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Helloween "40-Jahre-Tour" – Konzertbericht, 22.11.2025, Schleyerhalle, Stuttgart

Ein Marathonlauf führt über 42,195 Kilometer. Wolle man zum Vergleich die Distanz auf Bandjahre übertragen, dann hätten Helloween die Ziellinie unmittelbar vor Augen. Doch Hand aufs Herz: Nach dem furiosen Finale der 40-Jahre-Tour am 22. November 2025 in der Schleyerhalle in Stuttgart kann von Karriereende und dem damit verbundenen Zielleinlauf keine Rede sein.

Die aktuelle Herausforderung, die Europatour zum 40. Bandgeburtstag, haben die 'Kürbisköpfe' glanzvoll gemeistert. Nach den jüngsten Veröffentlichungen, der Reunion an sich und dem gesamten Karriereverlauf durfte man einiges erwarten. Wie sich aber die Band im Verlauf der über zweistündigen Show präsentierte, war grandios und jenseits aller Erwartungen. Die siebenköpfige Formation zeigte sich als große Familie, spielte einen Mix aus allen alten und neuen Stücken – Lieder aus allen Jahrzehnten. Dazwischen gab es genügend Spielraum für Emotionen und Erinnerungen.

Ein starkes Duo: Michael Kiske (links) und Andi Deris

Ein starkes Duo: Michael Kiske (links) und Andi Deris

Ein Markenzeichen, das fast den gesamten Abend ausmachte: Zwei Sänger, aber eine unzertrennbare Einheit: Andi Deris und Michael Kiske waren oft gemeinsam als Duett auf der Bühne und dem angrenzenden Laufsteg zu erleben. Fast schon ein Alleinstellungsmerkmal. Im Review zum aktuellen Album Giants & Monsters heißt es bei RockTimes:  »Was uns antreibt, ist auch die Tatsache, dass wir extrem unterschiedlich sind. Das erzeugt kreative Energie«, erklärt Michael Weikath. »Und wenn es doch mal Probleme gibt, verbinden uns Leidenschaft und Humor. Wir versuchen, uns und das Drumherum nicht allzu ernst zu nehmen«, ergänzt Kai Hansen, ehe Sänger Andi Deris zusammenfasst: »Am Ende sind wir einfach sieben Typen, die Musik machen wollen und die unvergleichliche Kraft genießen, die entsteht, wenn wir zusammen sind. Helloween ist mächtiger als die Summe seiner Einzelakteure.«

Sascha Gerstner (links) und Markus Grosskopf

Sascha Gerstner (links) und Markus Grosskopf

Genau diese Worte treffen gleichzeitig auf das Konzert zu, das ein emotionaler Rundumschlag war. Eine Band in Hochform, das in jeder Hinsicht. Auch die vergleichsweise jüngere Fraktion mit Gitarrist Sascha Gerstner und Schlagzeuger Dani Löble brillierte. Sie zeigten ebenfalls eine überdurchschnittliche Vorstellung. Kai Hansen (Gitarre, Gesang), Michael 'Weiki' Weikath (Gitarre) und Markus Grosskopf (Bass) als drei Gründungsmitglieder runden die beispiellose Geschichte um Helloween ab.

Es war ein denkwürdiges Konzert, beinahe als ultimative Einstimmung auf die jetzt beginnende besinnliche Weihnachtszeit. Dazu passte ebenso der Auftritt der finnischen Band Beast In Black.

Die 2015 von Sänger Anton Kabanen gegründete Formation empfahl sich damit für ihre eigene Tour. Diese führt die Finnen im Oktober und November 2026 in mehrere deutsche Städte. Der Power Metal passte so recht zum Headliner. Auch der Support Beast In Black überzeugte in jeder Beziehung. Die fünf Musiker spielten wie entfesselt und ließen nichts anbrennen. Dabei waren sie nach einer kurzfristigen Umbesetzung mit Daniel Freyberg (Crownshift, ex-Children Of Bodom) auf der Gitarrenposition unterwegs. Der Spielfreude tat dies keinen Abbruch. Beast In Black – ohne Fehl und Tadel.

Ein herzliches Dankeschön sagt RockTimes Vanessa Christodoulou von RPM/ Perception und an Ute Kromrey für den Platz auf der Gästeliste und die Fotoakkreditierung.

Impressionen des Abends:

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2025 | Mario Keim | RockTimes


Line-up Helloween:

Michael Kiske (vocals)
Andi Deris (vocals)
Kai Hansen (guitar, vocals)
Michael 'Weiki' Weikath (guitar)
Sascha Gerstner (guitar)
Markus Grosskopf (bass)
Daniel 'Dani' Löble (drums)

Über den Autor

Mario Keim

Musikstile: Heavy Rock, Rock, Deutschrock, Hard Rock
Marios Beiträge im RockTimes-Archiv

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