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Albert Castiglia / Grits & Glory – Digital-Review

Albert Castiglia auf den Spuren seiner Vergangenheit.
Unter anderem sind die Gitarren-Helden seiner Jugend Jeff Beck, John Mayall, Jimmy Page beziehnungsweise Tony Iommi dabei.
Der mehrfach mit einem Blues Music Award ausgezeichnete Amerikaner nahm "Grits & Glory" in den legendären Abbey Road-Studios auf.
Weiterhin geht aus der Pressemitteilung von V2 Promotion das Folgende hervor:
»[…] Cliff Moore am Bass und Ray Hangen am Schlagzeug unterstützen ihn schon jahrelang auf Tour, "Grits & Glory" ist ihre erste gemeinsame Studioaufnahme. Das letzte Puzzlestück fügte sich mit Produzent Dave Gross ein, einem langjährigen Freund mit fundierten Kenntnissen über Abbey Road und einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Albert, der zuvor bereits Solid Ground produziert hatte. Nachdem das Team zusammengestellt war, ging es los. […]«

Albert Castiglia meint:
»[…] Meine Anfänge als Musiker in Chicago und an der Ostküste haben meinen Spielstil und meine Sichtweise auf den Blues geprägt. Gleichzeitig liebe ich aber auch den Austausch innerhalb des Blues zwischen Amerika und Großbritannien – beide Orte haben mich auf ihre Weise geprägt. […]«

Für einen Blues-Gitarristen sind die weiter oben gelisteten Namen nichts Besonderes.
Besonders ist allerdings die Tatsache, was der Protagonist aus diesen Bezügen macht.

Angst vorm Einschlafen?
Nicht bei Albert Castiglias "I’m Afraid To Fall Asleep". Voller Energie bringt diese Nummer Schwung in die Bude und das Slide-Spiel des Bandleaders ist Power pur. Ein Bottleneck-Event. Man ist hellwach dabei. Die Keyboard-Tasten-Klänge umgarnen die E-Gitarren-Sounds und ganz im Hintergrund klimpert das Piano. Klasse!
Was lässt sich alles in einen Song packen?
"Back The Juggler" ist ein Instrumental, das heißen bis glühenden Funk ausstrahlt. Albert Castiglias Solo-Action mit Wah Wah-Pedal-Verstärkung hat was zu sagen und über eine Ray Hangen-Drum-Bridge fließen auch noch eine leichte Prise Latin beziehungsweise Rock in das Stück ein.
In "Uncertainty" ist am Anfang balladeske Stimmung angesagt. Dann wechselt die Atmosphäre hin zu einem Track, der die Luft von Southern Rock atmet. Klasse Hammond-Klänge begleiten uns durch dieses Lied. Albert Castiglia garniert die Nummer mit einem furiosen Wah Wah-Pedal-Solo. Highlight!

Das Intro zu "Uncertainty" ist nur ein balladesker Moment.
Richtig großartig wird der Slow Blues bei "Slumlord Billionaire". Der verlangsamte Zwölftakter ist immer die Zeit eines Könners. Und hier zaubert Albert Castiglia E-Gitarre-Töne, die einem eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken jagen. Ganz großes Kino, dieses "Slumlord Billionaire".
Oft wurde Albert Kings "Don’t Burn Down The Bridge" nicht schon gecovert.
Der junge amerikanische Albert überzieht dieses Lied mit hervorragenden Soli und "When The Coin Came Callin'" spielt ein weiteres Mal die Funk-Trumpfkarte mit Wurlitzer-Klängen aus.

Am Ende stehen noch zwei Coversongs.
"Afro Blue" von Mongo Santamaria macht den Anfang. Rhythmisch ganz stark in Szene gesetzt macht Albert Castiglia hier den Überflieger, was seinen Alleingang betrifft. Furios und extrovertiert geht es zu. Bis sich die Stimmung in diesem eindringlichen Lied vollkommen entspannt, nur um dann abermals frische Energie zu tanken. Ein weiteres Instrumental mit Latin-Anleihen und Highlight-Charakter.
The Beatles' "Yer Blues" beendet das Album. Nicht nur über seine Gitarren-Zaubereien hat Albert Castiglia was zu sagen. Er kann auch noch überzeugend seine Stimme ins Geschehen einließen lassen. Hier wird am Original nicht viel rumgeschraubt. Selbst der groovende Part wird ausgelebt. Ein feines Fadeout setzt den Schlusspunkt. Das The Beatles-Stück ist halt schon gehaltvoll.

"Grits & Glory" von Albert Castiglia hebt mit Vehemenz jeden einzelnen Buchstaben des Genres Blues Rock in den Vordergrund.
"Grits & Glory" von Albert Castiglia eine Empfehlung für alle Freunde des Blues Rock.


Line-up Albert Castiglia:

Albert Castiglia (lead vocals, guitar)
Cliff Moore (bass)
Lewis Stephens (Hammond organ, piano)
Dave Gross (guitar, Hammond organ, Wurlitzer, piano, percussion, background vocals)
Bruce Bears (Wurlitzer)
Ray Hangen (drums)
Deborah Michels (background vocals)

Tracklist "Grits & Glory":

  1. In My America
  2. I’m Afraid To Fall Asleep
  3. Uncertainty
  4. Michigan Avenue
  5. Back The Juggler
  6. Slumlord Billionaire
  7. The Milk Is Still Good
  8. Don’t Burn Down The Bridge
  9. When The Coin Came Callin'
  10. Afro Blue
  11. Yer Blues

Gesamtspielzeit: 52:02, Erscheinungsjahr: 2026

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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