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Robbert Duijf – Konzertbericht, 17.10.2025, De Brauerij, Kranenburg-Niel

Am 17. Oktober 2025 gastierte Robbert Duijf in De Brauerij, Kranenburg-Niel.
RockTimes konnte Robbert Duijf bereits Anfang Juni 2022 beim Blues in Zyfflich erleben.
Im Festival-Bericht heißt es unter anderem: »[…] Robbert Duijf kam bei den Leuten vor der Bühne nicht nur durch sein tolles Fingerpicking, sondern auch wegen seiner Slide-Sounds sehr gut an. Nach dem Festival meinten einige Besucher, dass ihnen der Auftritt von Robbert Duijf am besten gefallen hat. Beide Daumen hoch! […]«
In der Konzertankündigung von De Brauerij lesen wir auch: »[…] Die Musik von Robbert Duijf ist eine Mischung aus Gospel, Delta Blues und einem Hauch von britisch-amerikanischem Folk. Duijf trägt seine Musik aufrichtig und voller Leidenschaft vor. Seine Stimme ist rein und voller Hingabe. Indem er aus dem Herzen singt und spielt, stellt er eine tiefe Verbindung zu seinem Publikum her. […]«

Robbert Duijf, der Preisträger.
2019 war er der Gewinner der Dutch Blues Challenge in den Kategorien Solo sowie Duo.
2020 brachte er es bis ins Semifinale bei der International Blues Challenge in Memphis. Ebenfalls als Solo-Künstler und im Duo.
2023 gewann er die Dutch Blues Challenge mit seiner Band und für "Change Myself" den Preis für das beste Album.
Mit seiner Band war er 2024 der Gewinner der European Blues Challenge in Braga, Portugal.
Folglich kann man bei dem niederländischen Musiker durchaus von einer Persönlichkeit, einer Größe sprechen. Preise zu erzielen sind die eine Seite, die andere Seite sind, die Qualitäten auf die Bühne zu bringen und da taucht in der obigen Liste oft genug der Begriff Challenge auf.
Robbert Duijf in De Brauerij. Super Kontakt zum Publikum. Der Blues dieses Könners kam tief aus seiner der Seele.
Robbert Duijfs Songs standen im Zeichen der Gegenwart, seiner persönlichen Vergangenheit und der History des Zwölftakters.

Robbert Duijf (vocals, guitars, slide guitar, harmonica, stompboard)

Robbert Duijf (vocals, guitars, slide guitar, harmonica, stompboard)

Robbert Duijf und die Geschichte des Blues.
Dabei ging er zurück bis Charlie Patton. Die Reminiszenz an Charlie Patton, über den Bill Wyman in seinem Buch Blues auch schreibt, »[…] dass seine Musik die Geburt des Blues direkt reflektierte […]«, drückte der Protagonist in zwei Songs aus, die deutlich seine eigene Handschrift trugen. Auf der einen Seite war es die Gospel-Ballade "I’m Goin' Home" als einen ganz besonderen Moment der Einkehr und auf der anderen Seite glänzte Robbert Duijf als ein Meister der Interpretation von "Pony Blues" mit Bottleneck-Einsatz.

Das Gitarrenspiel des Niederländers prägten ein tolles Fingerpicking und gefühlvolle wie zum Teil auch leidenschaftlich-furiose Slide-Sounds. Bezüglich der Slide-Klänge kam das zahlreich erschienene Publikum voll auf seine Kosten.

"I Drink Alone" begann balladesk und entwickelte sich dann zu einem fast schon rockigen Blues. Klasse!
In "First Train Out" setzte Robbert Duijf zum ersten Mal ein Stompboard ein, auf dem er mit seinen Schuhen den Liedern einen ruhigen beziehungsweise intensiv-lautstarken Rhythmus verlieh. Hier und da war auch ein in die Hände klatschendes Publikum dabei.

Zur großen Freude der Anwesenden zeigte sich der Musiker als ein Meister der Boogie-Variationen. Bei "Bottle Up And Go" mit Bottleneck, dem flotten "All Night Long" inklusive Harp-Aktivierung und Publikums-Chor sowie "Dangerous Mood", in dem der Rhythmus gemeinsam mit den Anwesenden geschnippt wurde, blieb wohl keine Fußwippe in Ruhestellung. Highlights!

Beeindruckend war auch, wie es der Künstler verstand, auf seinen Gitarren Grooves ganz unterschiedlicher Art zu kreieren, wie zum Beispiel bei "Tired Of Being Good", "Ain’t Dead Yet" oder "Love To See You Cry". Ein weiteres bemerkenswertes Markenzeichen eines Robbert Duijf war seine raue Stimme. Von zart intoniert bis hin zu mächtig viel Power auf den Stimmbändern reichte die Bandbreite seines faszinierenden Gesangs.

Natürlich gab es zu fast jedem Song entsprechende Informationen. So zum Beispiel vor einem Medley aus zwei Liedern. Mitte der Achtzigerjahre. Urlaub, unterwegs mit einem Opel Kadett Kombi, in dem es einen luxuriösen Kassettenspieler mit automatischem Seitenwechsel gab. Nach einer herrlichen, aber kurzen "Graceland"-Version, im Original von Paul Simon, kündigte Robbert Duijf den Seitenwechsel der Kassette an und spielte dann Dire Straits' "Money For Nothing".

Mit "Evil" gab es einen Blues-Abstecher nach Chicago und in "Those Days" trat Robbert Duijfs tolle Stimme durch ein a cappella-Ende ganz besonders in den Vordergrund.
Bei "One Night Alone" mischte der Musiker Singer/Songwriter-Stimmung mit dem Blues und das balladeske Zwölftakter-Lied "Fools Parade" versah er mit einem langen Instrumentalteil. Klasse!

Da muss man schon ganz schön viel edelster Metalle in eine Schale legen, um den Balken einer Waage auszutarieren.
Robbert Duijfs Konzert in De Brauerij wurde mit Standing Ovations bedacht.
Mehr Anerkennung für sein zweistündiges Konzert geht wohl nicht.
Hats off, Robbert!
Peter Rutten sorgte wieder einmal für einen klasse Sound.

RockTimes bedankt sich bei Joost Brauer für den Platz auf der Gästeliste.
Am 16. November werden Dede Priest und Johnny Clark in De Brauerij, Kranenburg-Niel erwartet.

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2025 | Joachim Brookes | RockTimes


Line-up Robbert Duijf:

Robbert Duijf (vocals, guitars, slide guitar, harmonica, stompboard)

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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