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Klangwelt / Second Nature – CD-Review

Knapp zweieinhalb Jahre mussten die Electrinica-Fans auf ein neues Album von Gerald Arend aka Klangwelt warten.
Ende 2022 veröffentlichte der Tontechniker Here And Why, zu dem es in der Rezension unter anderem heißt: »[…] "Here And Why" ist künstlerische Diversität. "Here And Why" empfiehlt sich für alle Fans der elektronischen Musik.
Klangwelt kann überzeugen. […]«

Im Wonnemonat Mai 2025 kam "Second Nature" auf den Markt.
Zum Titel der vorliegenden Platte passt auch das Artwork von Ramin Hossaini.
Es lädt zum Träumen ein.
Kann die Klangwelt-Musik Traumwelten kreieren?
Heraus finden kann man es durch zwölf Songs, die sich auf fast achtundsiebzig Minuten Gesamtspielzeit verteilen.
Bei Musik aus dem Elektronik-Genre lohnt es sich immer, zu den Kopfhörern zu greifen.

Die Fans elektronischer Musik werden sich über Klangwelts "Second Nature freuen. Fast alle Kompositionen auf dem Album versetzen uns in einen wunderschönen Traum-Modus.
Fast alle? Na ja, es gibt Tracks, die sich in einem rockenden Outfit mit ordentlich zupackenden Gitarren-Sounds präsentieren. Ob man dazu träumen kann, lässt der Rezensent offen.
Nichtsdestotrotz ist die Klang-Welt eines Gerald Arend beeindruckend und von elektrisierender Wirkung.

Bei der klanglichen Vielfalt haben wir es aus meiner Sicht in "Scaramanzia" mit einer Überraschung zu tun, denn hier begegnen uns herrlich in Szene gesetzte Trompeten-Klänge, die an die Grenze des Jazz reichen. Auch durch solch ein Instrument kann tolle Stimmung aufkommen und kombiniert mit der klasse Rhythmik haben wir es mit einem Highlight zu tun.
"Empress" kreiert eine Traumlandschaft in schillernden Farben. Hinzu kommt – auch durch die Vocal-Samples – eine teilweise ethnische Verwurzelung in der afrikanischen Musik. Herrlich, wie diese Album-Eröffnung wie in einem Flow dahin gleitet.
Am Ende der Tracklist befindet sich die Nummer "Letters". Zu zirpend-schwebenden Synthesizer-Sounds hören wir eine etwas geheimnisvoll-unheimliche männliche Stimme im Spoken Word-Modus. Die hin und her pendelnde Musik verfügt im weiteren Verlauf über kraftvolle Klänge, die sich immer wieder mit der Leichtigkeit eines Schwebezustandes abwechseln. Auch hier machen die Vocal-Samples Sinn.

Bei "Weightless Heart" lehnt sich der Musiker etwas zu sehr an die musikalische Schulter eines Jean Michel Jarre. Klangwelt bekommt dann aber die Kurve zu einer bemerkenswerten Eigenständigkeit.

Ein zartes Ambiente-Flair steht Liedern mit einer gewissen Power wie zum Beispiel in "Molecules" oder "Rush Hour" gegenüber.
Wie wäre es mit einem Spaziergang durch einen Wald? Vogelgezwitscher empfängt uns zu Beginn von "Tree 602" und während der Spielzeit von sechs Minuten hören wir »[…] voice samples from Ruth Arend. […]« Hier passt das Coverbild in besonderer Weise. Die Traumreise findet einen ihrer Höhepunkte. Klanglich in Szene gesetzte Natur pur.
Das rhythmisch akzentuierte "Home" lädt zum Tanzen ein und auch das groovende "Never Again" veranlasst dazu, zumindest die Fußwippe zu aktivieren.

"Second Nature" von Klangwelt ist die sehr gelungene Fortsetzung von "Here And Why".
"Second Nature" von Klangwelt ist elektronische Musik, die man sich in vielen Filmen, besonders wenn es um die Natur geht, als Untermalung vorstellen kann.


Line-up Klangwelt:

Gerald Arend (all instruments, sounds, samples)
Ruth Arend (voice samples – #4)

Tracklist "Second Nature":

  1. Empress
  2. Molecules
  3. Mr. Bloom
  4. Tree 602
  5. Never Again
  6. Scaramanzia
  7. Rush Hour
  8. Anyway
  9. Home
  10. Weightless Heart
  11. Stasis
  12. Letters

Gesamtspielzeit: 72:44, Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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