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Kaurna Cronin / Konzertbericht 26.08.2026, Apostel-Johannes-Kirche Altengroden, Wilhelmshaven

Kaurna Croninin / Konzertbericht 26.08.2026, Apostel-Johannes-Kirche Altengroden, Wilhelmshaven

Kaurna Cronin aus Australien lernte ich nun bereits vor elf Jahren kennen – mit einem Konzert vom 16.Juli 2015.  Damals tourte er noch solo. 2016 war er bereits als Trio unterwegs. Und so vergrößerte sich die Band zusehend und ich konnte weitere Konzerte in den folgenden Jahren genießen: 2017 und 2018  war die Band erstmals mit deutschen Musikern*innen besetzt. Dieses setzte sich in den Folgejahren 2019, 2022 und 2025 fort:

Und weil es derzeit nicht möglich ist, Konzerte in Sande zu veranstalten, konnten Volker Pirsich vom Ev.-luth.Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven und ich dieses Mal vereinbaren, die Apostel-Johannes-Kirche in Altengroden/Wilhelmshaven als Veranstaltungsort zu gewinnen. Und das Programm im Rahmen der "Kulturkirche" konnte mit diesem Gast aus Australien für das zweite Halbjahr 2026 mit diesem Konzert eröffnet werden. Kaurna Cronin trat mit seiner Band im Quartettformat auf und die siebzigminütige Vorstellung plus Zugaben konnte mit einem Programm aus mittlerweile zehn Veröffentlichungen des Protagonisten schöpfen.

Und so ist mir angenehm aufgefallen, dass sich im Laufe der Zeit der eine oder andere 'Hit' etabliert hat. Zum Beispiel ist das sentimentale "Stockholm" aus der Platte "Pistol Eyes" aus 2013 immer wieder ein 'Renner', der Song, der beschreibt, als Kaurna als junger Bursche mit zwei Freunden in Skandinavien unterwegs war. So berichtete er unter anderem am Konzertabend, dass es eines der 'Abenteuer' der Jünglinge war, als Tramper von einer bekannten schwedischen Expertin und Autorin rund um die Themen Erotik, Sexualität und Beziehungen im Auto mitgenommen worden zu sein, ohne von der Popularität der Dame zu wissen.

Und genau das macht den Künstler unter anderem auch aus, nämlich, dass er dadurch, seine Songs stets anzusagen und auch die jeweiligen Hintergründe oder Aussagen derselben dem Publikum mit einigen Worten näher zu bringen, den Einstieg in seine kleinen Geschichten durchaus erleichtern kann.

Feststellen konnte ich auch, dass die Musiker als Band gemeinsam gewachsen sind, jeder Einsatz saß perfekt, alles floß wie selbstverständlich. Zumal Kaurnas Lieder schließlich nicht immer simpel konstruiert sind, sondern durchaus Ecken und Kanten aufweisen. Hierbei erwiesen sich Moritz Oswald am Bass und Jelte Hildebrands am Schlagzeug wiederum als verläßliches Rhythmusgespann. Sie brachten viel Farbe und durch differenzierte Arbeit an den Instrumenten eine sehr wichtige Unterstützung und konnten allein auch jene Songs, die von Wechseln im Rhythmus und in den Arrangements lebten, diese entsprechend mitgestalten.

Und schließlich gab das dem Solisten der Band, und das ist letztlich der Gitarrist Kai Kampf, und Kaurna als Leader und Sänger/Rhythmusgitarrist den nötigen Halt für ihre Darbietungen. Diese grundlegende Harmonie der Band wird dann besonders verdeutlicht, wenn, wie es am Abend der Fall war, zwei unverstärkte Songs dargeboten wurden und hierbei die Stimmen der Vier diese spezielle Harmonie ausstrahlen konnten. Ansonsten passt dann auch bei den Songs grundsätzlich der Einsatz der drei Begleiter durch ihre Harmony Vocals. Bei einigen Stücken trug Jelte Hildebrands durch seinen meist für Einleitungen genutzten Wechsel zu den Keyboards noch für zusätzliche Frische bei.

Noch ein Wort zu Kai Kampf, so mir doch erneut auffiel, dass er sich als ein sehr individueller Gitarrist präsentierte, der mir berichtete, das unter anderem Peter Green und Mike Bloomfield einige seiner Vorbilder seien. So spielte er sowohl sachte Songs entsprechend zart ausgerichtet oder drehte bei den 'Rockern' auf und gab der Stimmung zusätzlichen Druck! Besonders angenehm war das nachzuhören bei "East Side" und ich wünschte mir im Augenblick des Solos, dass er es länger ausgedehnt hätte, denn in diesem Moment spürte man bei allen Musikern, wie sich die Spielfreude ausbreitete und man das Gefühl hatte, sie würden alle bildhaftig abheben wollen, auch Kaurna selbst ließ hier seinen Gefühlen vollen Lauf.


Ja, Kai konnte sich grundsätzlich mit seinem Spiel innerhalb der jeweiligen Arrangements mittels seiner melodisch geprägten Fills total einflechten und trug somit bezüglich des Gesamtsounds wesentliche Aspekte bei.

Kaurna und Rezensent Wolfgang

Kaurna und Rezensent Wolfgang

Wie bereits geschrieben, man konnte aus dem breiten Repertoire von zehn Alben schöpfen und zwischenzeitlich gibt es ja auch gar keine Coverversionen mehr, wie das noch beim Konzert 2015 der Fall war.

Ganz wunderbar waren schließlich auch die beiden Nummern, die nur mit Akustikgitarre(n) plus Gesang präsentiert wurden, hier flog sozusagen eine verhallte Wolke der Harmonie durch das Kirchenschiff. Einer der Songs war aus Kaurna' jungen Jahren, von seiner ersten CD, "Hadn’t Thought Of You That Often", bei dem das Publikum zum Mitsingen animiert wurde. Das war eine der Zugaben, die das Konzert vor einem begeistert mitgehenden Publikum beendeten.

Ein weiteres ganz frühes Stück aus dem Jahr 2012 war das traurige "Leave A Letter", das einer verstorbenen Freundin gewidmet war. Von seiner aktuellen CD, "Jester In A Mess" gab es übrigens vier Lieder.

Und somit schließe ich auch mit einem Satz aus der Vergangenheit, als ich Kaurna erstmalig traf, also aus 2015, und  ich meine Besprechung so beendete: »Danke, Kaurna, für die wunderschöne, emotional intensive und bewegende Musik.«
Und das wiederhole ich hiermit sehr gern und freue mich, und hoffe, dass wir uns nächstes Jahr wiedersehen können.


Line-up Kaurna Cronin:

Kaurna Cronin (vocals, guitar, harmonica)
Kai Kampf (guitars, background vocals)
Moritz Oswald (electric bass, background vocals)
Jelte Hildebrands (drums, keys, background vocals)

Bildnachweis für alle Bilder des Konzertes: © 2026 | Wolfgang Giese |RockTimes

Über den Autor

Wolfgang Giese

Hauptgenres: Jazz, Blues, Country
Über mich: Althippie, vom Zahn der Zeit geprägt, offen für ALLE Musikstile
Meine Seite im Archiv

Mail: wolfgang(at)rocktimes.de

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