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Miguel Montalban & The Southern Vultures / Konzertbericht, 29.08.2025, Höfe, Goslar

Miguel Montalban & The Southern Vultures / Konzertbericht, 29.08.2025, Höfe, Goslar

Mit Miguel Montalban steht mal wieder ein junger, talentierter Gitarrist auf der HinterHof-Bühne der Goslarschen Höfe. Montalban schloss sein Musikstudium für Jazz am Konservatorium in Rom 2012 erfolgreich ab und gründete, nach einigen Jahren als Straßenmusikant, 2019 die Band The Southern Vultures in seiner Wahlheimat London. Nach einigen CD-Veröffentlichungen, liegt nun sein neuestes Album "Golden Classics" vor. Darauf verarbeitet er Klassiker der Rockmusik von den Beatles über Gary Moore bis hin zu Santana. Bei einigen Titeln erhielt Miguel Schlagzeugunterstützung, ansonsten hat er alle Instrumente selbst eingespielt.

Live zur Seite stehen ihm mit den Southern Vultures der italienische Multiinstrumentalist Bruno Pint am Bass und der rumänische Schlagzeuger Florin Constantin Pascu.
Wenn schon ein Zakk Wylde von »einem der größten jungen Gitarristen überhaupt« spricht, sollte uns das sehr gespannt auf den heutigen Abend machen.

Miguel Montalban & the Southern Vultures

Miguel Montalban & the Southern Vultures

Das Konzert bestand aus zwei Sets mit einer Gesamtspielzeit von 100 Minuten. Überwiegend wurden eigene Kompositionen aus den Alben "Miguel Montalban & The Southern Vultures" und "Live In Birmingham" gespielt. Die Coverversionen stammten von J.J.Cale, den Dire Straits und Billy Roberts' "Hey Joe", besser bekannt von Jimi Hendrix. Hier muss man sich allerdings fragen, ob man, so oft wie der Titel schon gecovert wurde, das noch braucht. Aber wie immer im Leben ist das reine Geschmackssache. (Siehe auch Kommentar weiter unten)

Florin Pascu an den Drums

Florin Pascu an den Drums

Da die Band auf der A7 im Stau stand, begrüßte Frank Fellenberg von den Höfen erst um 20:20 Uhr ein ausverkauftes Haus. Etwa 130 Zuhörer hatten den Weg in die Goslarschen Höfe gefunden und freuten sich auf eine laut Pressemitteilung »Rock’n’Roll-Ekstase im HinterHof«.
Die Musiker wurden mit einem herzlichen Applaus begrüßt und begannen mit einem kurzen Intro. Es folgte mit "Wander" ein schöner Bluesrock mit eingängiger Hookline, im Mittelteil ging es dann fusionsmässig zur Sache. Hier zeigte sich schon das Potenzial, das in der Gitarrenarbeit des Protagonisten steckt.

"Electrify" ist ein Instrumentaltitel mit Jam-Charakter, in dem Miguel sich seiner zahlreichen Effektgeräte bediente, vorzugsweise des Wah-Wah-Pedals, das heute Abend nicht zur Ruhe kommen sollte. Florin Pascu erhielt hier gleich die Gelegenheit, in einem kurzen Drumsolo sein Können an Becken und Fellen zu zeigen. "Go Off The Rails" – ein straighter Rocker, der keine Gefangenen macht und mit seinem eingängigen Refrain durchaus Hitcharakter aufweist.

Mit "Fell In love", "Last Chance" und "Fragile Hearts" wurden die Freunde des Slowblues ins Visier genommen. Die Single "Fragile Hearts" wurde übrigens  vom guten alten Eroc (Grobschnitt) gemastert, so klein ist die Welt.
"Awaken", mit seinen sphärischen Klängen, erinnerte mich unwillkürlich an den leider viel zu früh verstorbenen 'El Becko' (Jeff Beck).

"Hey Joe" wurde in einer spacigen, kaum wieder zu erkennenden Fassung zu Gehör gebracht. Gegenüber den sonstigen Covern war das mal total was anderes. Klasse gemacht! Hiermit wurde auch gleich der Schlussakkord für den heutigen Abend gesetzt. Damit war das Auditorium aber nicht einverstanden und machte entsprechend mächtig Alarm. Die Band lies sich auch nicht lange bitten und stimmte Miguels Paradestück "Sultans Of Swing" an, welches in einer knapp 15-minütigen Version dargeboten wurde.

Alle Titel zeichneten sich durch eine energiegeladene Mischung aus Blues, Fusion und Rock aus. Ein Wermutstropfen war die hohe Gesamtlautstärke, die sich teilweise auf die Klangqualität von Gesang und Bass negativ auswirkte. Miguel Montalban bewies mit diesem Konzert, das er wirklich mit zu den weltbesten Gitarristen gezählt werden kann, seine Fingerfertigkeit auf dem Griffbrett war schon ausgezeichnet und auch stimmlich konnte er voll überzeugen.

Besonders gut gefallen hat mir das kraftvolle und dynamische Drumming von Florin Pascu. Bruno Pint bekam, mit viel Szenenapplaus bedacht, ebenfalls ein paar Minuten um sein Solo am fünfsaitigen Bass abzuliefern. Florin schlug souverän den Takt auf seinem Drumset und Bruno vervollständigte den Sound mit seinen komplexen Basslinien, die beiden schufen ein tragfähiges Gerüst für Montalbans elektrisierende Soloeinlagen, die mit Biss und Kreativität rüberkamen.
Ich kann das eingangs erwähnte Statement von Zakk Wylde nur bestätigen.

Das war mal wieder ein tolles, impulsives Konzert mit hervorragenden Musikern und begeistertem Publikum. Die sympathischen Protagonisten nahmen sich am Merch-Stand sehr viel Zeit für nette Gespräche und zahlreiche Selfies.
Ich bedanke mich bei Holger Pape für den Platz auf der Gästeliste.

Line-up:

Miguel Montalban (vocals, guitar)
Bruno Pint (bass, vocals)
Florin Constantin Pascu (drums)

Setlist

Setlist

 

 

 

 

 

 


Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2025 | Jürgen Berking | RockTimes

Über den Autor

Jürgen Berking

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