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John Fogerty / Legacy – The Creedence Clearwater Revival Years – CD-Review

John Fogerty - "Legacy - The Creedence Clearwater Revival Years" - CD-Review

Die sehr traurige Geschichte John Fogertys wurde bereits in früheren Album Reviews in RockTimes erzählt. Der Mann schrieb und veröffentlichte Ende der Sechziger bis Anfang der Siebziger in nur wenigen Jahren mit seiner Band Creedence Clearwater Revival (CCR) einen Mega-Hit nach dem anderen. Nicht nur die Singles, sondern auch die Alben verkauften sich wie geschnitten Brot. Was den Chef des damaligen Labels ganz besonders freute, denn der hatte sowohl der Band, als auch John Fogerty bezüglich der Songwriting Credits einen Vertrag untergejubelt, der ihm nicht nur die komplette eingenommene Kohle, sondern auch die Rechte an den Songs sicherte. Da gingen weltweit Millionen an Schallplatten über die Ladentheke und sowohl der Komponist, als auch die komplette Band sahen keinen Pfennig bzw. Cent davon. Umso ärgerlicher, da sich die Alben bis heute noch verkaufen, was CCR diesbezüglich auf die gleiche Stufe mit den Beatles stellt. Eine Situation, an der Fogerty mehrfach in seinem Leben fast zerbrochen ist.

Der Anlass des aktuellen Albums, das durchaus als eine 'Best of' oder besser gesagt 'Greatest Hits' von Creedence durchgeht, war die Tatsache, dass John Fogerty mit knapp achtzig Jahren, also über fünfzig Jahre nach dem ersten Erscheinen, endlich alle Rechte an seinen Songs zurück hatte. Und zur Feier hat er zwanzig seiner damaligen Stücke noch einmal eingespielt. Naja, was soll man zu diesen Tracks noch sagen? Selbst Leute, die keines der damaligen sechs Alben der Band im Schrank stehen haben und vielleicht auch gar nichts mit dem Bandnamen anfangen können, werden mindestens 14 der hier enthaltenen zwanzig Nummern kennen. Zumindest, wenn sie Radio hören, denn in diesem Medium ist Creedence Clearwater Revival nach wie vor so präsent, wie eh und je. Die Besonderheit der vorliegenden Scheibe ist, dass die Songs neu eingespielt wurden und es ist sehr beeindruckend, wie extrem stark Fogertys Stimme nach wie vor am Start ist. Absoluter Hammer, wenn man sein Alter bedenkt.

Auch wenn John Fogerty ab etwa Mitte der siebziger Jahre immer wieder zwar sporadisch, dafür aber in den meisten Fällen sehr gute Alben (beispielsweise Centerfield von 1985 oder Blue Moon Swamp aus dem Jahr 1997) veröffentlichte, konnten diese jedoch nie den Stellenwert der Creedence-Alben erreichen. Aber gut, "Lookin' Out My Backdoor", "Bad Moon Rising", "Proud Mary", "Have You Ever Seen The Rain", "Down On The Corner" oder "Who’ll Stop The Rain" und, und, und… das sind alles zeitlose Klassiker, die wahrscheinlich noch in fünfzig Jahren im Radio laufen werden. Falls es dieses Medium dann überhaupt noch gibt. Ganz zu schweigen von den beiden Lieblingsnummern des Rezensenten, "Someday Never Comes" und "Fortunate Son". Aber um ehrlich zu sein, muss man als echter Rock-Fan den kompletten Backkatalog von Creedence Clearwater Revival sowieso im Schrank stehen und immer griffbereit haben. Denn selbst die sogenannten Deep Cuts, also die eher unbekannteren Album Tracks haben es in sich.

Die große Frage zum Abschluss: Braucht man "Legacy – The Creedence Clearwater Revival Years" tatsächlich? Und die ewige Antwort lautet selbstverständlich wie üblich: Kommt drauf an! Wer bisher weder die Original-Studioalben noch eine ausführliche Compilation sein Eigen nennt, der ist auch mit diesen, übrigens sehr guten, Neueinspielungen allerbestens bedient. Die Musik bzw. Songs sind sowieso unverzichtbar. Wer bereits die Original-Einspielungen in gutem Sound in der Sammlung hat, wird hier allerdings nicht Neues oder einen Bonus-Effekt erleben. Höchstens den, dass sich der Amerikaner in seinem hohen Alter stimmlich nach wie vor unglaublich gut bis hervorragend anhört. Als Zusammenstellung von zwanzig Tracks kommt die Platte eigentlich immer, speziell aber im Sommer, wie eine Eins!


Line-up John Fogerty:

John Fogerty (guitars, lead vocals)
Shane Fogerty
Tyler Fogerty
Matt Chamberlain
Bob Malone
Bob Glaub
Rob Stone

Tracklist "Legacy …":

  1. Up Around The Bend
  2. Who’ll Stop The Rain
  3. Proud Marfy
  4. Have You Ever Seen The Rain
  5. Lookin' Out My Backdoor
  6. Born On The Bayou
  7. Run Through The Jungle
  8. Someday Never Comes
  9. Porterville
  10. Hey Tonight
  11. Lodi
  12. Wrote A Song For Everyone
  13. Bootleg
  14. Don’t Look Now
  15. Long As I Can See The Light
  16. Down On The Corner
  17. Bad Moon Rising
  18. Travelin' Band
  19. Green River
  20. Fortunate Son

Gesamtspielzeit: 60:13, Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Markus Kerren

Hauptgenres: Roots Rock, Classic Rock, Country Rock, Americana, Heavy Rock, Singer/Songwriter
Über mich
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Meine Konzerberichte im Team mit Sabine
Mail: markus(at)rocktimes.de

2 Kommentare

  1. Peter Stollenwerk

    Natürlich – als CCR-Fan braucht man diese Scheibe nicht – höchstens Familie Fogerty.
    Schade, dass der Meister sich bei seinen Live-Konzerten oft mit einer schwachen Begleitband begnügt. Da war auch mal besser.

  2. Manni

    Es ist wirklich beachtlich, wie gut John Fogerty stimmlich noch drauf ist und auch sein Gitarrenklang bleibt überzeugend. Ohne das abwerten zu wollen, fehlt eben die Authentizität des Originals. Daher lautet meine Empfehlung an Leute, die noch nichts von Creedence Clearwater Revival haben, sich den Songs zuzuwenden, die von der Band zwischen 1968 und 1971 eingespielt wurden. Zumal auf der vorliegenden "Legacy" doch einige Hochkaräter fehlen, auch wenn sie nicht von John Fogerty stammen. CCR ohne "Suzie Q" oder "I Put A Spell On You", das is' nix. Vielleicht eine schöne Zusammenstellung ähnlich der Platinum, falls die nicht mehr erhältlich sein sollte.

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