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Winter / Keeping The Flame Alive

Winter / Keeping The Flame Alive

Der nächste Winter kommt bestimmt und oft schneller als man denkt!

Nach seinen drei Vorgängeralben folgt nun Nummer vier: "Keeping The Flame Alive". Mit Feuerinferno, Skeletten und schwerem Motorrad schreit es schon äußerlich nach Metal und ich bin gespannt, was mich musikalisch erwartet. Es beginnt schon mal heftig, mit vorantreibendem Bass und einem fetten Gitarrenriff. Es gibt nur einen Weg – einfach nach vorn, so powert sich der Opener durch. Ein Gitarrensolo, das alle Facetten des Shreddings und der melodiösen Arpeggios abdeckt, leider ohne einen roten Faden inne zu haben. So in der Art: Hört, was ich alles kann!
Dann noch die Vocals vom Mastermind Markus Winter, auf die ich später speziell nochmal zu sprechen komme.

Man hört alsbald heraus, welche Richtung eingeschlagen wird: sehr viel Judas Priest, Manowar und eine Gratwanderung zum deutschen Metal à la Helloween und Konsorten. "Wheel Of Fortune" ist einer der besseren und geradlinigen Songs mit guten Riffs, mit viel Tempo ohne Schnickschnack. Den Gesang teilen sich Markus Winter  und Ralf Scheepers von Primal Fear, was sich sehr harmonisch anhört. Schlag auf Schlag, von "Guardians Of Life" bis "Time Traveller", geht es weiter.

Mit atemberaubendem Trommelwirbel und Doublebassgewitter wird "Fist On Iron" eingeläutet. Hier muss ich auf den auffälligsten Musiker auf diesem Album hinweisen; Hugo Ribeiro (Moonspell) an den Drums leistet auf "Keeping The Flame Alive" verdammt gute Arbeit und hält das ganze Konstrukt am Laufen! Mastermind Markus Winter ist schon seit 1992 im Musikbusiness involviert und hatte ein Jahr später mit "Longing For Fire" vom Album "Invisible Tears" sogar einen kleinen Radiosingle-Hit in den Benluxländern. Danach folgten zwei Alben mit dem neuen Projekt HERTzTON, das in die dunkle deutsche Gothic Electro Rock-Szene glitt und wiederum einen Club-Hit abwarf.

"Schattentänzer" würde heutzutage ebenfalls funktionieren – im Schatten von Rammstein, Eisbrecher und Co; hier ein Ohr zu riskieren, kann ich nebenbei empfehlen.
Ab 2020 formierte Markus dann seine Hauptband Winter mit dem Debüt "Pale Horse"; darauf folgten "Fire Rider", die EP "Looking Further Back" sowie "Heroes" mit dem gleichnamigen episch akustischen Heldensong. Dies nur kurz und bündig zum Rückblick auf den Protagonisten. Weiter geht es im Album mit "Gods Of Terror" – das ist Metal pur, Speed und nochmals Speed, bis das Ganze in mächtigen, choralen Gesang abgleitet, wie man das auch woanders des Öfteren hört. Und wenn man schon dabei ist, folgt eine Hommage an Manowar. So kommt mir das gerade in den Sinn!
"Stand Up For Metal" … ich glaube der Titel sagt schon alles und ich finde diesen so abgedroschen und der obengenannten Band abgekupfert; ohne Pfiff und Akzente zu setzen. Langweilig ist das und dies als Hymne zu präsentieren ist unnötig. Dafür folgt mit "Delusion in G Minor" eine Art Wiedergutmachung und hier werden in über sieben Minuten alle Facetten des Bombast Metal abgegrast. Winter hat mich hier echt überrascht und auch abgeholt. Ein würdiger Abschluss eines Longplayers der für mich einige Fragen aufwirft.

Das große Problem an diesem Album: Die Songs fangen meistens echt spritzig mit einem fetzigen Intro an und die Songstruktur wäre eigentlich völlig in Ordnung. Aber mir fehlt immer das gewisse Etwas, was von Winter selber kommt und sich nicht anhört wie XYZ. Auch den Gesang versucht Markus mit unterschiedlichen Stilen unterzubringen, obwohl seine aus dem Gothic kommende Grundstimme nicht zu verachten wäre, aber dieses Timbre meist unterbunden wird. Ich komme leider mit der vorherrschenden Stimme nicht klar und empfehle den Metalfans selbst einmal reinzuhören, denn instrumental wird auf dem Album "Keep The Flame Alive" schon einiges geboten.


Line-up Winter:

Markus Winter (lead and backing vocals, harmonies, lead and rhythm guitars, bass)
Michael Donner (keyboards, synthesizer, programming, SFX)
Hugo Ribeiro (drums and percussion)

Guests:

Ralf Scheepers (co-lead and backing vocals – #2)
Siegfried Schüssler, Anthony Hugh, Iggy Rodriguez (additional harmonies and backing vocals)
Frederik Pihl (additional guitar solo)
Sunwook Kim (orchestral arrangement – #11)

Tracklist "Keeping The Flame Alive":

  1. Keeping The Flame Alive (4:22)
  2. Wheel Of Fortune [feat. Ralf Scheepers] (4:04)
  3. Guardians Of Life (4:45)
  4. Into The Fire (5:19)
  5. Time Traveller (5:07)
  6. Fist Of Iron (4:16)
  7. Twist Your Fate (4:32)
  8. Signs Of Danger (4:02)
  9. Gods Of Terror (5:48)
  10. Stand Up For Metal (6:08)
  11. Delusions in G Minor (7:28)

Gesamtspielzeit: 55:51, Erscheinungsjahr: 2024

Über den Autor

Achim Mayinger

Genres: Beat, Classic Rock, Hard'n'Heavy, Progressive Rock

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