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TV-Tipp: Karen Carpenter und Marianne Faithfull am 03.07. auf ARTE

Mit gleich zwei Ladies befasst sich ARTE-TV am Freitag, dem 3. Juli 2020 in zwei aufeinander folgenden Dokumentationen.

Um 22.00 Uhr geht es zunächst um Karen Carpenter und ihr viel zu kurzes Leben.

"Too Young to Die" zeigt den Menschen hinter dem Mythos und lässt Freunde und enge Wegbegleiter zu Wort kommen. In dieser Folge: In den 1970er Jahren stürmte Sängerin und Schlagzeugerin Karen Carpenter zusammen mit ihrem Bruder Richard als The Carpenters die Charts. 1983, mit nur 32 Jahren, starb die junge Frau mit der Ausnahmestimme an den Folgen ihrer jahrelangen Magersucht.
In den frühen 1970er Jahren – der Ära der Hippies, des Vietnamkriegs und der Charles-Manson-Morde – verkörpert ein Geschwisterpaar wie aus dem Bilderbuch das andere, saubere Amerika: The Carpenters. Ihr Sound ist meilenweit entfernt vom zeitgenössischen Rock. Harmonieselige, ausgetüftelte Arrangements von Richard Carpenter, gepaart mit dem entrückten Gesang seiner Schwester Karen. Als die beiden einen Plattenvertrag unterschreiben, ist Karen gerade einmal 19 Jahre alt. Fortan stürmen sie die Charts, touren durch die Welt, verkaufen 100 Millionen Tonträger. 13 Jahre später, mit nur 32 Jahren, stirbt Karen Carpenter an den Folgen ihrer Magersucht. Sie ist die erste Anorexietote der Popgeschichte. Die Dokumentation blickt auf den Erfolg der Carpenters und in die Abgründe hinter der sauberen Fassade der Superstars. Die Geschichte der Karen Carpenter, die am Schlagzeug ebenso begabt war wie ihr Bruder am Klavier, ist die Geschichte ihres dauerhaften Kampfes gegen alles und jeden. Nach ihrem Tod wird das Thema Magersucht erstmals öffentlich diskutiert. Für Karen Carpenter beginnt ein erstaunliches Nachleben. Für ihre Fans ist es ein Widerspruch aus kunstvollem Pop und dem Drama ihres Lebens.

Danach geht es um 22.55 Uhr weiter mit "Marianne Faithfull – Der raue Glanz der Seele" aus dem Jahr 2017.

Marianne Faithfull war schon als 17-Jährige ein Star und avancierte in den 60er Jahren zur Ikone des Swinging London und zur Muse der Rolling Stones. Auf die ausschweifenden Jahre folgte ein tiefer Fall – doch die Künstlerin bewahrte sich stets ihre Eleganz und eine unverbrüchliche Freiheitsliebe.
Marianne Faithfull ist eine jener seltenen Künstlerinnen, die mit Fug und Recht als "Ikone" oder "Legende" bezeichnet werden dürfen. Kaum hatte die Tochter aus gutem Hause die katholische Schule beendet, an die ihre Eltern sie nach der Scheidung geschickt hatten, wurde sie 1964 vom Manager der Rolling Stones entdeckt. Der von Mick Jagger und Keith Richards geschriebene Song "As Tears Go By" machte Marianne Faithfull mit kaum 17 Jahren zum Rock-’n'-Roll-Star und zur Ikone des Swinging London. Als Jaggers Freundin teilte sie das Bandleben mit seinen Ausschweifungen, Skandalen und Drogenexzessen. Einige Jahre später kehrte sie der Musik vorübergehend den Rücken und widmete sich ihrer ersten Leidenschaft, der Schauspielerei. Ihr skandalumwittertes Image verhalf ihr zu erfolgreichen Filmauftritten bei Jean-Luc Godard und an der Seite von Alain Delon, doch die Drogensucht trieb sie an den Abgrund. Nachdem ihrer Trennung von Mick Jagger im Jahr 1970 war sie so gut wie obdachlos; zwischen 1972 und 1979 folgten auf Perioden der Erholung mit kurzzeitigen Erfolgen erneute Einbrüche und Drogenexzesse. Schließlich rettete sie ihre Liebe zur Musik. Vor allem die Auseinandersetzung mit dem Werk von Kurt Weill brachte ihr endlich künstlerische Anerkennung. Die Schauspielerin und Filmemacherin Sandrine Bonnaire schildert in einem sehr persönlichen Porträt den Werdegang von Marianne Faithfull, eines Mädchens aus gutem Hause, das sich mutig völlig neuen künstlerischen Ausdrucksformen öffnete und ein freies, unkonventionelles Leben führte. Dank ihrer Intelligenz und ihrem Interesse an Literatur und Kunst gelang es ihr, sich von den damals gängigen frauenfeindlichen Modellen freizumachen, die sie nur allzu gern auf die Rolle des Sexsymbols reduziert hätten.

 

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