Keep Playing – Tour
Zum wiederholten Mal macht die Henrik Freischlader Band (HFB) im Kulturkraftwerk in Goslar Station. Henrik Freischlader steht seit 2006 'unter Beobachtung' unseres Online-Magazins RockTimes.
Sein erstes Album, The Blues, erschien in diesem Jahr und seitdem ist er dem deutschen Blues-Publikum gut bekannt. Ich sah ihn zum ersten Mal 2008 in der Bluesgarage in Hannover und war überzeugt, dass man von diesem Gitarristen noch einiges zu erwarten hat. Nachdem viel zu frühen Tod von Keyboarder Moritz 'Mr. Mo' Fuhrhop im letzten Jahr, hat Hendrik eine neue Band zusammengestellt. Schlagzeuger Leon Mucke und Multiinstrumentalist René Pütz (spielte schon 2002 mit Henrik) am Tieftöner stehen heute mit ihm auf der Bühne des KKW. Die Websites der beiden sind sehr informativ und weisen auf eine beeindruckende Vita hin. Ich bin sehr gespannt auf den heutigen Gig, zumal das Keyboard fehlt, an das man sich in den letzten Jahren so gewöhnt hatte.
20:00 Uhr Showtime, das KKW ist rappelvoll (270 Leute) – ausverkauft, das sieht man gerne. Nach der Begrüßung von Renate Luksch vom Kulturkraftwerk bestieg eine sichtlich gut gelaunte Band die Bühne und begann mit "The Blues", einem Titel vom ersten Album. Es ist schon Tradition mit dieser Nummer das Konzert einzuläuten und auch "Disappointed Women" gehört mit zum Standard.
Überwiegend wurden im heutigen Konzert, das aus zwei Sets bestand, Titel aus den älteren Alben ("The Blues" und Recorded by Martin Meinschäfer) gespielt. Alle Stücke bestachen durch eine hohe Komplexibilität und musikalisches Können, ob Slow Blues-, Mid Tempo- oder härtere Bluesrocknummern, die Band fühlte sich in allen Stilen des Blues zu Hause.Die Rhythmusgruppe lieferte immer einen soliden Groove, auf dem die Gitarre perfekt aufbauen konnte, auch mit seiner tiefen Stimme wusste Henrik in allen Bereichen zu punkten.
Das absolute Highlight war "The Sky Is Crying" von Elmore James; 1959 aufgenommen, richtig bekannt gemacht von zahlreichen Bluesgrößen, wie z.B. Stevie Ray Vaughan, Gary Moore und Albert King. Henrik brachte auch bei diesem Titel, der die 15 Minuten überschritt, seine ganze überdurchschnittliche Gitarrenarbeit ein, ein Wechselbad der Emotionen von leise und gefühlvoll bis laut und druckvoll.
- Für die Fußarbeit
- Leon Mucke – Drums
- René Pütz – Bass
Bei "Point Of View" ging es dann mal etwas funky-mäßig zur Sache. Hier konnte René Pütz mit seinem fünfsaitigen Bass einen ordentlichen Zwischenapplaus für sein minutenlanges, bemerkenswertes Solo verbuchen. Leider ließ sich Leon Mucke zu keinem Drumsolo hinreißen. Schade!
Es geht auch gefühlvoll, und zwar mit dem balladesken "Desert Love", hier wurde das Publikum wieder geerdet. Schöne ruhige Nummer, in der Henrik seine gesanglichen Fähigkeiten nochmal voll einbrachte. Damit fand der Gig auch sein Ende.
Das begeisterte Publikum holte die Band noch für zwei Zugaben zurück auf die Bühne. Jetzt wurde einem der einflussreichsten Gitarristen gehuldigt – natürlich Jimi Hendrix. Mit "Crosstown Traffic" und "Foxy Lady" gab es zum Abschluss nochmal ordentlich was auf die Ohren.
Henrik Freischlader bewies auch heute Abend, dass er zu den besten Bluesrockgitarristen Deutschlands zählt und sich auch nicht hinter internationalen Saitenhexern verstecken muss.
Alles in Allem wieder ein Superkonzert mit spielfreudigen Musikern und engagiertem Publikum. Bei einigen Passagen vermisste ich doch Mr. Mo’s Keyboardeinlagen, besonders die packenden Gitarre-Orgel-Duelle mit Hendrik fehlten mir.
R.I.P. Moritz.
Mein Dank gilt Henrik für die problemlose Akkreditierung und Walfried Luksch mit seinem Team für die nette Betreuung.
Line-up:
Henrik Freischlader (guitar, vocals)
René Pütz (bass, backing vocals)
Leon Mucke (drums, backing vocals)
- Hendrik und René
- Die Band
- 12. Setlist (Fire wurde nicht gespielt)
- Mit Gibson ES
- Mit Les Paul Goldtop
- René beim Basssolo
Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2025 | Jürgen Berking | RockTimes














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