Brian Poole And The Tremeloes, später nur noch als The Tremeloes, formierten sich 1958, und 1963 gab es den ersten dicken Hit mit "Do You Love Me". Poole verließ die Band 1966, und von da an arbeitete man als Quartett weiter, Rick Westwood, Chip Hawkes, Alan Blakely und Dave Munden. Einige Hits konnte man seinerzeit verzeichnen, so "Here Comes My Baby", "Even The Bad Times Are Good", "(Call Me) Number One", "Me And My Life" und "Silence Is Golden" und andere.
Das Album "All For One And One For All" erschien 1992 und wurde immerhin noch mit drei Originalmitgliedern eingespielt, denn Westwood, Blakely und Munden waren noch dabei. Man blieb beim ehemaligen Rezept, nämlich typisch britische Popmusik zu spielen. Dennoch, gleich beim ersten Song, "African Lullaby", bemerkt man, wie die Zeit vergangen ist seit den Sechzigern und den prägnanten Hits.
Nach einiger Zeit war dieses Album lange nicht mehr erhältlich und galt letztlich als 'verschollen'. Nun, dem ist jetzt abgeholfen worden, und dazu gibt es sieben Bonus-Tracks als 'Belohnung' für langes Warten auf das »Lost Tremeloes-Album«, das sind die Songs fünfzehn bis einundzwanzig.
Geboten wurde britischer Pop, doch mit den neuen Leadsängern Dave Fryer und Dave Munden klang es einfach schon anders, wenngleich die Harmonien nicht wirklich schlecht sind. Aber auch klingen die eingesetzten Keyboards halt anders als in der Blütezeit der Band, die seinerzeit das Problem hatten, stets neben den marktführenden Beatles zu stehen, trotz ihrer Erfolge, die sich jedoch in der Regel auf Single-Veröffentlichungen beschränkten.
Die Musik auf "All For One And One For All" ist nun wirklich nicht vergleichbar mit jener Zeit der Hit-Songs, so klingt "I Shall Be Released" von Dylan recht langweilig und sowohl wenig inspiriert als auch inspirierend. Das gilt dann leider auch für "Angel Of The Morning", dagegen stehen dann Stücke wie "Jodie", ja, das ist ein wirklich feiner Popsong. Allerdings dann wieder solche Titel wie "St. Tropez", die nach Disco-Sound klingen, wie er vielleicht auch bei Parties auf Mallorca hätte zünden.
Und so hält sich die Qualität der Nummern die Waage. Ein schöner Popsong wiederum wird mit "So Much To Say" vorgestellt. Nun, der recht markante Einsatz der Keyboards und der Sound der Drums sind halt der Zeit geschuldet, als diese Songs zwischen 1989 und 1991 aufgenommen wurden. Letztlich sicher keine schlechte Musik, doch Vergleiche zu den Sixties mit den Hits sollte man nicht stellen, denn solche Songs wird man hier vergeblich suchen.
Hier sollte man darauf vorbereitet sein, gute Popmusik im Weichspülmodus zu hören und vielleicht zu genießen, sofern man darauf abfährt. Meilensteine der Popmusik finden sich unter den Tracks mit Sicherheit nicht, hier wird sacht und nicht sehr ausdrucksstark gekuschelt. Nun, bis auf Nummer Vierzehn, hier gibt es ein Live-Medley mit Rock’n’Roll, nur – klingt das so gar nicht nach The Tremeloes… Einerseits ist es sicher gut, dass MIG-Music dieses Album mit zusätzlichen Bonus-Tracks wieder auf den Plan gebracht hat, doch letztlich ergänzt das nur den Output der Band, nicht mehr und nicht weniger, mit harmonischer und relativ eingängiger Popmusik…
Line-up The Tremoloes:
Dave Fryer (bass guitar, lead vocals)
Dave Munden (drums, lead vocals)
Rick Westwood (lead guitar, vocals)
Joe Gillingham (keyboards, vocals)
Alan Blakley (rhythm guitar, vocals)
Tracklist "All For One And One For All":
- African Lullaby (3:54)
- The Crime Of Life (3:45)
- I Shall Be Released (3:55)
- Jodie (5:03)
- St. Tropez (3:50)
- So Much To Say (4:07)
- All For One And One For All (3:26)
- African Lullaby (A Cappella) (3:28)
- Lean On Me Baby (4:01)
- Never Win (4:13)
- Angel Of The Morning (4:15)
- Anita (3:33)
- Prayer For Peace (3:35)
- Rock ’n' Roll (Live) (3:28)
- Rising Sun (3:49)
- One More Night (3:35)
- Losing You (3:52)
- Baby I’ve Lost You Now (3:42)
- Guiding Star (3:25)
- Bring Back Your Love (3:32)
- Tell (3:20)
Gesamtspielzeit: 79:46, Erscheinungsjahr: 2025 (1962-1991)



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