Die unmenschliche Herrschaft begann 2011 in Berlin. Nach einem Demo und einer EP kroch 2016 "Ascending From Below" aus dem Death Metal Untergrund. 2020 folgte "Descending Upon The Oblivious". 2025, mit leichter Verspätung zum bisherigen Veröffentlichungsrhythmus, dann das dritte Werk "Dawn Of A Malefic Dominion".
Dieses beginnt (dämmert) mit einem kurzen Intro, bei dem Stimmen mit stampfendem Metal unterlegt werden. Nach gut einer Minute ist das vorbei, der Tag fängt an und es geht los mit Death Metal amerikanischer Prägung – trotz deutscher Herkunft.
Es poltert also ordentlich drauflos, doch nicht planlos, sondern versiert und mit melodischen Leads, die einen Kontrast zu den tiefen Growls bilden, was dann in Richtung Morbid Angel denken lässt. Diese haben seit 2017 kein Album mehr veröffentlicht, und die letzten waren zudem nicht mehr so stark wie die Klassiker. Daher ist es willkommen und gut, wenn nun Bands wie Dehuman Reign diese Lücke füllen, wobei diese nicht nur nach genannter Truppe aus Florida klingen, also keineswegs eine Kopie sind, sondern verschiedene (amerikanische) Death Metal-Einflüsse verarbeiten.
Das gelingt ihnen gut. Die Stücke sind meistens flott, aber nicht hyperschnell, werden manchmal auch durch einen gebremsten Part aufgelockert, um gleich darauf wieder heftiger zuzuschlagen. Das Ganze ist brutal und trotzdem sauber gespielt. Es knallt fast schon unmenschlich, die Musiker beherrschen ihr Metier, das 'Malefic Dominion'. Wenn es hier heißt "Let Chaos Reign", dann ist dieses gelenkt, die losgelassenen Dämonen unter Kontrolle.
Die fette und dennoch differenzierte Produktion gibt allen Instrumenten und der Stimme den nötigen Raum im richtigen Verhältnis, lässt zudem alle Feinheiten erkennen. Alles sitzt und passt, ohne unnötige Lücken oder Schwachstellen.
Dennoch gibt es kleine Kritikpunkte: So gut Dehuman Reign auch sind, sie heben sich meinem Empfinden nach leider nicht genug von anderen Bands ab, haben etwas zu wenig Alleinstellungsmerkmal. Trotz starker Songs und gelungen gestalteten Strukturen, die immer mal Variationen bieten, bleibt hier recht wenig hängen.
"Dawn Of A Malefic Dominion" ballert mehr als solide aus den Boxen, sollte Anhänger von amerikanischem (brutalem) Death Metal mindestens zufrieden stellen, wenn nicht sogar begeistern. Das ruhige, unheimlich gestaltete Outro rundet (zusammen mit dem Intro) die Scheibe ab
Auch das Covermotiv von Mitchell Nolte mit den Monstern wirkt stimmig und ergänzend, ebenso die Gestaltung des Booklets und die genretypischen Lyrics. Dehuman Reign arbeiten ohne Zweifel auf hohem Niveau.
Mein bereits oben erwähnter Kritikpunkt mit der mangelnden Besonderheit sollte niemanden abschrecken, die Scheibe als Knaller zu empfinden, denn sie knallt wirklich, und die 'Morgendämmerung einer bösartigen Herrschaft' zu feiern – der Titel passt wirklich wie die Faust aufs Auge.
Line-up Dehuman Reign:
Rouven (bass)
Totte (drums)
Tesk (guitars)
Ulf Binder (guitars)
Alex (vocals)
Gast-Soli:
Lukas Haidinger (- #6)
Sebastian Ankert (- #10)
Tracklist "Dawn Of A Malefic Dominion":
- The Invasion (1:10)
- Cursed To Feed On Flesh (4:45)
- Let Chaos Reign (3:46)
- Opium (4:12)
- Inclusio Fetalis (4:42)
- Post-Traumatic Suicide Syndrome (3:51)
- Heretic (4:59)
- The Ancient Enemy (5:15)
- An Envoy From The In-Between (4:16)
- Preparing Armageddon (4:44)
- Des Geistes Störung (1:38)
Gesamtspielzeit: 43:24, Erscheinungsjahr: 2025



Neueste Kommentare