Ausreden lässt Melanie Staude gar nicht erst gelten. Gegen den allgemeinen Trend und die starke Zurückhaltung beim Chorgesang hält sie dagegen. »Jedermann ist für den Chorgesang geeignet.« Allerdings sollten Spaß und der Wunsch nach Gemeinschaft schon eine wichtige Rolle spielen. Denn das übergreifende Motto lautet hier: »Chormusik war gestern. Metalchor ist heute.«
Zum Verein Metalchor e.V. haben sich der Chor Tunes Of Darkness aus Hamburg und der Partnerchor Northern Ravens aus Lübeck zusammengeschlossen, um gemeinsame Auftritte zu bestreiten. Die Eigenständigkeit beider Vereine ist Melanie Staude, die vor 20 Monaten die Leitung des Metalchores aus Lübeck übernommen hat, auch in Zukunft wichtig. Doch bei gemeinsamen Auftritten soll es schon eine schlagkräftige, ja stimmgewaltige Truppe sein. So zu erleben war dies am 23. Januar 2026 während der Headliner-Konzertes in der traditionsreichen Markthalle in Hamburg und nur zwei Wochen später beim gemeinsamen Auftritt mit der Band Mandowar im Rider’s Café in Lübeck. Nicht zum ersten Mal gab es hier, wo seit 1985 ein wichtiger Teil der Lübecker Kulturszene schlägt, ein gemeinsames Konzert. Für den Metalchor war der Abend mit einem Wermutstropfen verbunden, mussten sie doch den Tod eines Sängers verkraften, der im vergangenen verstorben war. Deshalb wurde an diesem Tag fleißig gesammelt, um mit den Einnahmen aus dem Merchandising-Verkauf und dem Spendenschwein den Sohn des verstorbenen Chormitgliedes unterstützen zu können.
- Chorgesang energiegeladen und unvergesslich
- Der Metalchor vereint Norddeutschlands lauteste Metal-Chöre
- Grenzenloser Spaß mit Metalcover (Mandowar) und dem Metalchor
Aus musikalischer Sicht hätte der Abend nicht besser laufen können, denn neben dem Metalchor mit 32 Sängerinnen und Sängern sowie einer fünfköpfigen Begleitband standen Mandowar auf der Bühne, die Metal und Rockmusik in der Besetzung Ukulele-Bass, Mandoline und Gitarre nicht nur covern, sondern reichlich improvisieren und zuweilen schon einmal parodieren, wie es beim neuen Potpourri mit Rammstein-Stücken und Polka-Klängen zu hören war. Ein Klassiker bei Mandowar-Gastspielen sind die vielen Musikschnipsel, die einfach bei längeren Kompositionen vorher und nachher angefügt werden. Ein gutes Beispiel ist das Metallica-Cover "Enter Sandman", das mit der berühmten Titelmelodie "The Pink Panther Theme" aus dem Film "Der rosarote Panther" eingeleitet wurde. Mandowar, die seit 2010 erfolgreich mit ihrem Country-Folk-Metal unterwegs sind, interpretieren bekannte Rock- und Metal-Klassiker beispielswiese von Manowar, Iron Maiden und Metallica. Ein Konzert ist nicht nur unterhaltsam, es ist immer wieder eine überraschende Reise durch die Welt der Rockmusik, in der es viel Neues zu entdecken gilt.
Die Band Mandowar besteht aus Nailz (Gesang, Gitarre), Linus (Mandoline) und Joe (Bass). Ihre humorvollen Neuinterpretationen sind einzigartig, viele Fans reisen der Band deshalb gerne nach. Wann immer das Trio aus Wetzlar live zu erleben ist – Langeweile kann hier nicht aufkommen. Krönendes Finale beim Konzert mit dem Metalchor in Lübeck war ein gemeinsamer Auftritt mit vier Liedern, bei dem "Battle Hymn" von Manowar, "Fear Of The Dark" von Iron Maiden, "Poison" von Alice Cooper und "Breaking The Law" von Judas Priest zu hören waren – jeweils geschichtsträchtige Kompositionen ohne jegliches Verfallsdatum! Dabei muss man den Chor unbedingt einmal gesehen haben, um erschließen zu können, mit welcher Akribie und mit welcher Leidenschaft die Akteure ans Werk gehen.
Um zugleich das gemeinsame Anliegen mit den Worten des Lübecker Metal Chores zu formulieren: »Wir interpretieren legendäre Metal- und Hard-Rock-Hymnen auf eine völlig neue Weise – laut, kraftvoll und voller Emotion. Wir bringen mit epischen Chor-Arrangements und Bandbegleitung Songs von Ghost, Megadeth, Powerwolf, Metallica und vielen mehr auf die Bühne. Mit einer Mischung aus mitreißendem Chorgesang und druckvoller Instrumentierung schaffen wir eine besondere Atmosphäre – mal düster und episch, mal voller Energie und Power.« Dies gilt für beide Chöre und den Metalchor zusammen. Das Zaubertwort dabei heißt hier Emotionen!
- Linus (links) und Mandowar-Sänger Nailz
- Bei Mandowar bleibt garantiert kein Auge trocken (mit dem Metalchor).
- Sänger Nailz
Metalcover trifft auf Metalchor – das war ein in jeder Hinsicht überzeugendes Angebot. Ja, es gibt sie durchaus, die Metalchöre in dieser Republik. Doch sie agieren oft unerkannt und außerhalb der Öffentlichkeit. Danke deshalb an alle Mitwirkenden, denn für den Autor dieser Zeilen war diese Darbietung nicht nur eine große Überraschung, sondern mit dem Metalchor auf der Bühne gab es zugleich eine wundervolle Premiere in Lübeck. Der Ausflug zu Mandowar war langfristig geplant, der Abend in dieser Konstellation jedoch eher ein Zufallstreffer.
RockTimes bedankt sich herzlich bei Nailz von Mandowar für den Platz auf der Gästeliste.
Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2026 | Mario Keim | RockTimes










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