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Elie Zoé – Shifting Forms

Elie Zoé – Shifting Forms

Den Musiker Elie Zoé lernte ich durch frühere Veröffentlichungen mit dem Namen Emily Zoé kennen, und nun ist ein neues Kapitel aufgeschlagen worden mit der Veröffentlichung "Shifting Forms". Denn Emily hat sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen und firmiert fortan unter dem Namen Elie Zoé. Und bereits beim ersten Song fällt die Veränderung der Stimmlage auf. So ist zu lesen, dass Elie sich Ende 2023 dazu entschloss, eine Tournee abzubrechen, weil er alle Songs um mehrere Töne tiefer transponieren musste.

Nun, musikalisch mag das sicher nicht unbedingt seinen Niederschlag gefunden haben, denn im Gegensatz zu den letzten Aufnahmen ist auch die Instrumentierung gleichgeblieben, im Trio-Format weiterhin. Louis Jucker als wesentlich prägender Musiker blieb, nur der Schlagzeuger wurde gewechselt. Sehr am Indie-Pop mit dem einen oder anderen deftigen Rockeinschlag orientiert sich die Musik, doch auch wieder sanfte Töne hielten Einzug wie mit "Dormant Plants". Und hier wie auf einigen anderen Stücken kommt die harmonische Ausrichtung sehr gut zum Tragen. Im Übrigen ist dieser Track auch mein Favorit aufgrund der Tatsache, dass als Gast Sara Oswald mit ihrem Cello eingesetzt ist, schade, leider nur auf diesem einzigen Titel.

Luc Hess als Schlagzeuger stellt für mich auch eine wichtige Rolle dar, weil er mit seinem punktgenauen Drumming den Rhythmus sehr akzentuiert, und dabei noch den gewissen Groove und Swing einbringt. Der Protagonist bringt mit dem Pianospiel auf "Pale Eyes" eine angenehme Ruhe in den Song, und interessant ist, wie er nun die ’neue' Stimme nutzt, und gleichzeitig die 'alte' einsetzt mit hohem Gesangsanteil, auch ein sehr interessantes Stück.

"Change My Name", das ist klar, wir wissen, worum es hier geht: »Make Some Holes In My Brain To See The Light«Zoé singt hier von Verlust und den Befürchtungen, wie die Umwelt mit der Umwandlung umgehen mag, sogar die Angst darum, die Eltern zu verlieren. Dargestellt wird es mit einer dicken Portion Dramatik, fetzigem Gitarreneinsatz. Die ganze Stimmung beschreibt die Gefühle sehr treffend, so empfinde ich es, diese Zerrissenheit, diese Ungewissheit, für den Protagonisten wohl eine wichtige, hier umgesetzte Botschaft, und genau das kommt sehr glaubwürdig!

Insgesamt mag zwar die Musik relativ gleich angelegt sein, doch spüre ich hier eindeutig eine neu aufkeimende Frische und mehr Druck und Ausdruck in den neuen Songs, auch ist mehr Abwechslung vorhanden. Abschließende Worte will ich Elie Zoé überlassen: »"Shifting Forms" ist aus dem Bedürfnis geboren, meine Beziehung zu meiner Stimme – und zur Welt – neu zu definieren«.


Line-up Elie Zoé:

Elie Zoé (vocals, all guitars – #1,2,4, 6-8), piano – #1,3,5,7, bass guitar – #2,6, Rhodes – #1,9, synths – #3,6,8, Casiotone key – #5, Moog – #6, organs – #9)
Luc Hess (drums – #1-4, 6-9)
Louis Jucker (oscilloscope – #2,8), bass key – #3,4, Casio keys – #4, organs – #6, cello – #7, synths – #8, Moog – #9, noises and dubs – #8,9, bats – #9)
Sara Oswald (cello – #3)

Tracklist "Shifting Forms":

  1. Devour The Sun
  2. The Whole Of The Moon
  3. Dormant Plants
  4. Contact Zone
  5. Pale Eyes
  6. Change My Name
  7. Think Like A Mountain
  8. Shifting Forms
  9. How We Break

Gesamtspielzeit: 42:42, Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Wolfgang Giese

Hauptgenres: Jazz, Blues, Country
Über mich: Althippie, vom Zahn der Zeit geprägt, offen für ALLE Musikstile
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Mail: wolfgang(at)rocktimes.de

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