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James Brown / Rocks – CD-Review

Nun ist auch James Brown in der Bear Family Records' Album-Serie "Rocks" vertreten.
Die insgesamt dreißig ausgewählten Songs zeugen von der Energie des Sängers.
Das Heißblut des R&B und Rock’n’Roll erreichte im Laufe seiner Karriere Kultstatus.
James Brown auf "Get Up (I Feel Like Being A) Sex Machine" oder "It’s A Man’s Man’s Man’s World" zu reduzieren, würde dem Ausnahmekünstler nicht gerecht werden.
So geben die dreißig Songs, die sich auf 74:48 Minuten Gesamtspielzeit verteilen, einen tollen Überblick über »[…] die frühen Federal- und King-Jahre des späteren Godfather of Soul – eine Phase, in der er tief verwurzelt war im Rock & Roll und Rhythm & Blues der 1950er und frühen 1960er Jahre. Lange bevor Welthits wie "I Got You (I Feel Good)" oder "Papa’s Got A Brand New Bag" ihn weltweit bekannt machten, lieferte der junge Brown eine Reihe explosiver Aufnahmen ab, die perfekt in die rebellische, aufbrechende Musiklandschaft jener Ära passen. […]«
Weiter heißt es bei Bear Family Records unter anderem:
»[…] Begleitet wird die Veröffentlichung von detailliert recherchierten Liner Notes von Bill Dahl, die Hintergründe, prägende Begegnungen, Studioerlebnisse und den musikalischen Kontext im Rock & Roll- und R&B-Umfeld der 50er und 60er Jahre beleuchten. […] Songs wie "Please, Please, Please", "I Feel That Old Feeling Coming On" oder "Chonnie-On-Chon" spiegeln die rohe Intensität wider, mit der Brown die Bühnen der Südstaaten eroberte und gleichzeitig seinen unverwechselbaren Stil entwickelte, der später Soul und Funk neu definieren sollte. […]«

James Brown war auch ein fleißiger Künstler, denn zwanzig Songs auf der vorliegenden Platte stammen aus seiner Feder.
"Chonnie-On-Chon" schrieb er gemeinsam mit Bobby Byrd, einer der Vocal-Gruppe The Famous Flames, Nafloyd Scott und Wilbert Smith. "Good Good Lovin'" komponierte er mit Albert Schubert.

Schon beim ältesten Song, dem groovenden "No, No, No, No" aus dem Jahr 1956 wird klar, dass die Bläser, ebenfalls durch viele Soli vertreten, einen gehörigen Teil zum Gesamt-Sound der Stück beitrugen. Zunächst waren es Saxofonisten. Die Brass-Section wurde um Trompete  sowie Posaune erweitert. In "I Got You (I Feel Good)" und "Papa’s Got A Brand New Bag" hören wir einen gewissen Maceo Parker auf der Trompete. Klar, "I Got You (I Feel Good)" und "Papa’s Got A Brand New Bag" sind als Bestandteil der James Brown-History immer noch sehr präsent und die ungezügelte Power des Sängers kommt nicht nur hier voll zur Geltung. Letztgenannte Nummer glänzt schon durch einen fetten Bläser-Satz. Die Gitarristen Alphonso Kellum und Jimmy Nolen machen aus dem Track ein klasse Funk-Lied. Highlights!

Eine Ausnahme bestätigt die Regel, denn "Choo-Choo" ist ein Instrumental, in dem der Protagonist die Orgel spielt.
In erster Linie ist James Browns Stimme in den Songs präsent. Nicht vernachlässigen darf man allerdings den tollen The Famous Flames-Chor. Der rundet den Gesang hervorragend ab, macht ihn zu einem Highlight.
In einigen Tracks hören wir Bobby Byrd dann auch auf dem Piano beziehungsweise der Orgel.

"Signed, Sealed And Delivered", auch ein Hit für Stevie Wonder, ist ein weiterer Höhepunkt und das groovende "I’ll Go Crazy" zeigt, wie toll die Vocals mit Chor ankommen. Hier erleben wir einen eher gezügelten James Brown. Ganz im Unterschied zum pulsierenden R&B von "Shout And Shimmy".
Wenn "I’ll Go Crazy" den Groove hat, dann definitiv auch "Don’t Let It Happen To Me".
Hoch lebe das Kartoffelpüree. "Mashed Potatoes U.S.A.", einer James Brown-Nummer, die so etwas wie eine Reise durch die Staaten ist und überall macht er Püree. Eine etwas gewöhnungsbedürftige Nummer zwischen R&B und Funk. Dafür geht zum Beispiel "Good Good Lovin'" ganz geschmeidig ins Ohr.

"Rocks" von James Brown ist nicht nur wegen des hervorragenden Überblicks über das Schaffen des jungen Sängers, sondern auch wegen der überzeugenden Sound-Qualität eine Empfehlung.
Wenn es passt, hier noch ein Zitat aus der Pressemitteilung:
»[…] Kraftvolle, unverfälschte Aufnahmen, die Browns Weg vom R&B-Feuerball zum späteren Soul- und Funk-Pionier dokumentieren. […]«


Line-up James Brown:

James Brown (lead vocals – #1-25,27-30, organ – #26)
Bobby Byrd (bass vocals – #2,8,16,18,25, piano – #3,5-7,10-13,15,21,24, organ – #17,22,28)
Johnny Terry (baritone vocals – #2,8,16,18,25, background vocals – #4,9,17,23, poss. background vocals – #10,14,18,21)
Sylvester Lincoln Keels (backing vocals – #2,8,16,18,25)
Nashpendle Knox (backing vocals – #2,8,16,18,25)
J.W. Archer (background vocals – #1,27)
Bill Hollings (background vocals – #1,3,4,6,9-14,18,21,23,27)
Bobby Bennett (background vocals – #15,17)
Nafloyd Scott (guitar – #2,8,16,18,25)
Kenny Burrell (guitar – #4,9)
John Faire (probably guitar – #1,27)
Gabriel 'Guitar Gable' Perrodin (poss. guitar – #1,27)
Bobby Roach (guitar – #3,5-7,10-14,18,20-24, poss. guitar – #1,27)
Lesley Buie (guitar – #15,17,26, rhythm guitar – #3,10,12,21,22,28)
Sam Thomas (guitar – #15,17,26)
Alphonso Kellum (guitar – #29,30)
Jimmy Nolen (guitar – #29,30)
Clarence Mack (bass – #2,8,16,18,25)
Baroy Scott (bass – #1,27)
Carl Pruitt (bass – #4,9)
Bernard Odum (bass – #3,5,7,10,12-15,17,18,20-24,26,28-30, poss. bass – #6,11)
Nat Perry (poss. bass – #6,11)
Edison Gore (drums – #2, poss. drums – #1,27)
Lucas 'Fats' Gonder (piano – #2,8,16,18,25, poss. piano – #1,27)

Alvin 'Fats' Gonder (piano – #14,18,23, e-piano – #5,7,24, organ – #6,11,13,15)
Louis 'Fats' Madison (poss. piano – #1,27)
Ernie Hayes (piano – #4,9)
Ray Felder (tenor saxophone – #2,8,16,18,25)
Wilbert 'Lee Diamond' Smith (tenor saxophone – #2,8,16,18,23,25)
James C. Davis (tenor saxophone – #3,5-7,10-14,18,20-24)
Clifford Scott (poss. tenor saxophone – #4,9)
George Dorsy (tenor saxophone – #6,11,13)
St. Clair Pinkney (tenor saxophone – #3,5,7,10,12,14,15,17,18,20-22,24,26,28-30)
Eldee Williams (tenor saxophone – #15,17,26,28-30)
Marco Parker (tenor saxophone – #29,30)
Nat Jones (alto saxophone – #29,30)
Charles Carr (baritone saxophone – #29,30)
Al Clark (baritone saxophone – #3,5,7,10,12,15,17,20-22,24,28)
Hal 'Cornbread' Singer (poss. tenor saxophone – #4,9)
Hal Neeley (trumpet – #5,7,24)
Teddy Washington (trumpet – #15,17,26,28-30)
Joe Dupars (trumpet – #29,30)
Ron Tooley (trumpet – #29,30)
Levi Rasbury (trombone – #29,30)
Reginald Hall (drums – #8,16,18,25)
Panama Francis (drums – #4,9)
Husky Clayton Fillyau (drums – #15,17,22,26,28)
Nat Kendricks (drums – #3,5,6,7,10-14,20,21,24, poss. drums – #23)
Mevin Parker (drums – #29,30)
Baby 'Lloyd' Stallworth (background vocals – #3,6,10-14,21)

Tracklist "Rocks":

  1. That Dood It (2:32)
  2. I Feel That Old Feeling Coming On (2:34)
  3. And I Do What I Want (2:24)
  4. Tell Me What Did I Wrong (2:21)
  5. Shout And Shimmy (2:50)
  6. This Old Heart (2:10)
  7. You Don’t Have To Go
  8. Chonnie-On-Chon (2:11)
  9. There Must Be A Reason (2:27)
  10. 10Come Over Here (2:43)
  11. I’ll Go Crazy (2:08)
  12. Love Don’t Love Nobody (2:05)
  13. Good Good Lovin' (2:16)
  14. I’ll Never, Never Let You Go (2:19)
  15. Signed, Sealed And Delivered (2:49)
  16. No, No, No, No (2:14)
  17. Three Hearts In A Tangle (2:54)
  18. Can’t Be The Same (2:21)
  19. Think (2:49)
  20. 20Hold It (2:10)
  21. Just You And Me, Darling (2:47)
  22. Night Flying (2:16)
  23. Don’t Let It Happen To Me (2:51)
  24. Dancin' Little Thing (2:13)
  25. Let’s Make It (2:27)
  26. Choo-Choo (2:53)
  27. Baby Cries Over The Ocean (2:24)
  28. Mashed Potatoes U.S.A. (2:53)
  29. I Got You [I Feel Good] (2:43)
  30. Papa’s Got A Brand New Bag (2:06)

Gesamtspielzeit: 74:48, Erscheinungsjahr: 2026

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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