Den Wirren des Alltags begegnen die fränkischen Spaß-Rocker J.B.O. mit einer gesunden Portion 'Krach'. Musikalisch verpackt heißt das konkret: "Vito, wir machen Krach". Die gleichnamige Metal-Hymne verschafft der inzwischen 73-jährigen Schlagersängerin Vicky Leandros unmittelbar vor ihrem Karriereende noch einmal eine gehörige Portion Ruhm. Steht doch die Originalmelodie ihres Hits "Theo, wir fahr’n nach Lodz" aus dem Jahr 1974 als Vorbild.
Bei J.B.O. wird frei nach dem Motto "Ma Ma Ma Metal" gerockt. So lautet der Opener aus dem 15. Studioalbum "Haus Of The Rising Fun", das beim Label Perception (Reigning Phoenix Music) erscheint. Hinter der Formel "Ma Ma Ma Metal" steht nichts Anderes als lupenreiner Metal, den die Musiker aus Franken seit ihrer Bandgründung 1989 zelebrieren. Apropos Erlangen: Heimatliche Verbundenheit scheint den Franken sehr wichtig. Wo immer sie aufschlagen, werden sie als die Musiker aus Franken empfangen.
"Haus Of The Rising Fun" ist beileibe kein Schreibfehler. In Anlehnung an den amerikanischen Folk-Song "House Of The Rising Sun", der durch die Fassung der britischen Rockband The Animals aus dem Jahr 1964 ein Hit wurde, ist eine Liebeserklärung an Erlangen entstanden – jener symbolträchtige Ort, an dem vor über 35 Jahren das 'Haus Of The Rising Fun' stand. Es ist der Platz, an dem alles begann und an den die Musiker um Mastermind Hannes 'G. Laber' Holzmann (Gesang, Gitarre) immer wieder gern zurückkehren. Mit "Haus Of The Rising Sun" haben wir es mit einem Musikstück aus der Gründerzeit des Rock’n’Roll zu tun. Das kann beim Hören schon einmal in Vergessenheit geraten und ist eines der Merkmale bei J.B.O. Die Originale werden durch Parodien und Cover derart aufpoliert, dass das neue Werk oft mehr Strahlkraft gewinnt, begünstigt naturgemäß durch die Texte. Ein gutes Beispiel liefert "Bussi". Das spezielle Liebeslied nach bayerischer Art ist eine Parodie auf Rammsteins "Pussy" aus deren 2009er Album "Liebe ist für alle da".
"Haus Of The Rising Fun", soviel ist sicher, wird, den Rockern neue Nahrung für ihre Bühnendarbietungen liefern. "Power sucht Wolf", Stinkefinger und Ka-Fump! sind weitere Empfehlungen, die schnell zünden werden. Aber es gibt auch Überraschungen. Wer hätte erwartet, dass sich J.B.O. "I Kissed A Girl" der US-amerikanischen Sängerin Katy Perry aus dem Jahr 2008 annehmen? Stilistisch bleibt alles in bewährter Weise beim Metal. Weil die Lieder von Grund auf neu erklingen, mag man manches Original oft erst bei genauem Hinhören erkennen. Darin steckt die hohe Kunst des Parodierens. J.B.O. beherrschen dies vorzüglich. Deshalb darf man ihnen oberflächlich auch kein bloßes Blödeln unterstellen. Mit "Haus Of The Rising Fun" liefern sie gewiss ein Meisterstück ihres Könnens ab, ohne es in ein Ranking mit den bisherigen Alben bringen zu wollen.
"Ein guter Tag zum Sterben", "Verteidiger des Blödsinns" und "Alles nur geklaut" aus früheren Tagen sind Hymnen ohne Verfallsdatum und animieren das Publikum auch in Zukunft zum Mitsingen und Feiern. Dazu kommen jetzt Stücke ihres neuen Werkes. Während sich J.B.O. mit ihrem Alleinstellungsmerkmal unaufhaltsam zu Meistern des humorvollen Metal entwickelt haben, gelingt ihnen dies als Künstlern nur, solange sie mit dem nötigen Ernst unterwegs sind. Allein aus diesem Grund sollte der Mix aus schrägen Texten, satirischen Kommentaren und musikalischer Energie immer als eine konkrete Form, dem Chaos auf der Welt begegnen zu wollen, gewertet werden. Es ist ein Spagat, den die Franken jedoch perfekt beherrschen.
Ein großes Plus ist es, dass sie über ihre lange Karriere fast ohne Fluktuation auskamen. So arbeiten an der Seite der Gründungsmitglieder Veit 'Vito C.' Kutzer und Hannes 'G. Laber' Holzmann (beide Gesang, Gitarre) Ralph Bach (Bass) und Wolfram Kellner (Schlagzeug) ebenfalls schon seit 2001 bei J.B.O. Zu den Konstanten rund um die Band gehört Christoph Beyerlein, der als Produzent einmal mehr den nötigen Feinschliff bewiesen hat.
Line-up J.B.O.:
Hannes 'G. Laber' Holzmann (vocals, guitar)
Veit 'Vito C.' Kutzer (vocals, guitar)
Ralph Bach (bass)
Wolfram Kellner (drums)
Tracklist "Haus Of The Rising Fun":
- Ma Ma Ma Metal
- Haus Of The Rising Fun
- Vito, wir machen Krach
- I Kissed A Girl
- Stinkefinger
- Ka-Fump!
- Power sucht Wolf
- Nur für euch
- Weißt schon, was ich meine
- Bussi
- Ein sehr gutes Lied (nicht auf Vinyl!)
- Woke On The Smater
- Mein Arsch
Gesamtspielzeit: 44:00, Erscheinungsjahr: 2026



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