Maxwell Farrington und Le SuperHomard ( = Christophe Vaillant) sind ein franco-australisches Duo, das sich inzwischen in Insiderkreisen einen Ruf erspielt hat mit Musik, die sich leicht und locker präsentierte und eine Art nostalgischen Charme verbreitete. Mit "Window Tax" wird das dritte Album vorgelegt.
Die internationale Presse zog bereits etliche Vergleiche und erwähnte hierbei Musiker wie Leonard Cohen, der, würde er heute noch musizieren, durchaus wie Farrington und Vaillant klingen könnte. Auch aufgrund der Baritonstimme von Farrington kam es zu Vergleichen mit Scott Walker oder Lee Hazlewood. Doch aus meiner Sicht hinken alle diese Vergleiche. Zum Beispiel muss ein Bariton nicht unbedingt auf Walker oder Hazlewood hinweisen, die unabhängig davon jeweils völlig andere Musik produzierten. So passt weder die Musik auf "Window Tax" zu den beiden Beispielen noch der Gesang. Cohen könnte man dann ansatzweise am ehesten bemühen.
Nun, es sind auch jeden Fall durchdachte Arrangements, die sich durch die zwölf Songs des Albums ziehen, sind sie doch nicht unbedingt gewöhnlich. Und immer wieder schwebt ein Hauch von Nostalgie durch den Raum, scheinen doch auch die neunziger Jahre soundtechnisch mit einbezogen worden zu sein. Entstanden ist hierbei stark am Synthie-Sound orientierte, teils üppig arrangierte Popmusik, sie sicher nicht uninteressant ist. Diese Musik klingt jedoch alles andere als zwingend chartsorientiert, dazu gibt es halt zu viele ’schräge' Passagen.
Kalter und fast schon emotionsloser Synthiesound steht neben warmer Gestaltung, die Streicherarrangements und die jeweiligen Ausprägungen stehen oft nebeneinander und vertragen sich trotz ihrer auf mich so wirkende Gegensätzlichkeit. Will ich bei einigen Songs spontan assoziieren, dann fallen mir zum Beispiel Flash & The Pan ein beim einen oder anderen Stück. Gelegentlicher Sprechgesang plus Chorbegleitung sind unter anderem Garanten dafür, dass sich immer wieder ungewöhnliche und nicht gängige Ausprägungen einmischen in die Gestaltung, dann kann es auch vorkommen, dass mich ein Track wie "Gap Year" irgendwie stark an Musik von David Bowie erinnert, und ein wenig asiatisch klingende Elemente wurden hier ebenfalls integriert.
Zweimal haben sich die Beiden der Hilfe der Sängerin Lily Buchanan bedient, so erhalten "Do Da Da Da" und "Fish & Chips" noch eine zusätzliche Klangfarbe durch die verträumt wirkende Stimme der Sängerin. Mit ihr zusammen haben sich jedenfalls zwei Songs ergeben, die eine recht verspielte und interessante Stimmung ergeben.
Und wer sich gern damit beschäftigen möchte, worum es bei den Nummern inhaltlich geht, zum Beispiel wenn erwähnt wird »Yes I am a cook, a cook without a kitchen, look my knives are sharp, enjoy them as they glisten, sharper than your stare, slicing me in two, oh, come on get over here«, dem sei geraten, sich des Booklets zu bedienen und selbst zu entscheiden, inwieweit besondere lyrische Elemente Einzug gehalten haben, denn mitunter klingt es schon ein wenig verworren, verspielt oder auch doppeldeutig, es regt dann zum Nachdenken an, und das eine oder andere Mal ertappe ich mich dabei, dass skurrile Textelemente sich mit der dazu gespielten Musik paaren. Mithin – interessante und ungewöhnliche Popmusik, die man nicht unbedingt vergleichen muss, steht sie doch für sich selbst!
Line-up Maxwell Farrington & Le Superhomard:
Maxwell Farrington (vocals, piano, synths, handclaps)
Christophe Vaillant (guitars, bass, piano, Hammond organ, Farfisa organ, synths, percussion, handclaps, backing vocals, string arrangements)
Lily Buchanan (vocals, backing vocals)
Loïc Maurin (drums, percussion, handclaps)
Mike Lindsay (synths, sound effects)
Raven Bush (violins, viola, cello)
Tracklist "Window Tax":
- Brussels Sprouts
- Window Tax
- Rats & Dolphins
- Euphoria
- Lorene
- Do Da Da Da (feat. Lily Buchanan)
- Supermarker
- Good Company
- The Architect
- Fish & Chips (feat. Lily Buchanan)
- Gap Year
- Cake
Gesamtspielzeit: 44:54, Erscheinungsjahr: 2026



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