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Sascha Gutzeit / Auf meiner Seite der Stadt – CD-Review

Sascha Gutzeit / Auf meiner Seite der Stadt – CD-Review

Sascha Gutzeit, der Musiker aus Wuppertal, wurde vor längerer Zeit auch bereits bei uns erwähnt:
Unten am Depot, Trassenfieber, Monsters Of Rock. Auch mir ist der Musiker mit seiner besonders ausgerichteten Musik bereits früh aufgefallen und er ist mir seit seinem Album "Ölpumper" aus dem Jahre 2003 geläufig. So habe ich seinen Output stets regelmäßig verfolgt, zuletzt mit seinem 2023er Album "Der falsche Mann".

Aufgrund einer Kontaktnahme zum Musiker hatte ich nun die Möglichkeit, auch seines derzeit aktuellen Albums "Auf meiner Seite der Stadt" habhaft zu werden. Wie er selbst ausführte, handelt es sich um zehn alte, ältere bzw. uralte Songs, die er neu oder überhaupt mal aufgenommen habe. Zusätzlich befinden sich auf der CD vier Bonustitel. Sascha kennt man nicht unbedingt nur als Musiker, ist er doch auch recht umfangreich beschäftigt als Rock’n’Roll-Songpoet, Autor, Sprecher, Maler, Verleger & Schauspieler.

Die Musik auf diesem Album ist von sehr intim geprägten Charakter, weil sich die Instrumentierung grundsätzlich allein auf den Protagonisten bezieht. Lediglich auf sieben Songs erhält er ein wenig Unterstützung, siehe Line-up. Trotz dieser Reduzierung empfinde ich den Ausdruck der Musik als sehr viel intensiver im Verhältnis. Insofern wird eine stark am Folk orientierte Kraft ausgestrahlt, mit viel erzählerischem Charakter. Und wie man es von ihm gewohnt ist, nimmt Sascha oft kein Blatt vor den Mund und beschreibt Dinge und/oder Situationen, wie sie nun einmal sind. Und so dürfte es keinem einer werten Hörerschaft entgehen, dass wohl Jede/r davon betroffen sein dürfte, von diesen Fährnissen des Alltags, also diese kleinen und großen und größeren Situationen in Verbindung mit Gefahren und Risiken des üblichen täglichen Lebens.

Und genau das wird, so wir es von Sascha kennen, Geschichten über Ehebeziehungen, Freunde, Eltern und Bekannte, beschrieben durch seine Texte. Und durch die reduzierten Arrangements werden diese direkt und sofort zugänglich dargeboten, ohne Umschweife, man kann sich den Texten widmen und wird nicht unbedingt abgelenkt durch üppige Bearbeitungen der Songs. So konnte ich zu diesem Album nachlesen, dass man die Musik als einen »Soundtrack des Lebens« bezeichnete, ja, das war 'unser Joe' im Jahr 2007 im Review zu "Unten am Depot").

Dabei kann man die Texte sicher auch individuell für sich deuten, sie entweder als Poesie auslegen, als Ausdruck ähnlich gelagerter Erfahrungen, und Einiges gegebenenfalls vielleicht auch als Nonsens. Auf jeden Fall werden sie aufgrund dieser musikalischer Bearbeitung halt mehr in den Vordergrund und Mittelpunkt gestellt und dadurch können sie auch für mehr Berücksichtigung sorgen. Mitunter muss man sich auch der einen oder anderen Doppeldeutigkeit stellen, und es fällt auf, dass der Musiker Vieles ganz einfach beim Wort nimmt, und man sich so geneigt fühlt, über die eine oder andere Zeile vielleicht näher nachzudenken, und sich dann auch einmal ertappt zu fühlen.
Mit der traurigen Ballade "Ich bin die Vorgruppe" endet dann der Reigen der vierzehn Songs, und ich resümiere, dass, auch wenn dem Sascha als Musiker vielleicht auch der große Erfolg ausblieb bisher, ich dieses sehr schade finde, denn bei welchen Kollegen*innen sonst geschieht dieses mit dieser in das Innere der Seele zielenden Intensität?


Line-up Sascha Gutzeit:

Sascha Gutzeit (Stimme, Gitarren, Klavier, E-Piano, Fußstampfer & Mundharmonika)

Spezialgäste:
Martin Huch (Dobro – Song 1 & Lap-Steel-Gitarre – Songs -#6,8)
Sebastian Pietsch (Saxophon – #5,11,14, Fagott – #9)

Trackliste "Auf meiner Seite der Stadt":

  1. Mondlicht Motel
  2. Zigaretten
  3. Auf meiner Seite der Stadt
  4. Sascha ohne Band
  5. Der letzte Song auf der Platte
  6. Das Geräusch von dem Zug, der nicht kommt
  7. Ich liebedich schon
  8. Diesel
  9. Segel voller Wind
  10. Verwischte Spuren
  11. Hey Taxifahrer (Studio-Version)
  12. Mädchen vom Heubruch (Solo-Version)
  13. Nachtzug nach Leipzig (Klavier-Version)
  14. Ich bin die Vorgruppe

Gesamtspielzeit: 55:22, Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Wolfgang Giese

Hauptgenres: Jazz, Blues, Country
Über mich: Althippie, vom Zahn der Zeit geprägt, offen für ALLE Musikstile
Meine Seite im Archiv

Mail: wolfgang(at)rocktimes.de

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