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Schluff Jull – Konzertbericht, 21.11.2025, Haus Scheidtweiler/Ristorante Verona, Bedburg-Hau

Von der Klangfabrik e.V. Kleve veranstaltet, gastierte Schluff Jull am 21. November 2025 im Haus Scheidtweiler/Ristorante Verona in Bedburg-Hau am Niederrhein.
Das Motto der Band: »[…] Jam Rock, Westcoast, Southern Rock, Blues, Jazz …simply handmade music […]«
Weiter heißt es auf der Schluff Jull-Website: »[…] Unterhalb ihres Rockfundaments verzweigen sich die Wurzeln der Julls in alle Richtungen, für die normalerweise Bands wie Grateful DeadAllman Brothers oder The Band die Deutungshoheit des Genres innehaben. Nicht dass ein falscher Eindruck entsteht: Schluff Jull-Songs sind weit entfernt von wehmütigem Retro-Rock, der sich an die guten alten Zeiten klammert, sondern eine sehr eigenständige Musik, die in jeder Sekunde lebt, atmet und sich im intuitiven Zusammenspiel der Musiker immer neu erfindet. […]«
Bei der Formation Schluff Jull ist der Mann für den Sound, Michael Arndt, ein Bandmitglied.

Schluff Jull im November 2025 in Bedburg-Hau

Schluff Jull im November 2025 in Bedburg-Hau

Schluff Jull sorgte für eine tolle Stimmung in der Location.
Schluff Jull sorgte mit ihrem Jam- und Southern Rock sowie Blues dafür, das Leute im Publikum zu den vielen Beat und Grooves tanzten.
Die Musik von Schluff Jull war raumgreifend und mit neun Musikern im Line-up nahm die Band auch viel Platz auf der Bühne ein.

Zur Schluff Jull-History bei RockTimes gehört auch, dass Kollege Ulli bereits im Jahr 2001 drei Alben der Formation besprochen hatte. Heartlines, Circlin' Round A Sun und No Matter Of Age.
Zum Schluff Jull-Streifzug durch ihrer vielen Veröffentlichungen zählten bei diesem Konzert auch Lieder aus Colors For Your Ears sowie Hang On To Your Dream.
In der Vergangenheit wurden die zahlreichen Schluff Jull-Konzerte im Klever Raum durch die Klangfabrik Kleve e.V. organisiert. So zum Beispiel auch ein Gig im Jahr 2011 in der Kreisstadt.

Von "Eavesdropping" bis zur "Hello Stranger"-Zugabe sorgte die neunköpfige Combo während der zwei Stunden für Hochstimmung.
Olaf Kalemba begeisterte das Publikum durch seine vielen kunstvoll gestalteten E-Gitarren-Soli.
Die Alleingänge waren Ausdruck seiner großen Ideenvielfalt und die in die Soli gelegten Emotionen spiegelten sich auch in Olaf Kalembas engagiertem Gesang wider. In seine leicht angeraute Stimme floss jede Menge Herzblut. So wie ebenfalls in seine Fretboard-Fahrten.

Olaf Kalemba drückte fast jedem Song seinen persönlichen Solo-Stempel auf. Dafür folgte stets Szeneapplaus.
"Between Two Worlds" war nur eines der Konzert-Highlights. Mit einer super aufspielenden zweiköpfigen Brass-Section zunächst ruhig beginnend, sorgte Schlagzeuger Winfried 'Winne' Borchardt für eine Rhythmuswechsel in flotterer Auslage und man spickte die Nummer mit so einigen Break, in denen Ulrich 'Schwiefi' Schwiefert für feine Bass-Blitzlichter sorgte.

Uptempo. Riffig-fetziger Zwölftakter. Beim "Left Bank Blues" erfüllte ein Keyboard-Solo mit klanglichen Erinnerungen an Jon Lord den Raum. Dieses pulsierende Lied wurde mit viel Applaus erwürdigt.
Schluff Jull im Balladen-Modus. "Got Soul" wurde mit perlenden Synthesizer-Sounds von Reinhard Kenkmann angereicht. Der Song-Stimmung entsprechend war Olaf Kalemba hier mit einem ruhigeren, sanfteren Solo unterwegs und Jürgen Liebert zaubert ein gefühlsbetontes Solo auf seinem Tenorsaxofon. Super!
Der "Tatort" hat seine Klaus Doldinger-Titelmelodie. Schluff Julls "Present For A Day"", sehr melodisch mit Brass-E-Gitarre-Twin Sounds, ist, aus meiner ganz persönlichen Sicht, ein herausragender Song, ein Fixpunkt im Sortiment der Band.

"Dear Earth". Ein weiteres Highlight des Schluff Jull-Jam Rock im Funk-Fahrwasser.
Neben klangvollen Ideen von Holzbläser Horst Schulz und Tastenmann Reinhard Kenkmann war diese Nummer der musikalische Hotspot von Heinz Wiskozil. In seinem langen Alleingang lebte der Gitarrist seine psychedelischen Fantasien voll aus. Ein fast grenzenloses Klang-Festival auf sechs Saiten.

Der "Night Song" entpuppte sich als ein (fast) Instrumental. Bei reduziertem Olaf Kalemba-Gesang und einem tollen E-Piano-Solo von Frank Wehner stellte der Bandleader während dieses Tracks alle Schluff Jull-Mitglieder – inklusive Soundmann Michael Arndt – vor. Alle neun Musiker hatten dabei eine kurze Solo-Einlage.
Nach einem weiteren Song-Genuss mit dem Titel "Hollow", arrangiert mit einem ruhigen Part für Olaf Kalembas Höhenflug-Alleingang, rückte Michael Becker in den Vordergrund. Er begeisterte durch ein virtuoses Solo auf seinen zwei Congas. Szenenapplaus war die Belohnung für diese eindrucksvolle Einlage.

In seinen Beiträgen auf Solo-Basis warf Frank Wehner hier und da auch einen Blick auf den Jazz. Bei besagtem "Night Song" reichte sein Einfallsreichtum bis hin zum The Doors-Keyboarder Ray Manzarek. Klasse!
"Julls Boogie". Der Frontmann begab sich zu Reinhard Kenkmann und der hatte die passenden Synthesizer-Antworten auf Olaf Kalembas E-Gitarren-Fragen. Ganz allgemein war der Tastenmann äußerst kreativ und zeitweise vehement-stürmisch bei seinen Synthesizer-Einlagen.

Zugabe. "Hello Stranger". Eine Textzeile lautet »[…] are you happy now? […]« Eindeutige Antwort. Ja! Und diese Reaktion hatte für das gesamte Schluff Jull-Konzert in Bedburg-Hau Gültigkeit.
Michael Arndt, Soundmann von Schluff Jull, sorgte für einen klasse Klang.
Dieser Gig war ein voller Erfolg, einfach eine Wucht.
Hats off, Frank, Heinz, Horst, Jürgen, Michael Arndt, Michael Becker, Olaf, Reinhard, Ulrich und Winfried!

RockTimes bedankt sich bei Michael Dickhoff von der Klangfabrik e.V. Kleve für den Platz auf der Gästeliste.
Am 23. Dezember wird die Band Tribal Voice erwartet.

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2025 | Joachim Brookes | RockTimes


Line-up Schluff Jull:

Olaf Kalemba (guitar, lead vocals)
Heinz Wiskozil (guitar)
Reinhard Kenkmann (keyboards, synthesizer)
Horst Schulz (alt saxophone, sopran saxophone, background vocals)
Jürgen Liebert (tenor saxophone, background vocals)
Winfried 'Winne' Borchardt (drums)
Frank Wehner (piano, keyboards)
Michael Becker (percussion)
Ulrich 'Schwiefi' Schwiefert (bass)
Michael Arndt (sound)

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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