«

»

Jimmy Reiter Band / Konzertbericht, 06.03.2026, Kniestedter Kirche, Salzgitter

Kniestedter Kirche Salzgitter

Blues in der Kniki stand dieses Wochenende wieder mal in meinem Terminkalender. Die Jimmy Reiter Band bestritt meines Wissens ihr sechstes Konzert in Salzgitter. 2010 gründete der Osnabrücker Musiker die Jimmy Reiter Band und wurde in den folgenden Jahren mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt.

»Endlich wieder Kniki«, so äußerte sich Jimmy mir gegenüber. Reiter brachte seine jahrelange Standardformation mit, bestehend aus dem Mann an den Tasten, Horst Bergmeyer, ebenfalls aus Osnabrück und von Anfang an dabei die Rhythmussection mit dem Hamburger Björn Puls am Schlagzeug und Jasper Mortier aus den Niederlanden am Tieftöner.

Jimmy Reiter Band

Jimmy Reiter Band

Pünktlich um 20:00 Uhr begrüßte Majimbi Mergner vom Fachbereich Kultur der Stadt Salzgitter das Publikum und die Band, die auch gleich die Fahrtrichtung für den Abend vorgab: entspannte Bluesnummern, Freunde des Bluesrock wurden nicht bedient.

Jimmy soliert

Jimmy soliert

Das Konzert bestand aus einem Querschnitt der drei Studio-CDs, inklusive zehn Titel von der 2021er Live-CD. Darunter bekannte Coverversionen wie Louisiana Reds "You Got To Move" und Willie Dixons "Too Many Cooks". Vermisst habe ich den Slow Blues "It’s Too Bad" von Freddie King. Premiere hatten zwei Nummern, die heute Abend zum ersten Mal vor Publikum gespielt wurden und auf dem bald erscheinenden Album präsent sein sollen. Mit "Give It To Me Straight" wurde dem Slow Blues gefrönt, dieser wurde von Jimmy beeindruckend vorgetragen, die Gitarre mal leise schluchzend, dann wieder wild und ungestüm.

Horst zeigt vollen Körpereinsatz

Horst zeigt vollen Körpereinsatz

Mit Horst Bergmeyer hat Jimmy den kongenialen Partner für die abwechslungsreichen Solopassagen gefunden. Bei "In The Basement", das auf keinem Album auftaucht, wurde das Publikum zum lautstarken Mitsingen animiert. Reiter führte mit seinen Ansagen gekonnt durch das Programm und bewies auch bei diesem Auftritt durch seine komplexe Spielweise, dass er mit zu den besten deutschen (und ausländischen) Gitarristen zählt. Er spielte eine Gibson ES 335, die er vor 30 Jahren von seinem damaligen Musiklehrer Todor 'Toscho' Todorovic von der Blues Company gekauft hatte. Gesangstechnisch gab es auch nichts zu meckern, gut gefallen haben mir die dreistimmigen Passagen.

Björn beim Solo

Björn beim Solo

Bewundernswert, mit welcher Leichtigkeit die Finger von Keyboarder Horst Bergmeyer über die Tasten flogen. Sehr gut die Einsätze mit dem E-Piano im HonkyTonky-Stil ("The Only Thing That’s Wrong"). Auch die Rhythmusleute kamen solomässig bei "Can’t Stop Thinking" zum Einsatz, hierbei zeigten Jasper am Viersaiter und Björn an seinem Gretsch-Drumkit ebenfalls eine hohe spielerische Kompetenz.

Jimmy & Horst

Jimmy & Horst

Nach zwei Stunden Spielzeit ging das Konzert seinem Ende zu. Es folgte noch eine Zugabe: Auf meinen Wunsch hin wurde ein zehnminütiger Boogie gespielt, der vor drei Jahren unterschlagen wurde. Hier ging dann so richtig die Post ab. Der Titel hatte sehr viel Ähnlichkeit mit John Lee Hookers "Boogie Chillun", in der Version von Freddie King, eine geile Nummer. Meinen Dank an die Band dafür.

Es war wieder ein feines Konzert, leider kein ausverkauftes Haus (nur ca.80 Personen, wahrscheinlich dieselben, die vor drei Jahren auch da waren). Nach eigenem Bekunden hat es der Combo unheimlich viel Spaß gemacht und sie würden auf alle Fälle wiederkommen.

Ich bedanke mich bei Majimbi für die problemlose Akkreditierung.

Line-up Jimmy Reiter Band:

Jimmy Reiter (vocals, guitar)
Horst Bergmeyer (keys)
Jasper Mortier (bass, backing vocals)
Björn Puls drums, backing vocals)

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2026 | Rolf Großjohann | RockTimes

Über den Autor

Jürgen Berking

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>