding von Carcass am Schlagzeug dabei, die bereits bei "XXX – Three Decades In Metal" an Hansens Seite standen. Außerdem ist Tim Hansen von Induction an der Gitarre zu hören.
Line-up Kai Hansen:
Kai Hansen (vocals, guitaar)
With
Eike Freese (guitar)
Alexander Dietz (guitar)
Dan Wilding (drums)
Tim Hansen (guitar)
Tracklist "Born with a Hammer":
- Feeding The Beast (4:58)
- Welcome To Life (4:17)
- I Dont Care At All (4:02)
- Wait And See (3:32)
- I.D.G.A.F (4:29)
- Born With A Hammer (8:05)
- End Of The Road (3:37)
- Triple Trouble (3:17)
- Invaders (5:36)
- Wonderland (3:51)
Gesamtspielzeit: 45:44, Erscheinungsjahr: 2026



Neueste Kommentare