Nach dem Konzert von Doug MacLeod waren die Akkus der Kameras wieder randvoll geladen, um den Gig des Amerikaners Josh Smith einzufangen. Das Konzert war schon Tage vorher ausverkauft, obwohl man den Begriff ja so nicht benutzen kann, wenn das Blues Moose Cafe in der Café Bar De Comm gastiert. Der Eintritt ist immer frei, aber die interessierten Konzertgänger müssen sich vorher auf der Website der Organisatoren sozusagen anmelden. Dadurch hat man einfach einen besseren Überblick.
Josh Smith zählt seit geraumer Zeit schon nicht mehr zu den sogenannten Geheimtipps der Blues-Szene. Der Ende der Siebzigerjahre in Connecticut geborene Musiker griff schon im Einschulungsalter zur Gitarre, hatte Unterricht auf diesem Instrument, war in frühen Jahren bereits mit dem Blues – auch über Konzerte – konfrontiert worden und mit dreizehn/vierzehn Jahren stand er obendrein in der Bühnen-Öffentlichkeit. Die ersten regionalen Preise trudelten ein und über einige Support-Auftritte, unter anderem für B.B. King bekam er immer mehr Fans. An Alben kamen Platte wie "Inception" (2009), I’m Gonna Be Ready (2011), "Don’t Give Up On Me" (2012) oder Over Your Head (2015) auf den Markt. »[…] Absolute Kaufempfehlung […]« hieß es bei der letztgenannten Scheibe und insgesamt machen die Veröffentlichungen Appetit auf ein Konzert. 2011 und 2013 besuchte RockTimes bereits zwei Gigs.
Außerdem bewegt sich der Blues-Musiker mit der Scheibe "Still" auf den Pfaden des Jazz/der Fusion.
Bei pünktlichem Beginn und guter Stimmung in der vollbesetzten Café Bar De Comm brachten Josh Smith & Co. das Rad der Begeisterung mit dem Wah Wah Action-Instrumental "Fulfillment" so richtig in Schwung. Bei einem Break war Zeit für einen Zwischenapplaus. Nicht nur der Frontmann, sondern auch seine beiden Begleitmusiker waren – wie sich im Laufe des Gigs zeigte – bemerkenswerte Künstler. Bassist Nicholas 'Nick' Ornelas und Felix Pollard bildeten eine Rhythmusabteilung, die zwischen schnurrendem Zwölfzylinder, sonor-dröhnenden Auspuffrohren oder geschmeidiger Schaltkulisse alle möglichen Groove-Arten drauf hatte. Respekt, anerkennendes Kopfnicken sowie Beifall signalisierten schon früh den Lohn des Einsatzes.
Mit einem ausgedehnten Solo sowie elektrifizierendem Riffing waren "How Long" und das bei entschleunigtem Tempo gespielte funky Stück "Pusher", bei dem der Drummer wie selbstverständlich die Trommelkanten und einen Schellenring auf dem Hi-Hat einsetzte, die ersten Kostproben aus "Over Your Head". Bis in die höchsten Töne zupfte Nicholas 'Nick' Ornelas sein Basssolo und der Alleingänge des Tieftonbedieners sowie Drummers sollten noch mehrere folgen. Jeden einzelnen Ton genoss man in den mit einem Hauch Peter Green versetzten, ganz sanften, leisen Phasen und auch eine Gänsehaut konnte nicht vermieden werden, als "The Way You Do" vom "I’m Gonna Be Ready"-Album die Wirkung eines pastellfarbenen Traums auslöste.
Die Kolben des Josh Smith-Blues bekamen bei "Letting You Go" immense Funk-Ausmaße und beim aufgebauten Druck der Rhythmusfraktion bekam das Bier von ganz alleine wieder eine Schaumkrone. "When I Get Mine" bezeichnete der Protagonist als seinen persönlichen "Over Your Head"-Favoriten. Mit einem griffigen Fuzz-Bass-Intro sowie der wieder einmal mit mächtigem Drive agierende Schlagzeuger stand diese Nummer ebenfalls hoch in der Gunst des Publikums. "Penance" entwickelte sich zu einem – im wahrsten Sinn des Wortes – atemberaubenden Intensiv-Instrumental. In den ganz besonders leisen Phasen wagte man kaum zu schlucken und an dieser Stelle ein dickes Lob an das begeisterte, aber an den entsprechenden Stellen sehr konzentriert zuhörende Publikum. Auf seinen drei Arbeitsgeräten machte Josh Smith in jeder Form und Variation Stimmung. Klasse! Der Drummer spielte hier sogar auf seiner Armbanduhr.
Bei solch aufmerksamen Zuschauern gab Josh Smith dann doch einen Nachweis seiner Fähigkeiten im Bereich Jazz. Von "Still" inszenierte er mit "Charlie’s Ray" ein Tribut an Ray Charles. Felix Pollard, der auch in Diensten von unter anderem Shelia E., Lionel Richie, George Duke, Destiny’s Child, oder Chaka Khan stand, setzte vier Jazzbesen ein und alle drei Musiker verdeutlichten nachhaltig, dass der Schwenk zum Jazz voll überzeugte. Danach wurden alle Ventile des Blues Rock komplett aufgedreht und "First Hand Look (At Down And Out)" brachte die Location quasi ins Wanken.
Josh Smith und seine Kompositionen waren so etwas wie Genre-Hopping, denn das "Triple J Howdown" war ein über die grüne Wiese gespielter Country-Song mit Hillbilly-Beigaben und auf der heißen Funk-Herdplatte inszenierter Track, der die hochinteressante Individualität des blendenden Gitarristen reflektierte. Zu Beginn von "The Middle" konnten die Anwesenden etwas abkühlen, dann entwickelte sich die Nummer aber zu einem echt heftigen Adrenalin-Kick. In der Jimi Hendrix-"Angel"-Zugabe, dem einzigen Coversong des Abends, kristallisierte sich der improvisatorische Faktor der Combo heraus.
Das Konzert war ein Festival des Blues & More. Der Amerikaner hatte mit dem Basssisten Nicholas 'Nick' Ornelas sowie Felix Pollard am Schlagzeug zwei Musiker an seiner Seite, die ihn brillant begleiteten.
Die Song-Videos zum Groesbeek-Konzert können, wie immer, auf dem Blues Moose-You Tube-Kanal angeschaut werden.
Am Mittwoch, dem 13. Dezember spielt die niederländische Combo Easterfield im Blues Moose Café.
Line-up Josh Smith:
Josh Smith (vocals, guitars)
Nicholas 'Nick' Ornelas (bass)
Felix Pollard (drums, percussion)
- Nicolas 'Nick' Ornelas (bass)
- Felix Pollard (drums, percussion)
- Josh Smith mit rauer Stimme
- Josh Smith
- Felix Pollard trommelt
- Nicolas 'Nick' Ornelas zupft den Bass
- Josh Smith
- Josh Smith hat den Jazz
- Nicolas 'Nick' Ornelas' tieftönenden Fantasien
- Felix Pollard-Groove
- Josh Smith
- Felix Pollards tickender Rhythmus

















1 Kommentar
Wilma
26. November 2017 um 19:41 (UTC 1) Link zu diesem Kommentar
Hello Joahim,
It is again a good story, with wonderful pictures.Thank you.
Take care Wilma and John.