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Black Rosie / Konzertbericht, 27.02.2026, Goslarsche Höfe, Goslar

Black Rosie / Konzertbericht, 27.02.2026, Goslarsche Höfe, Goslar

Heute Abend war ein Hard’n’Heavy-Programm auf der Hinter-Hof-Bühne der Goslarschen Höfe angesagt. Manche werden jetzt abwinken, schon wieder eine AC/DC-Coverband. Ja, wir haben unzählige Truppen, die den australischen Vorbildern frönen, aber mit Black Rosie steht heute eine Band auf der Bühne, die vor über zwanzig Jahren gegründet wurde. Wer sich so lange in der Szene behauptet, kann ja nicht so "schlecht' sein. Black Rosie ist reine Frauenpower, was in dem Genre auch nicht selbstverständlich ist. Der Name der Band selbst ist eine Hommage an den AC/DC-Klassiker "Whole Lotta Rosie". Leadgitarristin Gaby Neizel gründete die Band 2005 im niedersächsischem Großburgwedel, seitdem sind sie unablässig auf Tour. Die Young-Brüder lieferten das Statement »Oh yeah, great band«, da kann man sich doch drüber freuen. Ich hatte die Mädels zwar schon länger auf dem Schirm, aber es hatte leider terminlich immer nicht funktioniert. Ich freue mich auf einen Gig mit ordentlich viel Rock’n’Roll, der den Hinter-Hof zum Kochen bringen sollte.

Karo

Karo

Das Konzert bestand aus zwei Sets mit einer Gesamtspielzeit von gut zwei Stunden. Die Songauswahl war gut gewählt, bestand sie doch etwa zur Hälfte aus der Bon Scott-Ära (1975 -1980) und aus Nummern, die nicht so oft zu hören sind ("Riff Raff",  "Beatin' Around The Bush). Wobei natürlich die Krachertitel ("Black In Black", "Dirty Deeds" etc.) auch nicht fehlen durften. Luft nach oben ist gegeben, wenn auch Titel der neueren Alben mit ins Boot geholt werden. Der "Rock And Roll Train" war der ’neueste' Song.

Ohne Ansage ging es dann um 20:00 Uhr gleich mächtig zur Sache. Frontfrau Karo hatte das Publikum (ausverkauft, 150 Personen) von Anfang voll im Griff und konnte auf ein gutes Feedback zählen. Karo und Gaby verließen öfter mal die Bühne, den Sendern sei Dank. Wobei Karo bei "Live Wire" zur Freude des Auditoriums plötzlich auf dem Tresen weiter sang. Starke Performance!

Alle Nummern wurden kompetent und energiegeladen rübergebracht, da gab es wirklich fast nichts zu mäkeln. Der Gesang kam allerdings im ersten Set etwas dürftig rüber, das wurde im zweiten Set besser. Der Sologitarre fehlte etwas Biss und war zu leise mit zu viel Höhen, so jedenfalls meine subjektive Wahrnehmung.

In Ermangelung eines Dudelsackes griff Karo bei "It’s A Long Way To The Top" zum Kazoo. Man muss sich nur zu helfen wissen. Dieser Einfall wurde wieder mit viel Beifall belohnt. "Back In Black" war gerade verklungen, da verließen die Musikerinnen die Bühne um Dajana die Gelegenheit zu einem Drumsolo zu geben und sie nutzte die Zeit um sieben Minuten lang ihr Drumset nach allen Regeln der Kunst zu 'Verdreschen', es war eine Freude ihr unter lautem Gejohle auf die Finger zu schauen. Ganz prima gemacht!
Mit "TNT" wurde die Schlussphase eingeläutet und somit wurde das Auditorium auf den Plan gerufen, um noch eine Zugabe zu erklatschen. Die Musikerinnen ließen sich auch nicht lange bitten und kamen zurück on stage um den Gig mit den wohl bekannten AC/DC-Songs "Whole Lotta Rosie" und "Hells Bells" zu beenden.

Frontfrau Karo Blasek drückte mit ihrer kraftvollen Rockröhre den Nummern ihren eigenen Stempel auf und legte eine tolle Bühnenperformance hin. Auch Dajana Berck machte einen prima Job, die Trommlerin lieferte mit ihren knalligen Drums zusammen mit Bassistin Jeanine Langgemach ein solides Fundament für Gabys druckvolle Gitarrenpassagen. Natalie Palsa spielte ihre Rhythmusgitarre souverän locker, ganz im Stile von Malcolm Young. Gabys Sololäufe auf ihrer weißen Gibson SG konnten sich ebenfalls sehen (hören) lassen, prima Soli ohne Frickeleien.

Dieses Konzert strotzte vor Energie und Authensität, mit kräftigen Gitarrenriffs und einer starken Bühnenperformance. Alle Beteiligten hatten sichtlich jede Menge Spaß.

Vielen Dank an Gaby für das nette und informative Gespräch backstage vor dem Auftritt. Ich bedanke mich bei Holger Pape für den (Sitz-)Platz auf der Gästeliste.

Line-up Black Rosie:

Karolina Blasek (lead vocals, kazoo)
Gaby Neizel (lead guitar, backing vocals)
Natalie Palsa (rhythm guitar, backing vocals)
Dajana Berck (drums)
Jeanine Langgemach (bass, backing vocals)

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2026 | Jürgen Berking | RockTimes

Über den Autor

Jürgen Berking

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