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Stone Water / Make Me Try – CD-Review

Stone Water - "Make Me Try" - CD-Review

Die Geschichte der Band Stone Water beginnt mit … der Pandemie. Denn eigentlich hatte der Studio- und Tour-Gitarrist Robert Wendt ganz andere Pläne, die allerdings aufgrund der allgemeinen Lage (siehe oben) komplett ins Wasser fielen. Stattdessen begann Wendt mit dem Songwriting für ein noch nicht näher definiertes Projekt und nach und nach gesellten sich der Sänger Bob Beeman, der Bassist Artjom Feldtser sowie der Schlagzeuger Hanser Schüler dazu. Man kannte sich bereits, entweder von der Bühne oder zurückliegenden Studio-Jobs. Die Zusammenarbeit funktionierte dann so gut, dass das Quartett schlicht und ergreifend beschloss, die Band Stone Water zu gründen und ein Album aufzunehmen. Mittlerweile ist mit Ben Forrester (unter anderem Allen-Forrester Band) ein zweiter Gitarrist dazu gestoßen, der an den Aufnahmen zur Debütscheibe "Make Me Try" von Stone Water allerdings noch nicht beteiligt war.

Eines gleich mal vorweg: Mit der gerade genannten Allen-Forrester Band (AFB) sowie den hier zu reviewenden Stone Water sind in diesem Jahr zwei sehr vielversprechende neue Formationen an den Start gegangen, von denen noch einiges erwartet werden darf. Bewegt sich die AFB eher in Richtung Southern Rock bzw. sehr vom Süden der USA geprägten Blues Rock, so ist Stone Water im Roots Rock zu Hause. Gemeint ist damit eine sehr geile Mischung aus – wenn man denn Vergleiche heranziehen will – den Rolling Stones, den Black Crowes und vielen anderen Helden dieses Genres. Und das sehr gekonnt, wie der analoge, herrlich 'warme' Rock-Sound, die fetzigen Gitarren-Riffs, die schonungslos groovende Rhythmus-Abteilung sowie der raue Gesang schon beim Opener "Stony Rock" klar machen. Robert Wendt bringt sehr gerne auch mal das Bootleneck ins Spiel, um seinen Tracks (bei den zehn Eigenkompositionen ist lediglich Sänger Bob Beeman zwei Mal mit Co-Credits aufgeführt) ein noch authentischeres Feeling zu verpassen. Passt, wackelt und hat Luft!

Zu den zehn eigenen Stücken hat sich eine Cover-Version gesellt und zwar keine geringere als der Rolling Stones-Klassiker "Sway". Okay, ganz ans Original kommen Stone Water zwar nicht ran, was aber sowieso auch fast ein Ding der Unmöglichkeit ist. Dennoch kommt die Nummer sehr gelungen und mit dem richtigen Feeling rüber, was alleine schon mal ein großes Lob ist. Dagegen stehen eigene echte Kracher wie der bereits erwähnte Opener, der lässig aus der Hüfte geschossene "Awful Blues", das bluesige und ein bisschen an die Lynyrd Skynyrd der Mitt-Siebziger erinnernde "Second Floor" oder das mit Eingang in den Refrain ein bisschen an Patti Smith’s "Space Monkey" erinnernde "Scarecrow". Diese Referenzen machen sich allerdings nie im negativen Sinn bemerkbar, sondern sollten vielmehr als angedeutete Verbeugung vor einigen der ganz Großen in der Geschichte der Rock-Musik angesehen werden.

Auch bei den ruhigeren Stücken machen Stone Water eine verdammt gute Figur, was den sehr positiven Gesamt-Eindruck dieses Debüts abrundet. Und wer dann noch eine so starke Nummer wie "Sweet Charms" irgendwo mitten in seiner Platte verstecken kann, der hat auch ein gutes Stück berechtigtes Selbstvertrauen in der Hinterhand. Um’s kurz zu machen: Alle Daumen nach oben und ein dicker Tipp, "Make Me Try" unbedingt mal anzuchecken. Darüber hinaus gehen Stone Water von Anfang bis Mitte November 2023 auf den ersten Teil einer Deutschland-Tour, die dann 2024 weitergeführt wird. Live auf der Bühne dürfte die Band nach den Eindrücken des Albums wahrscheinlich jede Halle zum Beben kriegen. Warten wir’s ab, halten die Augen nach Tour-Terminen offen und zögern hoffentlich nicht, sollte ein Gig in zumindest zumutbar-erreichbarer Nähe möglich sein!


Line-up Stone Water:

Bob Beeman (lead vocals, harp)
Robert Wendt (guitars)
Artjom Feldtser (bass, background vocals)
Hanser Schüler (drums & percussion)

With:
Julian Bergerhoff (piano, organ)
Miriam Thomas (background vocals)
Hansi Kecker (B3-organ – #4,5)
Sylta Fee Wegmann (background vocals – #9)

Tracklist "Make Me Try":

  1. Stony Rock
  2. Change
  3. Scarecrow
  4. Make Me Try
  5. Awful Blues
  6. Fare Thee Well
  7. Second Floor
  8. Backdoor Man
  9. Sweet Charms
  10. Sway
  11. If You Get Lost

Gesamtspielzeit: 43:48, Erscheinungsjahr: 2023

Über den Autor

Markus Kerren

Hauptgenres: Roots Rock, Classic Rock, Country Rock, Americana, Heavy Rock, Singer/Songwriter
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Mail: markus(at)rocktimes.de

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