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Dirty Talons / Deep Dive – CD-Review

Dirty Talons / Deep Dive - CD-Review

Mein allererster Gedanke nach ein paar Sekunden war: 'Mickey Mouse auf Helium'!
Dies wäre für die Sängerin Jess Howell allerdings nicht gerecht, denn es relativiert sich gleich im Laufe des Eröffnungssongs "Under The Spell". Mit einem flotten fetten Riff zieht die Band das Tempo mächtig an und setzt ein Ausrufezeichen. Und klar muss man sich erst einmal an die hohe, leicht quietschende Stimme von Jess gewöhnen: Sie polarisiert, mich erinnert sie ein wenig an die poppige Cindy Lauper der 80er Jahre.

Der gute Gesang wird gemixt mit all den Rockgenres wie Alternativ, Grunge, College Rock und Punk’n’Roll und so hebt sie sich von Mitbewerberinnen ab und daher fragt sie gleich "Can You Feel?" Ja klar, der eingängige Song geht gleich ins Ohr über und so geht es munter weiter. Mit diesen oben beschriebenen Zutaten, bauen sich die Wiener ihre eigenen fetzigen Songs zusammen, keiner länger als viereinhalb Minuten und jeder einzelne hat Radiopotenzial – es rockt geradeaus ohne Firlefanz und Schnick Schnack. Zum Beispiel "Thank You For Nothing". Ich glaube, die Messsage verstand der Gemeinte, denn Jess legt noch eine gewisse Dringlichkeit rein.

Die Musiker taten sich 2023 zusammen und haben sich nach dem Split von der Punk Hardcore Band Astpal (sechs Alben) zusammen getan. Das Sextett war live viel unterwegs und nahm in der Zwischenzeit immer wieder kleine EPs sowie ein Album auf. Nun konnten Sie für "Deep Dive" ihren Wunsch Producer Peter Miles (u. a. Architects, Petrol Girls) gewinnen und nahmen in den Middle Farm Studios dieses Album auf. Die Soundqualität ist sehr gut, auch wenn es mal härter wird, ist es klar gemixt. Somit hört man jedes Instrument, deren Musiker, außer Drummer Martin, auch die Backing Vocals singen.

ACM" stampft vor sich hin, "You Make Everthing Alright" ist eine Fun Punk Hymne und hätte von Offspring nicht besser kommen können. "Claiming Soace"  frönt dem 80er Mainstream Rock à la Rick Springfield und weist ein sehr schönes Gitarrenthema auft. Da die Band mit drei Gitarren rockt, ist der Sound fett, trotzdem hat jeder seinen Part. Dies gefällt mir besonders und somit entdeckt man im Hintergrund einiges an kleinen Soli und Riffs. Funfact auf dem Album ist von Sängerin Jess:und zwar der Song "Swansea" – eine liebevolle und sehnsuchtsträchtige Hommage an ihre Heimatstadt bei Wales.

Mit all diesen angenehmen Punkten stufe ich "Deep Dive" als ein gelungenes Album ein, auf das man gerne in der CD-Sammlung zurückgreift und das beim Hören viel gute Laune hervorruft.


Line-up Dirty Talons:

Bernie (bass, backing vocals)
Jess (lead & backing vocals)
Marco (guitar & backing vocals)
Martin (drums & percussion)
Randy (guitar & backing vocals)
Zock (keys, guitar, lead & backing vocals)

Tracklist "Deep Dive":

  1. Under Your Spell (3:49)
  2. Can You Feel? (3:12)
  3. Buck-Passer (2:38)
  4. Thank You For Nothing (2:53)
  5. Family Tree (3:51)
  6. ACM (4:43)
  7. Swansea (2:50)
  8. Claiming Space (3:44)
  9. Intentions (4:00)
  10. Stellar Life (3:43)
  11. You Make Everything Alright (2:14)
  12. Hiding Memories (4:30)

Gesamtspielzeit: 42:07, Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Achim Mayinger

Genres: Beat, Classic Rock, Hard'n'Heavy, Progressive Rock

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