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Martin Engeliens Go Music – Konzertbericht, 05.10.2026, Kemp Inn, Kempen

Die Sommerpause ist vorbei und Martin Engelien ist wieder unterwegs mit seiner monatlichen Go-Music-Tour.
Am 05.10.2026 machte die Go Music Station im Kemp Inn, Kempen.
Die Oktober 2026-Ausgabe stand ganz im Zeichen von »[…] The Spirit of Boogie-Woogie […]«
Das macht Sinn, denn bei einem der vier Musiker handelt es sich um Thomas Nowak, The Boogie Man, wie es auf der Plakatankündigung heißt.
Aus der Kemp Inn-Konzertankündigung:
»[…]Ein charismatischer Sänger und Piano-Virtuose, der mit seiner schwarzen Blues-Stimme und seinem entfesselten Spiel garantiert niemanden still sitzen lässt! […]«
Weiterhin mit von der Partie waren Jan Bierther (The Jazz Man) Jochen Welle (The Groove Man) sowie Martin Engelien (The Bass Man).
Angekündigt wird auch Musik von Jerry Lee Lewis, Fats Domino, Ray Charles und Elvis Presley.

Martin Engeliens Go Music im Oktober 2026 im Kemp Inn Kempen

Martin Engeliens Go Music im Oktober 2026 im Kemp Inn Kempen

Freiräume für Soli boten sich, wie bei einer Go Music Tradition, in Hülle und Fülle. Alle vier Musiker konnten sich in den zwei Stunden nach Lust und Laune auf ihren Instrumenten ausgiebig austoben.
Ein neuer instrumentaler Opener stand an erster Stelle.
Innerhalb des vierzehnminütigen "Ajo" gab es für das Quartett ausreichend Gelegenheit, sich in Alleingängen vorzustellen. Ajo ist ein kurzes sardisches Wort mit einer Bedeutung wie zum Beispiel 'Alles gut' oder 'Los geht’s'.
In diesem Sinn gab Gitarrist Jan Bierther der relaxt groovenden Nummer in seinem Solo einen vom Jazz bis zum Rock reichenden Anstrich.
Bei Thomas Nowak flogen ein erstes Mal die Finger über die Tasten.
Jochen Welle trommelte klasse Beats. Martin Engelien beeindruckte durch einen vom Wah Wah-Pedal sowie riffen der dicken Saiten gesteuerten Alleingang, das Jan Bierther durch Funk-Untermaltung verstärkte.
Das Quartett war auf Betriebstemperatur und Derek hatte alle Regler und Knöpfe perfekt justiert. Den Anwesenden bot sich ein klasse Sound und auch eine tolle Lightshow.
Schon die Konzerteröffnung sorgte beim Publikum für gute Laune.


Bei "Low Down Dog" machte der Boogie Woogie die Runde in der Lokation. Auf den schwarzen und weißen Tasten war Thomas Nowak voll in seinem Element.
Bei dem Thema 'The Spirit Of Boogie Woogie' war selbstredend Boogie Woogie angesagt, aber wie sich im Laufe des Auftritts zeigte, nicht nur.
Gleich danach ging es weiter mit der fetzigen Rock’n’Roll-Nummer "Great Balls Of Fire". Das Jerry Lee Lewis-Original wurde großartig interpretiert.
Für viele im Zuschauerraum mag das nächste Stück für Gänsehaut-Momente gesorgt haben. George Gershwins "Summertime" wurde zu einem Highlight des Gigs. Es war abermals Thomas Nowak-Time. In der sehr pointierten Interpretation hatte man den Eindruck, dass die Band eine instrumentale Version spielte, denn Thomas Nowak setzte mit seinem von Emotionen geprägenden Gesang erst ziemlich spät ein. In einem ganz leisen Teil übernahm Martin Engelien den Groove von Jochen Welle und Jan Bierther brachte in seinem Solo das Wah Wah-Pedal in Aktion.
Beifall spendete das Publikum, auch nach den Soli, ausreichend.
Allerdings applaudierte auch die Band, denn der Kemp Inn-Publikums-Chor beeindruckte die Akteure auf der Bühne. Ein erstes Mal bei "Tell Me What’d I Say" von Ray Charles. Vielstimmig tönte der Chor nach Thomas Nowaks Vorgaben. Er krönte das Stück, begleitet von Fingerschnippen, mit einer gesungen Improvisation. Nach einem vermuteten Ende des Tracks nahm der Tastenmann das Song-Thema nochmals auf.

Nach der kurzen Pause präsentierte sich die Go Music-Besetzung im Blues-Modus.
"Sweet Home Chicago" geht zurück auf Robert Johnson und der Jazz-Gitarrist brachte sich mit einer hoch emotionalen Fretboard-Fahrt in Position. Beide Daumen hoch für dieses Solo.
Mit "Fly So High" war eine Thomas Nowak-Eigenkomposition angesagt. Der Jazz-Blues-Soul-Nummer fügte Martin Engelien einen geslappten Funk-Alleingang bei und Jan Bierther sorgte abermals für Wah Wah-Pedal-Feinkost.
Der Song "Ya Ya" von Lee Dorsey war wie gemacht für einen weiteren Einsatz vom Kemp Inn-Publikums-Chor. Durch Thomas Nowaks Initiative floss noch ein wenig "Let The Good Times Roll" ein.
"Everybody Needs Somebody". Ein Ohrwurm, besonders bekannt von The Blues Brothers. Break. Leiser, immer leise wurde die Musik, bis der Pianist nur von Händeklatschen fast a cappella sang. Dann drückte die Combo wieder das Gaspedal durch. Kirmes im Bauch. Jochen Welles Groove brachte die Leute zum Tanzen.
The Rolling Stones sollten auch mit einem Song gewürdigt werden. "Wild Horses" war die Spielwiese von Jan Bierther. Was er, auch in Flinkefinger-Manier in einem XXL-Solo an Emotionen und Fantasien auf die Saiten zauberte, war ein purer Genuss. Mit seiner Stimme ließ Thomas Nowak ein ums andere Mal seinen Gefühlen freien Lauf.
"Rockin' All Over The World" von Status Quo versah die Go Music-Gruppe ganz geschickt mit Boogie Woogie-Elementen und ziemlich spontan war der Kemp Inn-Publikums-Chor dabei.
Auch bei einem weiteren Klassiker spielte der Chor eine Rolle. "See You Later Alligator" bot sich dazu echt an und als Zugabe griff man auf ein von Thomas Nowak komponiertes Lied mit dem Titel "Er war immer gang alleine" zurück. Eine Ballade, gespickt mit Jan Bierthers sagenhaftem Höhenflug. Extrem gut. Thomas Nowak näherte sich bei seiner vokalen Improvisation einem Udo Lindenberg.
Frisch aus der Sommerpause bot dieser Go Music-Gig wieder einmal viele Höhepunkte, viele Alleingänge auf sehr hohem Niveau.
Zwei Stunden, die einen die trübenden Dinge des Alltags vergessen ließen.
Martin Engeliens Go Music, ein Garant für exzellente handgemachte Live-Musik.

Wir bedanken uns bei Martin Engelien für den Platz auf der Gästeliste.
Für die Go Music im November werden unter dem Motto The Spirit Of Hard Rock werden von Martin Engelien Sängerin Désirée Bucco, Gitarrist Francesco Marras und Schlagzeuger Charly T. angekündigt.

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2026 | Joachim Brookes | RockTimes


Line-up Martin Engeliens Go Music im Oktober 2026:

Thomas Nowak (vocals, piano)
Jan Bierther (electric guitars)
Martin Engelien (bass, backing vocals)
Jochen Welle (drums)

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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