'Khatru' ist ein Begriff aus dem jemenitischen Arabisch und bedeutet 'wie Du wünschst'. So erklärte das auch Jon Anderson im Zusammenhang mit dem Yes-Song "Siberian Khatru", an den vielleicht manche hier beim Lesen denken.
Andere mögen dabei vor ihrem geistigen Auge einen Dschinn sehen, der aus seiner Lampe kam und das Nennen der drei Wünsche mit dieser Antwort bestätigt. Wobei manchmal die Erfüllung auch negative Auswirkungen haben kann, wenn die Worte nicht weise gewählt wurden. Dann könnte dies als 'Fluch' empfunden werden.
Was genau die Band Curse Of Khatru sich bei der Namensgebung gedacht hat, ist mir nicht bekannt. Die Death Metaller aus Koblenz veröffentlichen nach zwei (digitalen) Singles, "Accepting Fate" und "The Ancient Fear" (beide 2024), im März 2025 ihr namenloses Debüt (am 14.3. digital, am 28.3. auf CD/Vinyl), auf dem beide Songs enthalten sind.
Doch zunächst geht es erst einmal mit einem Intro los, in die ruhigen Klänge mischen sich bald schwere Gitarren und deuten den kommenden Sturm an. Dieser bricht dann los in Form des bereits erwähnten "Accepting Fate". Irgendwie fühle ich mich hierbei an Edge Of Sanity erinnert, was absolut nichts Schlechtes ist. Death Metal mit einer angenehmen, tiefen Stimme, keine zu übertriebenen Growls, kein Gekeife. Die Musik ist hier eher im Midtempo gehalten, aufgelockert durch langsamere, melodische Parts.
Curse Of Khatru meinen, dass sie Death Metal spielen, wie sie ihn mögen,»entfesselt, aggressiv und songorientiert« – ja, das passt. Hier geht es nicht um Geschwindigkeitsrekorde oder darum, möglichst böse zu sein oder ähnliches. Das Ganze ist weder billiges Gerumpel noch hypermodern, amerikanische Einflüsse mischen sich mit schwedischen. Meistens etwas flotter, aber auch mal gebremster, immer wieder kleine Feinheiten (z.B. ein ganz kleiner gesprochener Part in "Grotesque Enigma" und am Anfang von "To Fill A Void") und Variationen, die es zu entdecken gibt (beispielsweise der coole Anfang von "Mexican Service").
Natürlich dominiert die Death Metal-Keule, häufig brettern harte Riffs, dazwischen gibt es harmonische Leads – alles adäquat dosiert und durch die genretypischen Vocals ergänzt. Insgesamt betrachtet bietet "Curse Of Khatru" zwar nichts weltbewegend Neues, ist aber auf jeden Fall gut gemacht und vor allem auch gut gespielt (und mit der passenden ordentlichen Produktion versehen).
So versiert wie Curse Of Khatru klingen, wirkt es unwahrscheinlich, dass es sich hier um komplette Neulinge handelt, die nur zwei Vorabtracks und eine Debütscheibe haben. Die drei verstecken sich jedoch hinter (etwas seltsam wirkenden) Pseudonymen und es wird keine weitergehende Info zu den Musikern geliefert. Diese waren bestimmt schon oder sind gleichzeitig in anderen Bands aktiv.
Oder sie haben sich nach dem Reiben an der Wunderlampe vom Dschinn musikalische Fähigkeiten gewünscht. Wenn das der Fall ist – was ist dann der Haken dabei, der Fluch des Wunsches? Dass sie ihre Identität nicht preisgeben dürfen??
Wie auch immer … das Scheibchen lässt sich gut hören und ist zudem mit einem ansprechenden Coverartwork von Noah Zark versehen. Ist schön düster-atmosphärisch, auch wenn das Logo mal wieder nach 'weiße Fäden einer gepellten Mandarine' aussieht.
Line-up Curse Of Khatru:
KALLE655321 (drums)
Ace Riker (guitars)
4QSAESH (vocals, bass)
Tracklist "Curse Of Khatru":
- Procession [Intro] (1:32)
- Accepting Fate (3:45)
- The Ancient Fear (3:04)
- Grotesque Enigma (3:55)
- Mexican Service (4:30)
- To Fill A Void (3:19)
- Vast Expansion (4:10)
- From Zero (3:34)
- Cut (3:50)
- Humanity Is Lost (4:28)
- The Hunger (3:11)
Gesamtspielzeit: 39:23, Erscheinungsjahr: 2025



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