Die aus Burlington, North Carolina stammende Band Jive Mother Mary wurde im Jahr 2005 von dem Gitarristen und Sänger Mason Keck sowie dem Schlagzeuger Seth Aldridge gegründet und war zunächst als Trio-Format ausgelegt. 2010 stießen dann sowohl der zweite Gitarrist Tyler Schulz, als auch der Bassist Will Sanders zur Band – eine Konstellation, die bis heute Bestand hat. Bisher erschienen die Produktionen "Jive Mother Mary" (eine EP), das Album "All Fall Down" und nach einer längeren Pause (2013) in der heute aktuellen Besetzung die EP "Big City Blues". Anschließend zog sich das Quartett für zwei Jahre nach Athens, Georgia zurück, lebte im selben Haus und probte sprichwörtlich jeden freien Tag, den der prallgefüllte Konzert-Terminkalender noch zur Verfügung stellen konnte. 2015 kehrten die vier Musiker schließlich in ihre Heimatstadt zurück und begannen mit den Aufnahmen zu der mir jetzt vorliegenden, aber eigentlich schon 2016 erschienenen EP "Home Is Where The Heart Is".
Zwei Dinge fallen beim Anhören dieser fünf Tracks umgehend auf. Zum einen hat die Band großen Wert auf das Songwriting gelegt und zweitens hat sie jede Menge Arbeit in den mehrstimmigen Gesang investiert. Beides hat sich ausgezahlt. Der vielleicht beste Track – zumindest mein Favorit – hört auf den Namen "Great Decline", beginnt eher verhalten mit Gesang und einer einzelnen Gitarre, bis die Nummer im Verlauf anzieht, die Gesangslinien immer eindringlicher werden und es schließlich zu einem sehr melodiösen Gitarrensolo kommt, zu dem phasenweise auch der zweite Sechsaiter zum Doppeln parat steht. Sehr groovend eröffnet "Feeling Fine" die Scheibe, ohne dabei zu viel Power aufzufahren. Vielmehr wird Wert auf den mehrstimmigen Gesang und den bereits erwähnten Groove gelegt. Sehr cool. Auch "The Climb" beginnt sehr melodisch und erinnert etwas an die ruhigeren Momente der Black Crowes.
Einen deutlichen Country-Einschlag hat "Planes, Trains & Automobiles", was dieser EP aber keinesfalls schadet, sondern ihr sogar noch mehr Variabilität verpasst. "The Climb" klingt fantastisch nach einer Mischung aus (ganz frühen) Lynyrd Skynyrd und Buffalo Springfield. Der sehr coole Sechziger-Touch mit feiner Wah Wah-Gitarre wird dann gegen Ende beim Solo von sauber gebrachten Twin Leads abgelöst. Diese EP ist eine ganz feine Sache und Jive Mother Mary eine äußerst willkommene positive Überraschung.
Stellt sich am Ende die Frage, warum die Band nicht mal wieder ein Album produziert. Material dafür dürfte ausreichend vorhanden sein und auch qualitativ braucht sich diese Truppe keinesfalls zu verstecken.
Wer auf erdige, handgemachte Musik der Marke The Black Crowes, Lynyrd Skynyrd oder The Band Of Heathens steht, der sollte "Home Is Where The Heart Is" unbedingt mal antesten. Eine klasse EP!
Line-up Jive Mother Mary:
Mason Reck (guitars, lead vocals)
Seth Aldridge (drums, background vocals)
Tyler Schulz (guitars, background vocals)
Will Sanders (bass, background vocals)
With:
Rhett Huffman (piano, B3 organ, Wurlitzer)
Tracklist "Home Is Where The Heart Is":
- Feeling Fine
- The Ride
- Great Decline
- Planes, Trains & Automobiles
- The Climb
Gesamtspielzeit: 23:06, Erscheinungsjahr: 2017 (2016)



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