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Dark Bottle/Endstelle – Konzertbericht, 29.09.2026, Griether Hanselädchen, Kalkar-Grieth

Am 29. September 2026 machten Dark Bottle und Endstelle Station im Griether Hanselädchen, Kalkar-Grieth.
Dark Bottle kommt aus Finnland und hat sich unter anderem Psychedelic Country, Alt. Punk und Stoner Rock auf die Fahne geschrieben.
Das Quartett aus Tampere brachte in der Vergangenheit so einige Veröffentlichungen auf den Markt.
Dazu gehören unter anderem die EP "Badger 2016" sowie die Alben "Five Dollar Pizza" (2016), "Pimeä Pullo" (2019), Krautbilly Freakout (2020) oder "Don Jää Eläkkeelle – Live In Vastavirta" (2024).
Auf "Krautbilly Freakout" war Dr Space mit von der Partie und beim Øresund Space Collective-Album Espaço 3 befand sich das Dark Bottle-Mitglied L. Don Ōkami im Line-up.
Das Quartett Endstelle stammt aus Werne (Kreis Unna) und wurde 2024 vom Schlagzeuger Hagen Beinert und Jari Weber (Gesang, Rhythmusgitarre) ins Leben gerufen. Die noch junge Band steht für Post Punk sowie Alternative-/Indie Rock.

Endstelle

Enstelle im September 2026 im Griether Hanselädchen

Enstelle im September 2026 im Griether Hanselädchen

Für den Endstelle-Mitbegründer Hagen Beinert saß Henrik Hase am Schlagzeug und nach 42 Minuten wusste das Publikum, warum man dieses Quartett ins Herz geschlossen hatte. Ein sehr überzeugender Gig, durchflutet von alternativem Rock, Indie Rock und einer Prise Punk waren die musikalischen Markenzeichen von Endstelle.

Kurzes Henrik Hase-Drum-Intro im Marsch-Modus. Dann ging schon im ersten Track mit dem Titel "VAEVZ" die Endstelle-Post ab. Harter und heftiger Alternative Rock sowie intensiver Jari Weber-Gesang machte die Runde im Griether Hanselädchen und schon war man bei "Transparent" bester Laune. Voller Energie zupfte Felix Jeismann die dicken Saiten seines staubtrocken klingenden Tieftöners.

Zwischen Melancholie und Melodie. "Flügel aus Beton", eine hinreißende Ballade aus dem Endstelle-Song-Köcher, auch gekennzeichnet durch eine variable Dynamik. Lead-Gitarrist Thore Engelen gab dem Lied durch den Einsatz eines elektronischen E-Bows Streicherklänge und sorgte für einen Gänsehaut-Zauber.

Auch Coversongs hatte das Quartett zu bieten.
Da gab es zunächst einen gekonnt-eigenwilligen Ausflug in Richtung NDW. Beim Publikum wohlbekannt, präsentierte Endstelle ihre eigene Version des Ideal-Hits "Eiszeit". Am Ende doppeltes Riffing aus zwei E-Gitarren.
"Zeit verschenkt". Nicht nur Intro und Outro von Felix Jeismann stellten den Bassisten hier in den Vordergrund.

Groove, Groove, Henrik Hase. Abermals eine günstige Gelegenheit zum Tanzen bot "Sha Sha Sha", einem Song der irischen Post Punk-Band Fontaines D.C. Auch hier sorgte der ganz persönliche Charakter von Endstelle dafür, dass man pure Freude an deren Interpretation hatte.
Die Begeisterung des Publikums mündet in Rufen nach einer Zugabe. In besondere Freude versetzt wurde Ingmar Kerkhoff, der für die Hanselädchen-Sessions die Auswahl der Bands vornimmt, denn auch bei "Charlotte Sometimes" von The Cure zeigte Endstelle ihr überaus gutes Interpretations-Können.
Viele Becken-Klänge servierte Drummer Henrik Hase in "Freu dich", einer weiteren Eigenkomposition, gekrönt von einem der vielen herrlichen Thore Engelen-Soli.
Es war erst das dritte Konzert von Endstelle.
Der überzeugende Gig lässt das Quartett in eine hoffnungsvolle Zukunft blicken.
Vielleicht ist ja irgendwann ein weiterer Auftritt im Griether Hanselädchen drin.


Line-up Endstelle:

Jari Weber (vocals, rhythm guitar)
Thore Engelen (lead guitar)
Felix Jeismann (bass)
Henrik Hase (drums)


Dark Bottle

 

Dark Bottle im September 2026 im Griether Hanselädchen

Dark Bottle im September 2026 im Griether Hanselädchen

Nach der Umbaupause stand die finnische Formation Dark Bottle in den Startlöchern.
Im Laufe der 76 Minuten bot das Quartett eine bunte Mischung von Songs aus dem bereits weiter oben gelisteten "Krautbilly Freakout" und dem neuen Album "Ain’t No Country", das L. Don Ōkami für das nächste Jahr ankündigte.

Die Stimmung beim Publikum ging sofort steil als die Combo mit "Don’t Go Alone To The Hole In The Ice" den Gig durch Janne Similäs flottem Groove, einer hinlangend riffenden E-Gitarre von Teemu Kiiskilä, einem L. Don Ōkami auf einer Box-Gitarre, dessen Korpus aus einer rechteckigen Metallschachtel bestand, und dem treibenden Bass von Jyri Piekäinen eröffnete. Erster Track, erstes Highlight.

Gleich danach der zweite Song aus der bevorstehenden Veröffentlichung. Für "Wonderboy" übernahm Teemu Kiiskilä die Lead Vocals und für das im Blues Rock verortete Stück brachte man das Bottleneck zum Glühen. Im Laufe des Auftritts setzten sowohl L. Don Ōkami als auch Teemu Kiiskilä das Metallröhrchen ein.

Für "The Sun Only Shines When I Leave" wechselte der Bandleader von der Box-Gitarre zum Banjo und sang mit einer für die vielseitige Dark Bottle-Musik flexiblen Stimme. Gemeinsam mit Teemu Kiiskiläs sowie Jyri Piekäinens Chorstimmen sorgte der Gesang für einen besonderen Prickel-Faktor.

Weitere Songs machten verdammt neugierig, beste Werbung für das noch ausstehende Album "Ain’t No Country".
Die Musik von Dark Bottle war ein Dauerbrenner in Sachen Tanzen. So auch "Bella Ciao/Loldiers Of Odin", einer Polka mit italienischen Lyrics, zwei fetzigen Banjo-Soli und jede Menge guter Laune beim Publikum.

Wenn es passte, wie zum Beispiel bei "Thoughts & Prayers", verschärfte Janne Similä den Hochgeschwindigkeits-Rhythmus durch Double Bass-Action. Teemu Kiiskiläs Solo-Fahrt schraubte sich in Richtung Wolkendecke. Ausgiebig zelebrierte man das Track-Ende. Bei dieser Alternative Country-Nummer war auch die Fußwippe einer Belastungsprobe ausgesetzt. Als Show-Einlage stattete Teemu Kiiskilä dem Publikum einen Besuch ab.

Die Stimmbänder hatten Pause. Das Instrumental "Kink Instability" kehrte auf beeindruckende Art die psychedelische Seite der Dark Bottle-Musik heraus. Heftig sphärische E-Gitarre und ein Banjo-Alleingang bei zurückgenommener Begleitung machten auch ohne Worte Furore.

"Slow Ballade Of A Very Sad Man" wurde als Ballade angkündigt. Naja, zu Beginn traf das zu. Im Laufe des Songs mündete die Komposition dann in einen Dark Bottle-Rock mit Wah Wah-Pedal-Einsatz sowie tief pumpendem Jyri Piekäinen-Bass.
Zurück zu "Krautbilly Freakout". "Die Bibliothek von Babel". Zunächst eine sphärisch-verträumte Ballade mit deutschem Text, die schließlich einem unvorhergesehenen, plötzlichen Vulkanausbruch gleich kam. Highlight!

Dann "Natsit Pois" (Nazi weg). L. Don Ōkami schulterte die Dobro und streifte das Bottleneck über. Gemeinsam mit Teemu Kiiskilä gab es energetische Saiten-Aktionen. Wow! Das L. Don Ōkami-Solo war schließlich eine ganz wilde, von puren Emotionen geleitete Metallröhrchen-Fretboard-Fahrt. Super!
Heavy Alternative Country Rock mit Psychedelic als Lautmalerei. "Dark Botttle", ein Song mit einem überwältigenden Drummer Janne Similä.

Auch das finnische Quarett hatte Coversongs in der Setlist. So kam Woody Guthries "Facists Bound To Lose" als infizierender Country Punk daher und "Copkiller" von Body Count feat. Ice-T war ein Teemu Kiiskilä-Slide-Festival und löste dabei die Dramatik der Dark Bottle-Version auf.
Schließlich ging es bei der "Failed State"-Zugabe ein letztes Mal in die Vollen.

Das Konzert von Dark Bottle im Griether Hanselädchen war ein Hochkaräter.
Die Abwechslung bei den verschiedenen Genres war ein hochklassiger Genuss.
Bei diesem Doppelkonzert sorgte Oliver Schupp für einen klasse Sound.

Wir bedanken uns bei Ingmar Kerkhoff für den Platz auf der Gästeliste.
Am 02. Oktober wird die Rock-Coverband Beaker’s Revenge im Griether Hanselädchen, Kalkar-Grieth erwartet.

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2026 | Joachim Brookes | RockTimes


Line-up Dark Bottle:

L. Don Ōkami (vocals, banjo, Dobro, box guitar, slide guitar)
Teemu Kiiskilä (vocals, guitar, slide guitar)
Jyri Piekäinen (bass, vocals)
Janne Similä (drums)

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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