Nach der Januar-Ausgabe vom Bikkel Blues waren am 01. März 2026 Fat Harry & The Fuzzy Licks sowie die Luca Holkenborg Band zu Gast in Vlierden.
In einer freien Übersetzung aus der in niederländischer Sprache verfassten Bikkel Blues-Konzertankündigung geht bezüglich Fat Harry & The Fuzzy Licks unter anderem hervor, dass deren auf dem Blues basierende Musik durch Soul, Funk und R&B angereichert wird. Durch ihre musikalische Vielschichtigkeit haben Fat Harry & The Fuzzy Licks als Tourband bereits mit Preston Shannon, Kat Riggins, Taildragger, Joey Gilmore, Super Chikan oder Lurrie Bell zusammengespielt. Am 31. Oktober 2025 brachte die Band "Zero Ten Alley", auf dem auch Joe Louis Walker zu hören ist, auf den Markt.
2017 besuchte Luca Holkenborg zusammen mit seinem Opa ein Dana Fuchs-Konzert. Danach stand für ihn fest, dass er Blues-Musiker werden wollte.
Als er zwölf Jahre alt war, stand er bei der Southern Blues Night mit John Primer auf der Bühne und spielt zum ersten Mal vor Publikum. 2024 schloss er sich der Band Mojo Hand an. Fünfzehnjährig erhielt er von der Dutch Blues Foundation den Award als »[…] Jong Blues Talent 2024 […]«.
Mit sechzehn Jahren formierte er mit Bassist Theo Jacobs und Johan van Lanen (Schlagzeug) die Luca Holkenborg Band.
Nach der Begrüßung und Ansage der Luca Holkenborg Band von Johan Philipsen (auch Southern Blues-Rock Band) startete das Trio um den erst sechzehnjährigen Luca Holkenborg mit dem Instrumental "Scuttle Buttin'", das Schlagzeuger Johan van Lanen mit einem kurzen Drum-Intro einleitete. Die Stevie Ray Vaughan-Nummer brachte ziemlich schnell die Erkenntnis, dass in Luca Holkenborgs noch so jungen Adern bereits eine große Menge Blues-Blut floss.
Zweifellos ein Fan von Stevie Ray Vaughan rief man mit "Lenny" einen weiteren Song des Texas-Bluesers auf und bei dieser Highlight-Ballade war Ausruhen für die Ohren angesagt. Symbolisch drückte Luca Holkenborg dies aus, indem er sich während seines ausdruckstarkem Spiels auf den Bühnenrand setzte. "The Sky Is Crying" schraubte weiter an der Highlight-Spirale.
In "Wish You Would" präsentierte sich Johan van Lanen auf Solo-Pfaden und dieses Stück prägte eine herrliche instrumentale Passage mit einem tollen Gitarren-Einsatz.
Die Familie des Frontmannes war auch anwesend und den "Backstreet Blues", in infizierendem Chicago-Shuffle gebettet, widmete Luca Holkenborg seinem bereits weiter oben erwähnten Opa, der sich ebenfalls im Publikum befand.
- Luca Holkenborg (vocals, guitars)
- Theo Jacobs (bass)
- Johan van Lanen (drums, backing vocals)
Seine bemerkenswerten Fähigkeiten und Fertigkeiten waren auch die Basis für einen weiteren Slow Blues der Marke Highlight. "Out Of My Mind", unter anderem bekannt durch Rory Gallagher oder John Mayer, reflektierte auf bestechende Weise das beachtliche Feeling dieses heranwachsenden Musikers, der sich mit Haut und Haaren dem Zwölftakter verschrieben hat und in Bassist Theo Jacobs sowie Johan van Lanen einen großen Rückhalt hatte.
Ein Genuss, wie Luca Holkenborg den Track mit Streicherklängen verfeinerte. Die nächste junge Blues-Generation befindet sich in den Startlöchern.
Das Zusammenspiel des Trios sorgte für Eindruck, obwohl die drei Musiker, laut Lucas' Vater, erst fünf oder sechs Gigs hinter sich hatten.
Bei diesem gut besuchten Doppelkonzert spendierte das Publikum nach jedem Solo-Part und am Ende der Songs reichlich Beifall.
Allerdings schoss in den fünfundachtzig Minuten der Puls auch hoch, als zum Bespiel John Lee Hookers Klassiker "Boom Boom" angesagt war. Diese Nummer, mit einem Super-Groove der Rhythmus-Abteilung versehen, wurde mit der jugendlichen Frische eines Luca Holkenborg auf besonders individuelle Art interpretiert. Beide Daumen hoch. Damit nicht genug. Der "Boogie Funk" ließ aufhorchen, weil der Bandleader hier mit einer ganzen Bandbreite an Boogie-Variationen aufwartete. Super!
Mit phasenweise Bass und Gitarre im Gleichklang tauchte man den Don Nix-Song "Going Down" in feuriges Funk-Terrain. Luca Holkenborg kreierte viele Klang-Variationen und bei diesem Klassiker brachte er durch das Wah Wah-Pedal einen verschärften Funk-Effekt ins Spiel.
Die Power der "Catfish"-Zugabe mit psychedelischen Anleihen brachte das Kabel zwischen Gitarre und Verstärker förmlich zum Glühen.
Die Luca Holkenberg Band brachte den Blues-Nachmittag in der Location so richtig in Schwung. Ausgewählte Blues Rock-Songs und Zwölftakter-Balladen sorgten für eine tolle Stimmung beim Publikum.
In dieser Frühform seines Werdegangs werden wir wohl noch oft von ihm und seiner Band begeistert sein.
Line-up Luca Holkenborg Band:
Luca Holkenborg (vocals, guitars)
Theo Jacobs (bass)
Johan van Lanen (drums, backing vocals)
Kurz nach 17:00 Uhr. Showtime für Fat Harry & The Fuzzy Licks.
Funk, Soul und R&B verfeinerten den Blues/Blues Rock der Band. Ja, und dann war da auch noch der Jazz, den David G. Franco auf seinem E-Piano und Boris van der Lek mit seinem glänzenden Saxofon in ihren Soli kredenzten.
Die fünfköpfige Combo spielte unter anderem sechs Songs aus dem Ende Oktober 2025 auf den Markt gebrachten Album "Zero Ten Alley".
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war nicht absehbar, dass Joe Louis Walker, der in dem Track "I’m Gonna Leave You" singt und Gitarre spielt, am 30. April 2025 verstarb. Fat Harry & The Fuzzy Licks hatte eine Tour mit dem amerikanischen Musiker in Planung.
Vollkommen verständlich, dass die Formationen diesen Song Joe Louis Walker widmete. Soli von Tastenmann David G. Franco sowie Saxofonist Boris van der Lek rundeten den tollen Eindruck dieses Tracks ab.
Mit ihrem einhundertminütigen Gig sorgte das Quintett um den Frontmann Fat Harry für hervorragende Stimmung beim Publikum.
Soli vom Gitarristen, Bassisten, Keyboarder sowie Saxofonisten befanden sich in so etwas wie einer Dauerrotaion. Sie schufen eine farbige Welt aus beeindruckenden Fantasien.
- Fat Harry Dorth (vocals, guitars, slide guitar)
- David G. Franco (keyboards)
- Boris van der Lek (saxophone)
- Remko Deijl (bass)
- Jacco van den Heuvel (drums, backing vocals)
Los legte die Formation mit dem instrumentalen Opener "Overall Junction".
Da loderte schon das erste Blues-Feuer und bei dem funkigen "Ignorant Wall" züngelten die Flammen weiter.
Bezüglich "Swear I Could Hear You" kam es zu einer weiteren Widmung. Man gedachte dem kurz nach den "Zero Ten Alley"-Aufnahmen verstorbenen Saxofonisten Jan de Ligt, den RockTimes 2019 beim Blues in Zyfflich in der Band von Kat Riggins live erleben durfte.
Für die zuletzt genannte Nummer wechselte Fat Harry zur schwarzen Dobro und griff zum Bottleneck. Die Slide-Sounds verbreiteten traditionelles Blues-Feeling in der Location und für "Slippin' And Slidin'" von Johnny Littlejohn wanderte das Bottleneck ein weiteres Mal über die Saiten einer schneeweißen E-Gitarre. Im Medley mit "Tell Me" gab es in dieser Chicago South Side-Nummer mächtig viel Jacco van den Heuvel-Drum-Groove und jazzige E-Piano-Läufe von David G. Franco. Highlight!
Ein Saxofon-Solo, perlende Piano-Töne, die wie Tau von Kleeblättern tropften, jazzige Tastenläufe, funky Gitarren-Licks und ein cool groovendes Remko Deijl-Bass-Solo machten "All Of His Life" zu einem weiteren Konzerthöhepunkt.
Häufig zog David G. Franco nicht nur durch seine sphärischen Klänge die Aufmerksamkeit auf sich. Wenn er auf den schwarzen und weißen Tasten der Hammond loslegte, war Faszination angesagt. Beim E-Piano stand häufig der Jazz im Vordergrund der Alleingänge.
Boris van der Lek hatte nicht nur ein Herz für den Blues, sondern auch er spielte auf seinem Holzblasinstrument zum Teil feurigen Jazz. Der "Feel Good Blues" erfüllte schon alleine vom Songtitel her die Wünsche und der Bandleader kam dem Publikum bei seinem Spaziergang durch das Auditorium ganz nahe.
Der Gig glänzte durch die Ausgewogenheit von flott-rockenden Nummern und Balladen, die zum Niederknien war.
Fat Harry konnte durch seine Stimme punkten. Hier und da sang Drummer Jacco van den Heuvel im Chor mit dem Frontmann. Überhaupt war man bei der Energie des Schlagzeugers und dem melodiösen Bass-Spiel von Remko Deijl voll des Lobes.
In der "Fine Brown Woman"-Eigenkomposition rückte Fat Harry mit seinem über den gesamten Gig gezeigten großen Können ein weiteres Mal in den Vordergrund. Ein großes Finale beendete die Nummer und nach einer weiteren emotional-funky Achterbahnfahrt in Johnny Adams "Body And Fender Man" krönten Fat Harry & The Fuzzy Licks ihren Auftritt beim Bikkel Blues mit der vielsagenden Albert King-Nummer "I Got The Blues".
Die Band aus Rotterdam setzte eine Vielzahl von ganz unterschiedlichen Blues-Akzenten und Ausrufezeichen.
Fat Harry & The Fuzzy Licks führten dem Publikum vor Augen, wie vielseitig und -schichtig der Zwölftakter sein kann.
Hat off, Boris, David, Fat Harry, Jacco und Remko!
Zu einem gelungenen Konzert gehört auch ein guter Sound und so geht ein Dank an Mies Sleegers von msm music services.
RockTimes bedankt sich bei Leo Gabriëls für den Platz auf der Gästeliste.
Am 17. Mai werden die Clemens van de Ven Band und die JPK Band beim Bikkel Blues erwartet.
Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2026 | Joachim Brookes | RockTimes
Line-up Fat Harry & The Fuzzy Licks:
Fat Harry van Dorth (vocals, guitars, slide guitar)
Jacco van den Heuvel (drums, backing vocals)
David G. Franco (keyboards)
Remko Deijl (bass)
Boris van der Lek (saxophone)

















































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