Ich bin kein Freund von 'Freitag, dem 13.' und kann behaupten, dass dieser Tag arbeitsbedingt für mich sogar eher ein Glückstag war. Der Tag endete mit einem Kneipenbesuch bei Livemusik. Auch hier passte alles. Zwei Musiker aus meiner Heimatstadt, die mich anschließend mit nach Hause nahmen. Das Auto blieb stehen.
Dann passierte es doch: Freitag, am 13. Mit der unfassbaren Meldung vom Tod des langjährigen Motörhead-Gitarristen wurden wir böse überrascht. Die Reaktionen waren überall gleich. Es klang oft so, als kenne man den Musiker persönlich. »Noch so jung« und »Völlig unerwartet« las ich in meinen Korrespondenzen. Ich reagierte wie traumatisiert. Mir fiel gar nichts mehr ein. Hatte ich Phil Campbell mit seinen drei Söhnen doch erst vor dreieinhalb Monaten beim Gastspiel im Berliner Club Lido erlebt. Der Auftritt von Phil Campbell And The Bastard Sons am 1. Dezember 2025 in der Haupstadt war ein Festival der Spielfreude. Vor allem seine Jungs (auf dem Foto Sohn Tyla, rechts, mit dem Senior) hatten ihre helle Freude. Phil Campbell agierte ruhiger, abgeklärter. Man spürte, dass er fokussiert und ebenfalls bei bester Laune war. Was den Abend so besonders machte: Angesichts der 50 Jahre Motörhead-Tour 2025, dem runden Bandgeburtstag und der Tatsache, dass Lemmy Kilmister zehn Jahre zuvor verstorben war, weshalb es auch keine Zukunft mehr für die Band gab, erklangen an diesem Tag zu 100 Prozent nur Titel von Motörhead, während es sonst etwa eine Hälfte eigener Titel zu hören gibt. Also ein echtes Motörhead-Festival.
Dieses Erlebnis wirkte lange nach, eigentlich bis zum heutigen Tag. Nun wurde alle Freude getrübt. Man will es einfach nicht glauben, aber es ist bittere Realität. Phil Campbell hinterlässt nicht nur ein Vermächtnis, sondern zugleich viele fragende Blicke. Das war gewiss nicht seine Absicht. Wie sehr er ein Familienmensch war, zeigt die Stellungnahme seiner Lieben anlässlich seines Todes. Nun müssen wir ohne Lemmy und Phil auskommen, während Ex-Motörhead-Schlagzeuger Mikkey Dee fleißig bei den Scorpions trommelt und uns dort große Freude bereitet. An Abschiede müssen wir uns gewöhnen, das ist klar. Aber solche Nachrichten brauchen wir nicht! Es klang für mich sehr erscheckend, als mir ein guter Freund schrieb: »Unglaublich. Mein Jahrgang!«
Foto: © 2025 | Mario Keim | RockTimes



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