Am 9.August 1942 wurde Jack DeJohnette in Chicago, Illinois geboren. Nun, am 26.Oktober 2025 verstarb er an Herzversagen in Woodstock, New York. Er gilt als einer der wohl bedeutendsten Jazzdrummer und hat mit seinem Spiel maßgebliche Akzente gesetzt im Jazz und im Schlagzeugspiel. Gleichzeitig schuf er zahlreiche Kompositionen, die er auf vielen Platten unter eigenem Namen veröffentlichte. Doch vorrangig werden ihn viele als gefragten Sideman wahrgenommen haben.
Erste musikalische Berührungen erfolgten mit dem Piano, bevor er sich im Alter von dreizehn dann dem Schlagzeug zuwandte. So war er etwa ab 1961 aktiv, bereits mit eigenen Formationen, aber auch Hinwendungen zum Bereich der Jazz-Avantgarde gab es, vor Allem mit Musikern der Association for the Advancement of Creative Musicians (AACM), 1965 gegründet.
1966 vollzog der Musiker einen für ihn bedeutenden Schritt, indem er sich dem Saxofonisten Charles Lloyd anschloss, und mit seinem Quartett sieben Alben einspielte. Danach waren es stets bedeutende Musiker des Jazz, deren Musik er mit seinem Schlagzeugspiel prägte. Joe Henderson, Bill Evans, Lee Konitz, Stan Getz, Chick Corea, Miles Davis (hier der 'Haupt-Drummer' auf Bitches Brew), Wayne Shorter, Freddie Hubbard und viele andere waren das.
Daneben schuf er auch eigene Formationen, zunächst The DeJohnette Complex, danach Compost, Jack DeJohnettes Directions, Special Edition. Ein wichtiger Schritt dürfte der Wechsel zum Münchener Plattenlabel ECM Records von Manfred Eicher gewesen sein, dort war er erstmals 1971 im Duett mit Keith Jarrett zu hören, auf dem Album "Ruta And Daitya". Fortan veröffentlichte er dort viel weitere Soloalben und nahm auch die Gelegenheiten wahr, mit den so unterschiedlich geprägten Musikern dieses Labels zusammenzuarbeiten. Es entstanden solche großartigen Platten wie "Gateway" mit John Abercrombie und Dave Holland, das hervorragende Werk "Terje Rypdal / Miroslav Vitous / Jack DeJohnette", oder 2016 als letzte Veröffentlichung auf dem Label die gemeinsame Platte mit Ravi Coltrane und Matthew Garrison, "In Movement". Doch sein letztes Album wurde auf dem Label Motéma veröffentlicht, das war 2017 gemeinsam mit Larry Grenadier, John Medeski und John Scofield.
DeJohnette Stärke im Schlagzeugspiel lag vor Allem in der schon früh erkannten Fähigkeit, verschiedene Stile unter einem Hut zu bringen, genau das hatte seinerzeit Miles Davis berücksichtigt, er beherrschte die Spielweise des freien Jazz ebenso wie die der klassischen Swing-Drummer als auch Alles, was mit Rockrhythmen zu tun hatte, sowie die Spielarten von R&B und Soul. Das gleiche galt/gilt für seine zahlreichen Kompositionen, die sich recht abwechslungsreich gestalteten. Die Tatsache, dass er neben dem Schlagzeug auch weiterhin Keyboards und Piano einsetzte, mag ein Hinweis dafür sein, dass, hört man seinem Schlagzeugspiel zu, nicht unbedingt, das ist, was man gemeinhin von einem Drummer, oder speziell einem Jazzdrummer erwartet. Von sensiblen Momenten bis zu wilden Ausbrüchen gab es Alles, von feinster Präzision, kunstvoller und überlegter Gestaltung und Freiheit.
2016 wurde ihm die Ehre zuteil, dass ihn der ROLLING STONE auf Platz 40 der größten Schlagzeuger aller Zeiten listete. Trotz seiner Bedeutung habe ich den Eindruck, dass er eigentlich nie im Scheinwerferlicht wie einige andere Kollegen stand, und auch nie deren Bekanntheitsgrad erlangte.
R.I.P., Jack, we will miss you!



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