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Hot’n’Nasty / Live Still Rollin' – DoLP-Review

Zwanzig Jahre nach "Electrified" (2005) veröffentlichte die Blues Rock-Band Hot’n’Nasty ihr erstes Live-Album mit dem Titel "Live Still Rollin'".
Die vorliegende Doppel-LP »[…] enthält das Beste aus vier Konzerten, die 2024 in Deutschland und in der Schweiz aufgenommen wurden. […]«
Weiter heißt es in der Pressemitteilung unter anderem:
»[…] In Szene gesetzt wurde das Ganze durch Martin Meinschäfer (Magaphon-Sudios), der bereits einige andere Werke der Band produziert hat. […]«

Zu den anderen Werken gehören Boost (2012), Dirt (2018) sowie Burn (2021).
Die vier Locations, in denen die insgesamt achtzehn Songs mitgeschnitten wurden, sind der Blue Notez Club, Dortmund, die Kulturrampe, Krefeld, das Haus Eifgen, Wermelskirchen sowie der Bluesclub Chur, Schweiz.
"Live Still Rollin'" wurde auch als CD auf den Markt gebracht.

Der Blues und die Kreativität von Hot’n’Nasty.
Schließlich stammen sechzehn der achtzehn Songs aus der Feder von Malte Triebsch.
Nur mit ZZ Tops "Fool For Your Stockings" und "Going Down" von Don Nix greift das Quartett in die Cover-Kiste der Musik-History.

Energiegeladen, voller Power präsentiert sich die Combo mit einer Spielfreude, die einem alleine schon in den vier Wänden förmlich den Schweiß auf die Stirn treibt.
Ausgelassen spielt die Formation auf dem Highway des Blues Rock, kennt dabei aber auch Abzweigungen hin zum beeindruckend-sinnlichen Slow Blues.

Auf jeder der vier LP-Seiten befindet sich mindestens je ein längerer Track, was im bereits erwähnten elfminütigen "Fool For Your Stockings" gipfelt.
Auf der ersten Seite ist es die Schluss-Nummer "It Ain’t Easy". Ein Slow Blues par excellence. Wie bei allen anderen Nummern imponiert Robert Collins mit seiner angerauten Stimme und innerhalb des Liedes gleitet die Band in einen sehr ruhigen Modus, der das hohe Niveau des Gitarristen Malte Triebsch ganz besonders in den Vordergrund stellt und vom Publikum mit Szenenapplaus belohnt wird. Highlight!
Auf der B-Seite der ersten Vinyl-Platte ist es dann das an die neun Minuten heranreichende "It’s Only Money", das die Leute vor den Lautsprechern verzaubert. Abermals ist Slow Blues angesagt. An dieser Stelle wird die perfekte Rhythmus-Taktung von Bassist Tim Gressler sowie Dominique 'Gaga' Ehlert (Schlagzeug) hoch gelobt. Sie halten besonders Malte Triebsch sozusagen den Rücken frei für seine exquisiten, auch langen Solo-Fretbaord-Fahrten, die von sanft-ruhig bis fulminant-expressiv die gesamt Klaviatur der Fantasien zum Ausdruck bringt.

Slow Blues zum Dritten.
"Fool For Your Stockings". Eine Hot’n’Nasty-Interpretation im Kingsize-Format. Einfach zum Niederknien, was das Quartett für uns auf den Plan ruft. Höhenflug-Gitarren-Solo in einer XXL-Ausgabe, die in einer geradezu furiosen Saiten-Akrobatik ihr Ende findet. Beim begeisterten Beifall des Publikums setzt Robert Collins gegen Ende zunächst a cappella den Song fort. Highlight!
Die vierte Seite beginnt mit "Almost Like You’re Here", einer verträumten Ballade mit einem Robert Collins, der uns zeigt, dass er auch im nachdenklichen Modus gesanglich voll überzeugt. Gänsehaut!
Immer wieder beliebt. Immer wieder gut. "Going Down". Auch in den Händen von Hot’n’Nasty wird dieser Don Nix-Klassiker zu einer krachenden Blues Rock-Nummer mit Wah Wah-Pedal-Action seitens Malte Triebsch. Eine Zwölftakter-Party mit einem wirbelnden Dominique 'Gaga' Ehlert, Publikums-Chor sowie Robert Collins in der Rolle eines Shouters. Schweißtreibender Blues Rock.

Robert Collins ist nicht nur ein bemerkenswerter Vokalist, sondern auch ein hervorragender Harper, wie zum Beispiel in "Maybelline".
Malt Triebsch, der Slide-Artist. Bei "Slide-Rock" kann man sein Bottleneck-Feuerwerk in besonderer Weise genießen.
"Go To Your Woman" ist hitzig-fetziger Rock’n’Roll à la Hot’n’Nasty. Bei jedem Lied spürt man förmlich, wie sehr die Band Bock auf Blues hat.
"I Can’t Stand It Anymore" ist eine gehörige Portion Texas Blues und "Damned To Ride" oder "Take A Ride" sind Stellvertreter für Hot’n’Nastys Power-Blues Rock der variantenreichen Art.
Als sehr gelungen kann man die Entscheidung, den Beifall des Publikums mit einfließen zu lassen, bezeichnen. Man ist beim Hören mittendrin.

"Live Still Rollin'" von Hot’n’Nasty ist seelenvoller Blues Rock mit hervorragenden Ausflügen in den Slow Blues und Stilen, wie Rock’n’Roll oder Texas Blues, die sich rund um den Zwölftakter ansiedeln.
»[…] Viel Spaß […]« wünscht Robert Collins bevor es mit dem Opener losgeht. Dem kann man sich bei "Live Still Rollin'" von Hot’n’Nasty voll und ganz anschließen.


Line-up Hot’n’Nasty:

Robert Collins (vocals, harmonica)
Malte Triebsch (electric guitar, acoustic guitar, slide guitar, backing vocals)
Tim Gressler (bass)
Dominique 'Gaga' Ehlert (drums)

Tracklist "Live Still Rollin'":

Side A:

  1. Damned To Ride (4:24)
  2. Like A Hammer (3:07)
  3. Maybelline (4:17)
  4. Catch Us All (3:19)
  5. It Ain’t Easy (6:39)

Side B:

  1. Rock’n’Roll Loser (4:01)
  2. Dark City (4:14)
  3. It’s Only Money (8:40)
  4. So Much Better Than This (4:26)
  5. Take A Ride (3:20)

Side C:

  1. Anyway The Wind Blows (3:40)
  2. Too Good To Be True (3:24)
  3. I Can’t Stand It Anymore (3:07)
  4. Fool For Your Stockings (11:00)

Side D:

  1. Almost Like You’re Here (6:03)
  2. Slide-Rock (3:54)
  3. Go To Your Woman (4:07)
  4. Going Down (9:21)

Gesamtspielzeit: Side A (21:46), Side B (24:21), Side C (21:11), Side D (23:25), Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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