Mit der Joost de Lange & The Rock/Blues Experience steht mal wieder ein Powertrio des Blues Rock auf der Bühne der Höfe. Der Niederländer Joost de Lange, Jahrgang 1983, griff mit elf Jahren zur Gitarre und begann sich 16-jährig mit den Blues-Klassikern John Lee Hooker, Buddy Guy, Rory Gallagher, Stevie Ray Vaughan etc. zu beschäftigen, später wurde er vom Hard Rock und Metal à la Metallica, Iron Maiden u.a. inspiriert und so schuf er eine Symbiose aus beiden Stilen. Mittlerweile brachte er sieben Alben auf den Markt. Zu seiner langjährigen Besetzung gehören der 38-jährige Bassist Mitchell Goor und der Drummer Ramses Donvil. Das Trio hat seinen Standort in Antwerpen und ist in den letzten Jahren ständig im In- und Ausland auf Tour.
Das Konzert bestand aus zwei Sets mit einer Gesamtspielzeit von knapp zwei Stunden. Es wurden Cover von bekannten Bluesrockern, wie Rory Gallagher, Jimi Hendrix und Freddie King, sowie überwiegend Titel aus den Alben Lonesome Wolf von 2019 und der letzten Veröffentlichung von 2022, Hypnotized, zu Gehör gebracht.
Um 20:00 Uhr begrüßte Frank Fellenberg von den Goslarschen Höfen die etwa 100 Zuhörer und kündigte die Band an.
Gleich der erste Titel "I Won’t Follow" zeigte, wo die Reise heute Abend hingehen sollte. Straighter Rock pur, aber auch die Bluesanleihen kamen nicht zu kurz. Bei dem Don Nix-Klassiker "Going Down" konnte das Auditorium gleich seine Gesangsfähigkeiten unter Beweis stellen. "The River" begann mit angezogener Handbremse und steigerte sich in ein tolles Gitarrensolo. Prima Leistung von Joost.
Nach "I Fall Apart" von Rory Gallagher wurde das Gaspedal wieder durchgetreten. Mit "Soul On fire" wurde ein lupenreiner Rock’n’Roller performed und die Pause eingeläutet.
- Joost de Lange
- Ramses und Mitchell
- Ramses an den Drums
- Joost de Lange Band
Im zweiten Teil des Konzerts gefiel mir besonders "The Night Train" mit leichten Boogieeinflüssen und einer perfekt gespielten Slide-Gitarre. Leider blieb das Röhrchen für den Rest des Abends in der Hosentasche. Gallaghers "A Million Miles Away" bestritt Joost im Mittelteil ohne seine beiden Mitstreiter mit einem minutenlangen Solo, das er unter zu Hilfenahme des Volumereglers zelebrierte. Klasse gemacht!
Auch die beiden Hendrix-Nummern, die mit viel Wah Wah-Effekten den Abschluss bildetenm kamen beim Publikum sehr gut an.
Die Zugaberufe die jetzt erklangen waren relativ dürftig, das habe ich auch schon besser gehört, was wahrscheinlich dem Sound geschuldet war und nicht dem Können der Protangonisten. Die Musiker kamen zurück on stage und hauten nochmal ein volles Pfund mit Rorys "Shadow Play" raus.
Ramses Donvil machte einen prima Job, der 40-jährige Trommler lieferte mit seinen knalligen Drums zusammen mit Bassist Mitchell Goor ein solides Fundament für Joosts druckvolle Gitarrenpassagen. Für mich war es ein Vergnügen, Mitchell näher auf die Finger zu schauen, er lieferte komplexe Basslinien auf seinen vier dicken Saiten, die schon einen gewissen Solocharakter entwickelten. Von ihm hätte ich mir ein eigenes Basssolo gewünscht.
Leider konnte auch Rames keine Soloaktivitäten an den Mann bringen. Joosts Gitarrenarbeit war spitzenmässig, prima Soli ohne Frickeleien und gesangstechnisch gab es auch nichts zu meckern. Es hätte wirklich ein Klassekonzert werden können, wenn der Wermutstropfen Sound nicht gewesen wäre. Ich bin nur Musikkonsument und halte mich von Schuldzuweisungen fern. Nach meinem Empfinden war der Bass zu laut und die Sologitarre auf der rechten Seite teilweise zu leise. Das Problem war schon beim stundenlangen Soundcheck nicht zu beheben. Wirklich sehr schade.
Im Anschluss unterhielt ich mich noch kurz mit den sympathischen Musikern und wünsche ihnen ein immer volles Haus und ein tolles Publikum. Ich freue mich immer, wenn ich eine junge Band sehe, die die Helden meiner Jugend wieder auf die Bühne bringt.
Ich bedanke mich bei Holger Pape für den Platz auf der Gästeliste.
Mit Vanesa Harbek steht am 04.04.25 wieder eine Vertreterin des Bluesrocks auf der Bühne der Goslarschen Höfe. Schon mal vormerken, wird bestimmt ganz interessant.
- Action
- Mitchell Gorr
- Joost entrückt
- Ramses Donvill
Line-up Joost de Lange Band:
Joost de Lange (guitar, vocals)
Ramses Donvil (drums, backing vocals)
Mitchell Goor (bass)
Setlist:
• I Won’t Follow (Album Hypnotized)
• Drifting Away (Album Lonesome Wolf)
• Shout It All Out (Album Hypnotized)
• Going Down (Album Live In Antwerp – Freddie King)
• The River (Album Lonesome Wolf & Live In Antwerp)
• I fall apart (Rory Gallagher)
• Soul On Fire (Album Lonesome Wolf)
• The Rambler (Album Live in Antwerp & Lonesome Wolf)
• The Night Train (album Magic Crow
• A Mllion Miles Away (Rory Gallagher)
• Wandering (Album Live In Antwerp & Lonesome Wolf)
• Voodoo Child (Album Live In Antwerp – Jimi Hendrix)
• Foxy lady (Jimi Hendrix)
Zugabe:
• Shawdow Play (Rory Gallagher)
Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2025 | Jürgen Berking | RockTimes













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