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Kombynat Robotron / Aank – Digital-Review

Sieben ist eine Glückszahl.
Auch für die Band Kombynat Robotron?
Die Gruppe besteht seit sieben Jahren und "Aank" ist ihr siebtes Album.
Bringt die Zahl Sieben Kombynat Robotron Glück?
Mit dem Glück ist das so eine Sache. Glück hat etwas mit Zufall zu tun.
Sagen wir doch lieber Erfolg.
Bei Noisolution erfahren wir unter anderem, dass das aus Kiel stammende Trio »[…] erstmals mit Gesang und festeren Songstrukturen […]« arbeitet.
»[…] Kombynat Robotron fliegt zu den Sternen und präsentiert sich lauter, schneller und härter, aber auch ruhiger und nachdenklicher als je zuvor. […]«

Der in Stein gemeißelte Kombynat Robotron-Stoner Rock erfährt durch die eine oder andere Noise-Offensive beziehungsweise Grunge-Wehmut weitere Konturen.
Kombynat Robotron fackelt da gar nicht erst lange und präsentiert mit der Album-Eröffnung "Staub" eine erste Breitseite. Nach einem riffigen Jannes Ihnen-Gitarren-Intro gesellen sich Bassist Claas Ogorek sowie Thomas Handschick (Schlagzeug) dazu und schon erleben die Leute vor den Lautsprechern eine initiale Portion Kombynat Robotron Heftigkeit. Erstmals Gesang? Im Opener nicht so ganz, denn hier handelt es sich viel eher Spoken Words, die auch noch mit verführerischen Effekten daher kommen. Garniert wird das ganze Treiben mit einem klasse E-Gitarren-Solo. Stoner Rock auf den Punkt. So, wie er sein soll. Hart und heftig.

Bei "Morast" ist es Bassmann Claas Ogorek, der für die staubtrockene Einleitung – mit etwas Fuzz im Gepäck – zum zweiten Kombynat Robotron-Song sorgt. Die Trumpfkarte dieser Nummer ist, neben prächtigen Gitarren-Sounds sowie spacig-hinlangendem Solo – ein toller Groove, der zumindest die Fußwippe aktiviert. Hier haben wir es mit einer gelungenen Mischung aus Spoken Words und Gesang zu tun. Volltreffer!
Boom! Zu Beginn von "Schnee" hält die Psychedelic Einzug ins Geschehen. In dieser, von tonnenschwerem Rhythmus begleiteten Nummer, begibt sich der Gitarrist Jannes Ihnen phasenweise auf die Pfade der Fusion. Abermals wird der Text in Effekte eingebettet und mittlerweile kommt man zu dem Schluss, dass diese Variante der Gesangs-Inszenierung richtig gut zur ein ums andere Mal abhebenden Musik passt. "Schnee" ist ein psychedelisch-heftiger und gelungener Ansturm auf die Trommelfelle.

Ups! War ist denn jetzt los?
Nach dem Schneesturm gleitet das Trio unvermittelt auf ein herrlich-ruhiges, geradezu nachdenkliches Terrain. "Aank Ma" ist anders, vollkommen anders und hat nichts vom vorherigen Power-Stoner Rock mit psychedelischen Portionen. In diesem Instrumental schwelgt ein akustischer Sechssaiter in Melancholie. Verstärkt wird diese Stimmung durch wunderschön-gleitende Keyboard-Sounds der Nachdenklichkeit. "Aank Ma" ist ein nicht zu erwartender Titel, der eine völlig andere Kombynat Robotron-Seite aufruft. Sehr gelungen!

Nach dem "Aank Ma"-Durchatmer geht es mit "Ikarus" kraftvoll rockend weiter. Ein Track, der sich in luftigen Höhen abspielt und wahrlich nichts mit dem Mythos Ikarus und seinem Absturz zu tun hat. Im Gegenteil, Kombynat Robotron verfügt hier über Rock-Flügel und verursacht Wolkenberge. Jannes Ihnens Soli sind wie Eruptionen eines Vulkans.
"Unbehagen" lässt keinen Stoner Rock-Stein auf dem anderen. Auch hier wird gehämmert, was das Zeug hält. Bei den Lyrics-Beiträgen – auch in der Manier eines Shouters dargeboten – bleibt es so, wie bereits weiter oben erwähnt. Passt!
Sauerstoff brauchen wir bekanntlich zum Atmen. Die andere Seite der Medaille ist aber auch die Tatsache, dass Feuer auch Sauerstoff zum Brennen braucht. Jetzt kommt Kombynat Robotrons "Sauerstoff" ins Spiel. Das Feuer von diesem Track kommt einem Flächenbrand gleich. Was bei dieser Power-Nummer bleibt, ist schwelende Asche. Highlight!
Sinnbildlich knipst das Trio bei "Finster" das Licht aus. Stakkato im Duo. Die Gitarre rifft fast hypnotisch und Jannes Ihnens Vocals kommen ohne Punkt und Komma rüber. "Finster" ist ein hervorragender Abschluss von "Aank", einem Album, das Kombynat Robotron großen Erfolg bringen wird.

Chapeau, Claas, Jannes und Thomas!


Line-up Kombynat Robotron:

Jannes Ihnen (vocals, guitar)
Claas Ogorek (bass)
Thomas Handschick (drums)

Tracklist "Aank":

  1. Staub
  2. Morast
  3. Schnee
  4. Aank Ma
  5. Ikarus
  6. Unbehagen
  7. Sauerstoff
  8. Finster

Gesamtspielzeit: 41:42, Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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