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Triptonus / Terra – CD-Review

Im Sommer 2021 brachte die Band Triptonus Soundless Voice auf den Markt. Zusammenfassend heißt es in der Rezension unter anderem:
»[…] Triptonus ist beeindruckend.
Triptonus sorgt in jedem Song für spezielle Ausrufezeichen.
Triptonus' "Soundless Voice" ist eine erste Begegnung mit deren Musik und man mag sie gar nicht mehr missen.
Triptonus ist ein Synonym für Überraschungen. […]«

Der "Soundless Voice"-Nachfolger hört auf den Namen "Terra".
Noisolution schreibt dazu auch: »[…] Jedes Album war bislang eine Einladung, eigene Geschichten zu erfinden und in die Musik einzutauchen. Der Sound von Triptonus bleibt genauso vielfältig wie die Instrumente, die sie verwenden – von zwei Gitarren über Percussion-Instrumente wie Djembe, Darbuka und Didgeridoo bis hin zu elektronischen Elementen wie dem Wavedrum und Samplern. Mit dem aktuellen Album "Terra" erweitern Triptonus ihren Horizont und binden neue Elemente und Sounds ein, die ihre künstlerische Reise weiter vorantreiben. […]«

Gitarren treffen auf Percussion (Darbuka, Djembe).
Gitarren treffen auf eine Conch (Schneckentrompete).
Gitarren treffen auf Didgeridoo und Violine.
Gitarren treffen auf Synthesizer-Sounds.
Alles wird zusammengehalten durch Bass (Iustin Runceanu) und Schlagzeug (Ivo Matos).

Auf "Terra" vereinen sich fünf Songs, die es auf eine Gesamtspielzeit von ganz knapp über fünfundvierzig Minuten bringen.
"Terra" ist Heavy Psychedelic, Heavy Rock und instrumentale Musik mit Zeit zum Durchatmen.
Triptonus, ein Sextett aus Wien, macht seine Aufwartung mit gleich drei der fünf Nummer, die über zehn Minuten Spielzeit haben.
Da darf man den Opener "Sultana" (7:17 min) sowie erst recht "Discordia" (1:40 min) als short Tracks bezeichnen.
Die fernöstlichen Klänge ziehen sich wie ein roter Faden durch die vorliegende Platte und diese Sounds sind schon das erste Plus für die Gruppe.

Neben vielschichtiger Percussion fallen bei "Sultana" die Gitarren-Fantasien von Clemens Hackmack und Fabian Kummer mit einem erheblichen Gewicht in die Waagschale der Beurteilung. Da gehen die beiden Gitarristen schon im ersten Track steil. Die Leute vor den Lautsprechern dürfen durchatmen, denn mittendrin gönnt sich die Gruppe und uns eine Verschnaufpause mit Bass-Intonation sowie natürlich Percussion. Nimmt das Stück mit Stakkato-Riffing wieder Fahrt auf, wird es auch noch psychedelisch angehaucht. Klasse Didgeridoo von Max Mayer ganz am Ende und zu Beginn vom zweiten Song.
Übergangslos geht es mit "Discordia" weiter. Im Hintergrund hören wir Roxanne Szakovich sphärische Violine und eine feine Fretboard-Fahrt auf dem Sechsaiter.

Jetzt geht die Post ab.
Bei steigender Dynamik und Power gibt Triptonus ihre Visitenkarte des geradezu dramatischen Heavy Rock ab. Wie sich bei diesem furiosen Treiben die Percussion-Instrumente bemerkbar machen, ist aller Ehren wert. Im Verlauf von "Nüwa" folgen einige Breaks, in denen die Percussion besonders zum Tragen kommt. Dann ist relaxen angesagt. Handtrommeln bestimmen die fernöstliche Szenerie. Es geht weiter mit dem psychedelischen Ritt durch die aufstobende Luft. Es wird ganz ruhig. Verträumte Gitarren lassen Besinnlichkeit aufkommen und sozusagen mit einem Knall verlässt die Formation die Wellness-Zone wieder. Die Unersättlichkeit der Gitarren treibt es exzessiv und schließlich endet alles in der Schönheit eines Traums.

Mit spacigen Lukas Plautz-Synthesizer-Klängen beginnt das Titelstück "Terra".
Hypnotischer Fußwippen-Groove ist angesagt und dann, ja dann erklimmt die Nummer mit fetzigen Sechssaitern unaufhörlich den deftigen Rock-Gipfel. Wow! Diese Percussion-Einsätze sind der Wahnsinn. Mit den Gitarren konkurrieren sie um die Vorherrschaft. Dabei nicht vergessen darf man natürlich Schlagzeuger Ivo Matos und Bassist Iustin Runceanu als treibende oder beruhigende Kraft. Wien. Der Opernball. Ein Walzer beendet die Nummer "Terra".
Zum Schunkeln kommt man gar nicht, denn heftige Riffs eröffnet "StrokeTrigger". Triptonus erobert die Welt auf ganz eigenwüchsige Weise. Dieser Track ist ein Spektakel, der alles, was wir vorher gehört haben zusammenfasst, allerdings in ein anderes, heftig flackerndes Psychedelic-Licht gestellt. "StrokeTrigger" nimmt improvisierte Züge an, wird auch von Jazz Rock sowie einer Stimme geprägt. Die Spoken Words sind der Einstieg in ein lang anhaltendes infernalisches Ende, das sich schließlich im Fade-Out-Nirgendwo verabschiedet.

"Terra" von Triptonus ist eine vielschichtige Ansage, die ihre instrumentalen Fühler in ganz verschiedene Richtung ausfährt.
"Terra" von Triptonus ist eine fantastische Mischung aus maßgeblich Heavy Rock und Psychedelic.


Line-up Triptonus:

Atreju Fiedler (bongos, darbuka)
Clemens Hackmack (guitar, voice fx)
Fabian Kummer (guitar)
Iustin Runceanu (bass)
Ivo Matos (drums, samples)
Max Mayer (djembe, diggeridoo)

Guest Musicians:
Gustav Holberg (conch, percussion – #4)
Jack Jindra (bass – #3)
Lorenz Mayer (floopini voice acting – #5)
Lukas Plautz (synthesizer – #4,5)
Roxanne Szakovich (violin – #2,5)

Tracklist "Terra":

  1. Sultana
  2. Discordia
  3. Nüwa
  4. Terra
  5. StrokeTrigger

Gesamtspielzeit: 45:04, Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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