«

Glenn Hughes zieht sich von der Bühne zurück

Glenn Hughes

Es ist eine folgenreiche Entscheidung: Auf ärztlichen Rat zieht sich Glenn Hughes mit sofortiger Wirkung von der Bühne zurück, berichten übereinstimmend mehrere Medien. Hughes, der ehemals Sänger und Bassist von Deep Purple und Sänger von Black Sabbath war, gab die folgende Erklärung ab: »Die Ergebnisse zahlreicher MRT- und CT-Untersuchungen sowie einer Echokardiografie haben mein Ärzteteam dazu veranlasst, eine weitere Operation am offenen Herzen für notwendig zu erachten.« Weiter heißt es: »Ich habe eigentlich keine andere Wahl, denn meine Gesundheit steht an erster Stelle. Ich bin dankbar für ein Leben, das durch das Geschenk der Musik geprägt ist (…) Danke, dass ihr mich auf diesem Weg begleitet.« Schon im vergangenen Jahr habe er mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt. Es war nicht das erste Mal, dass bei ihm Warnzeichen anklopften.

Es ist also kein Abschied auf Raten, es ist vielmehr die konsequente Entscheidung eines Künstlers, der auf seine innere Stimme hört. Glenn Hughes wird uns als aktiver Protagonist fehlen. Gewiss ist er das Mitglied aus der großen Familie ehemaliger Deep Purple-Musiker, das bis heute am aktivsten unterwegs war. Dies geschah meistens unspektakulär, aber immer authentisch und ambitioniert.

Das kann man leicht anhand der Touraktiviäten der vergangenen Jahre ablesen. Allerdings gibt es da noch eine Statistik, die wohl ohne Übertreibung ein Alleinstellungsmerkmal darstellt. Als unbestechlicher Beweis gewissermaßen! Auf seiner Website hat der Perfektionist seit 1969 alle Konzerte festgehalten, bei denen er mit seinen jeweiligen Bandkollegen aktiv war, viele Setlisten inklusive. In dieser Art ist das gewiss einzigartig. So werde ich beispielsweise über die "Tourography" stets daran erinnert, dass ich ihn am 30. April 1998 im Kulturhaus der 3.800 Seelen-Gemeinde Greußen nahe Erfurt erlebt habe. Damals als kurzhaarigen, fast schon unscheinbaren Akteur.

Seine Musik ist auf über 100 Alben verewigt, darunter viele Soloalben. Als Mitglied von Deep Purple und Black Sabbath erreichte Glenn Hughes den wohl größten Bekanntheitsgrad. Dabei war er immer auch ein Mittler zwischen Klassik und Rock. Zumindest für seine Zeit bei Deep Purple trifft das zu. So waren es zuletzt immer Programme mit den größten Hits der britischen Hard Rock-Legende, die ihn auf die Bühne holten.

Ein Meilenstein seiner künstlerischen Tätigkeit war die 2010 gegründete Formation Black Country Communion, der neben Hughes Gitarrist Joe Bonamassa, Schlagzeuger Jason Bonham und Keyboarder Derek Sherinian angehörten. Neben verschiedenen Soloprojekten widmete sich der Sänger und Bassist später der 2012 in Sydney gegründeten australisch-US-amerikanische Hard-Rock-Band The Dead Daisies.

Dass 'The Voice of Rock' ein Vollblutmusiker war, zeigt allein die Tatsache, dass er bei der Auswahl von Musikerkollegen nichts dem Zufall überließ und immer auf gute Begleitmusiker bedacht war.

An dieser Stelle gehen die besten Wünsche der RockTimes-Redaktion für die anstehende Operation sowie gute Genesungswünsche für die Zeit danach an Glenn Hughes, den agilen und längst legendären Musiker.

Glenn Hughes am 4. Mai 2024, Tante JU Dresden. © 2026 | Mario Keim | RockTimes

Über den Autor

Mario Keim

Musikstile: Heavy Rock, Rock, Deutschrock, Hard Rock
Marios Beiträge im RockTimes-Archiv

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>