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Molesome / Kino – CD-Review

Molesome ist ein Bandprojekt von Mattias Olsson, auch bekannt durch Øresund Space Collective oder T.a.l.l.
Mit der Gruppe Molesome hat Mattias Olsson auf seinem Label Roth Händle Recordings schon so einige Alben veröffentlicht.
Dazu zählen unter anderem "Songs For Vowels And Mammals" (2015), "Dial" (2016), "Bo My Baby Tonight" (2019), "Tom & Tiger" (2020), "Vernon" (2020), "Are You There?" (2021) oder die vorliegende Platte "Kino" aus dem Jahr 2023.
Alle elf Songs »[…] written, recorded and produced by Mattias Olson. […]«
Das Mastering lag in den Händen von Thomas Plec Johasson.
Gyan Sighs Tablas wurden in Neu Delhi und David Kellers Cello-Passagen in Chicago aufgenommen.
Aus den von Mattias Olsson geschrieben Linernotes: »[…] The songs on Kino come from many different places and some oft hem started many years ago. […] Songs sort of parked by the side oft he road in need of gas or spare parts. […]«
Wie aus dem Text weiter hervorgeht, lud er Freunde und Mitmusiker ein, um die Songs zu komplettieren und fertigzustellen.
Einen Hinweis gibt uns Mattias Olsson noch mit auf den Weg: »[…] put on those headphones, sit back and enjoy. […]«

Das relative kurze "Omnichord Dream" (3:52 min) sowie das bedeutend längere "Langsam" (10:15) darf man von der Stimmung her durchaus als die beiden Song-Stützen von "Kino" betrachten.
Letztgenannter Track wird umhüllt von einem sehnsüchtig-sentimentalen Ambiente. In der Ruhe liegt die Aussagekraft dieser Nummer. Kopfkino ist angesagt und mit Kopfhörern gehört, lässt es sich in der dargebotenen Traumwelt wunderbar schwelgen. Dazu ist "Langsam" der perfekt gewählte Songtitel. Wie im Line-up angegeben, hört man im Opener von den Vocals nur ganz beiläufig etwas. Zwei Highlights!
Ganz anders, auch vom Stil her, kommt "Moving On" daher. Anja Bigrell singt das Post New Wave-Lied mit einer feinen Stimme. Hampus Nordgren-Hemlin liefert klasse Gitarren-Riffs.
Gyan Singh ist als Sänger sowie Tabla-Trommler in "Fakktiskt" aktiv und neben großformatigen Synthesizer-Sounds sind es seine Tablas, die in dieser Synthi pop-Nummer für fernöstliche Atmosphäre sorgten. Gesanglich geht es hier weniger um Text, als um, durchaus angenehm-passende, artikulierte Laute.

Der musikalische Kontrast könnte kaum größer sein, wenn auf "Fakktiskt" mit "Polaroid Revenge" (1:02 min) das kürzeste Stück auf der Scheibe folgt. Die akustische Gitarre, Mandoline, David Kellers Cello sowie Yann Le Nestours Klarinette lassen diesen Track zu einem Wiegenlied werden. Für zwischendurch ganz angenehm.
Ebenfalls herrlich relaxt ist "Neal". Hier rückt der Cellist in den Vordergrund und für die Wehmut sorgt Mathias Danielsson auf der Pedal Steel. Schönes Stück zum Zurücklehnen.
Erstaunlich, wie sich Mattias Olssons Melodica-Klänge in den Art Rock von "Acorns In April" einfügen. Mit wummerndem Bass rockt es amtlich.
"Free Mice" lebt von einer tollen Melodie. Die Handpan-Klänge sind Genuss pur. Instrumentaler Pop der flotten Art.
Die Melodica passte bei "Acorns In April" gut ins Arrangement. Wie sieht es mit Tobias Apladie und seiner Slide-Gitarre bei "Basik" aus? Die sphärischen Bottleneck-Klänge verpassen der Nummer eine herrliche Weite. Zum Schluss wartet Mattias Olsson mit einen Drum-Solo auf. Toll!
"Kate Killer" ist extrovertiertes Drama. Es hat den Anschein, als gehe es um eine theatralische Improvisation. Im Zusammenhang der elf Stück gewöhnungsbedürftig.

"Kino" von Molesome ist bunt, eingängig, schrill, verträumt, extrovertiert und voller Überraschungen.
"Kino" von Molesome bedient mehre Genres, ist aber kein Stückwerk.


Line-up Molesome:

Mattias Olsson (vocals – #4, synthesizers – #1-5,7,8,10,11, bass – #1, electric guitar – #8, acoustic guitar – #6,9, baritone guitar – #7, mandolin – #6, melodica – #4, percussion – #1,2,7, tubular bells – #5, drummachines – #2,4,5,7,10, drums – #3-5,7,10, handpan – #2, turntables – #8)
Åsa Carild (vocals – #1)
Anja Bigrell (vocals – #3)
Gyan Singh (vocals – #5, tablas – #5,8,10)
Kenny Håkansson (electric guitar – #7,11)
Tobias Apladie (electric guitar – #3,10, slide guitar – #7)
Mathias Danielsson (pedal steel – #9,11)
David Keller (cello – #6,9)
Andreas Morland (Fender Rhodes – #2)
Matti Bye (piano – #11)
Yann Le Nestour (bass clarinet – #4,6,11, clarinet – #4,6,11)
Hampus Nordgren-Hemlin (bass – #2-5,7,8,10, double bass – #9, electric guitar – #2,3,5, synthesizers – #2-5,8,10, drums – #2)
Valter Kinbom (percussion – #3)

Tracklist "Kino":

  1. Omnichord Dream (3:52)
  2. Free Mice (4:13)
  3. Moving On (2:05)
  4. Acorns In April (3:06)
  5. Fakktiskt (3:34)
  6. Polaroid Revenge (1:04)
  7. Basik (5:18)
  8. The Bait (4:50)
  9. Neal (2:33)
  10. Kate Killer (5:12)
  11. Langsam (10:15)

Gesamtspielzeit: 45:42, Erscheinungsjahr: 2023

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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