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Janis Ian / From Me To You – Live In Bremen 2004 – 2CD-Review

Janis Ian - "Live In Bremen 2004" - 2CD-Review

Wie man in den wahrscheinlich nicht nur letzten paar Jahren durch die Veröffentlichungen des Labels MiG Music feststellen konnte und kann, war der Rundfunk- und Fernsehsender Radio Bremen tatsächlich sehr fleißig bezüglich des Aufzeichnens von Musikkonzerten aller Art. Mehrere dieser Shows haben wir euch hier bei RockTimes bereits vorstellen können und bei dem neuesten Teil dieser Serie handelt es sich um ein Konzert der amerikanischen Singer/Songwriterin Janis Ian. Die im US-Bundesstaat New Jersey geborene Musikerin landete bereits sehr früh im Business und schrieb ihren ersten großen Hit "Society’s Child" – der die Beziehung zwischen einer weißen Frau und einem schwarzhäutigen Mann in den sechziger Jahren und die daraus entstehenden sozialen Konflikte thematisiert – im Alter von 14 Jahren. Ihr erstes Album erschien 1967, dem Debüt ließ sie viele weitere folgen und ist bis heute aktiv.

Janis Ian stammt ja aus der amerikanischen Folk-Szene der sechziger Jahre und als sie am 11. Oktober 2004 das hier vorliegende Konzert in der Radio Bremen Broadcasting Hall spielte, trat sie auch ganz stilecht lediglich mit ihrer Akustik-Gitarre an. Von Beginn an scheint die tolle Stimme der Frau ganz hell am Bremer Himmel und Stücke wie "The Other Side Of The Sun", "Boots Like Emmy Lou’s" oder "Dead Man Walking" gefallen durch gutes Songwriting, eine sichere Umsetzung und die sehr schöne Stimme. Lediglich die Interaktion mit dem Publikum läuft doch eher durchwachsen. Zum einen, weil die Ansagen bzw. zwischen den Songs erzählten Geschichten manchmal etwas bemüht erscheinen und zum zweiten, weil das Bremer Publikum die oft humorigen Geschichten vor bzw. zwischen den Songs entweder nicht verstand oder schlicht und ergreifend nicht lustig fand.

Die Songs sprechen hingegen eine andere Sprache. Vor allem auch, weil Janis Ian eine feine poetische Ader hat und eine gute Texterin ist. Es kommen sowohl sozialkritische Themen, wie bei dem bereits erwähnten "Society’s Child" oder "Dead Man Walking", oder auch witzigere Stories wie etwa "Boots Like Emmy Lou’s" auf den Tisch. Und die sind alle sehr gut goutierbar. Selbstverständlich muss man ein Faible für Singer/Songwriter bzw. dieses 'Eine Person mit einem Instrument auf der Bühne'-Ding haben, aber auch wenn dem nicht so ist, bewahren die guten Songs diese Platte davor, einmal und dann nie wieder gehört zu werden. Dazu kommt, dass die gute Janis dann doch sehr mitteilsam zwischen den Tracks ist und deren Entstehung bzw. ihre Stimmungslage beim Komponieren der einzelnen Nummern ausführlich erklärt, was dann doch immer noch ein bisschen Pep reinbringt. Der Applaus des Bremer Publikums war entsprechend.

Letzten Endes also ein sehr gelungener Abend in der Karriere der Amerikanerin, der glücklicherweise mitgeschnitten wurde. Und selbst, wenn das von der Sängerin eingeforderte Mitsing-Spielchen bei der Zugabe "I Got You, Babe" zum größten Teil nicht so besonders gut klappt, bringt sie den Song trotzdem richtig ansprechend. Beschlossen wurde die Show dann mit der letzten Nummer "This Train Still Runs", in der es darum geht, dass Alterszahlen keine Rolle spielen, solange man sich noch fit und lebendig fühlt. Ein schöner Abschluss eines guten Konzerts.


Line-up Janis Ian:

Janis Ian (acoustic guitar, vocals)

Tracklist "From Me To You – Live In Bremen 2004":

CD 1:

  1. Jesse
  2. From Me To You
  3. Interlude: Boots Like Emmy Lou’s
  4. Boots Like Emmy Lou’s
  5. Days Like These
  6. Interlude: The Other Side Of The Sun
  7. The Other Side Of The Sun
  8. Interlude: Take No Prisoners
  9. Take No Prisoners
  10. Dead Man Walking
  11. Watercolors

CD 2:

  1. Interlude: When I Lay Down
  2. When I Lay Down
  3. Society’s Child
  4. Interlude: When I Hear You Sing Again
  5. When I Hear You Sing Again
  6. Interlude: Betweenn The Lines
  7. Between The Lines
  8. Interlude: At Seventeen
  9. At Seventeen
  10. Interlude: In The Winter
  11. In The Winter
  12. Interlude: I Got You, Babe
  13. I Got You, Babe
  14. Interlude: This Train Still Runs
  15. This Train Still Runs

Gesamtspielzeit: 46:54 (CD 1), 51:50 (CD 2), Erscheinungsjahr: 2025 (2004)

Über den Autor

Markus Kerren

Hauptgenres: Roots Rock, Classic Rock, Country Rock, Americana, Heavy Rock, Singer/Songwriter
Über mich
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Mail: markus(at)rocktimes.de

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