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The Buttshakers / Lessons In Love – CD-Review

The Buttshakers / Lessons In Love – CD-Review

Eigentlich wäre es kein Wunder, hieße die Band so, wie ich das auf den ersten (und falschen) Blick beim Auspacken gelesen habe. Kein Wunder deshalb, weil sich mittlerweile die kuriosesten Bandnamen im Netz tummeln und auch RockTimes einige mehr oder (eher) weniger sinnige Namen im Index stehen hat, was sicher auch dem mehr oder (eher) weniger sinnigen Zeitgeist zuzuschreiben ist.

'The Buttershakers' las ich nämlich und fragte mich, wie man auf so einen unsinnigen Namen kommen kann. Butter schüttelt man nicht. Eher kann man zur Butterherstellung Sahne so lange schlagen und das dann meinetwegen schütteln nennen und zweites wird die fertige Butter auch eher zu geschlagener Butter verarbeitet, denn zu geschüttelter. Nun ja …

Nachdem die Scheibe im Player lag und die ersten Takte erklangen, dachte ich, dass da keineswegs Butter sondern eher ein Körperteil geschüttelt wird. Und zwar dasjenige, welches unsere hintere Körpergrenze markiert. Und dieses Teil kann man im Gegensatz zu Butter schütteln. Schlagen kann man es auch, sollte man jedoch eher nicht.

The Buttshakers lautet also der Bandname dieser Truppe aus Lyon um Sängerin Ciara Thompson. Bei Ciara handelt sich nicht um die Sopranistin aus Nordirland; die Sängerin der Buttshakers ist 2008 aus ihrer Heimat USA nach Frankreich ausgewandert. Leider finden sich weder bei der mir vorliegenden CD, noch auf der Bandseite die Namen der Mitmusiker, sodass ich auf im Web gefundene Namen zurückgreife und das untenstehende Line-up somit ohne Gewähr zu lesen ist.

Gleich "Good Intentions" setzt Hintern und Laufwerk gut in Bewegung. Sehr im alten Soul verwurzelt, shuffelt das Stück mit einer anständigen Portion Blues in der Hose. Perfekt gesetzte Bläsereinsätze, Gitarrenparts und dann das gewaltige Organ Frau Thompsons … das meißelt bereits zu Beginn ein Ausrufezeichen in den Review-Notizzettel.  "Grow" ist eine Spur ruhiger, geht hochmelodiös zu Werk und die Symbiose aus Stimme und Instrumenten ist einfach perfekt.

"Lessons In Love" soll laut Info etwas anders sein, als die Vorgängeralben. Mehr Blues haben und wie "Better Days" aufzeigt, wird auch eine angenehm swingende Jazz-Note an den Tag gelegt. Dazu spielt eine funkige Wah Wah-veredelte Gitarre zu einem brodelnden Beat der Perkussion-Fraktion und starkem Gebläse. Mit dieser Mischung verbreiten die Buttshakers ihre "Lessons Of Love". Nicht nur musikalisch, denn ein Anliegen der Band sind die vielen Ungerechtigkeiten und Probleme in diese Welt. Soziale Themen werden behandelt und laut Presseinfo zum Album wollen die Buttshakers die Botschaft unters Volk bringen, dass es besser werden kann und man hoffen darf.

Verpackt ist das in eine spannende Mischung aus treibendem und wilden Gewusel wie z. B. in "Dream On", fast feierlich wirkendem Soul alter Schule ("Cosmic Love", "Lessons Of Love") bluesigen Voodoo-Tunes ("Troubled Water", Funkigem à la "Sure As Sin" oder Tiefgehendem wie "Gotta Believe".

Über allem thront das gewaltige Organ Ciaras, das von Könnern an den Instrumenten perfekt in Szene gesetzt wird. Stilistisch wird aus den Vollen geschöpft. Bisschen Curtis Mayfield hier, etwas Marvin Gaye dort, ab und an ein leichter Sly Stone-Duft und auch funkige Momente, wie wir sie noch von alten Soul- und Funk Bands mit Gebläse kennen. Und natürlich kann man bei den Liedern auf "Lessons In Love" den Butt shaken. Mal schneller und auch mal langsamer. Besonders toll sind die bluesigen Untertöne, die den Kompositionen das besondere Etwas geben.


Line-up "The Buttshakers"

Ciara Thompson (voacsl)
Sylvain Lorens (guitar)
Jean Joly (bass)
Josselin Soutrenon (drums)
Simon Girard (trombone)
Léo Ouillon (baritone saxophone)

Tracklist "Lessons In Love":

  1. Good Intentions
  2. Grow
  3. Better Days
  4. Anymore
  5. Dream On
  6. Cosmic Love
  7. Troubled Waters
  8. Sure As Sin
  9. Lessons in Love
  10. Gotta Believe

Gesamtspielzeit: 37:19, Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Ulli Heiser

Hauptgenres: Mittlerweile alles, was mich anspricht
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