Oh, da ist damals wohl doch irgendwas schief oder zumindest anders gelaufen, als es ursprünglich geplant war. Die hier zu reviewende Band Liger hat sich nämlich vor sechs Jahren bereits einmal bei uns vorgestellt. Seinerzeit allerdings noch unter dem Namen Rednight und rein musikalisch gesehen mit ihrem gleichnamigen Debütalbum. Wie dem Facebook-Account der Combo zu entnehmen ist, erfolgte dann 2022 die Namensänderung zu Liger. Ob es auch bei den Musikern zu Wechseln kam, war für den Autor nicht wirklich feststellbar, da weder auf Außen- oder Innencover sowie auch auf den offiziellen Internetseiten der Band kein aktuelles Line-up zu finden war.
Wenn man von den Songcredits ausgehen darf, dann sind mit Maurice Klinge (vocals), Jannik Hackenbroich (drums) sowie Kilian Böttcher (guitars) nach wie vor drei Musiker des oben erwähnten Albums am Start. Da unbestätigt, haben wir auf die Line-up-Angabe am Schluss des Reviews jedoch verzichtet. Musikalisch legen Liger auf ihrer Debüt-EP mit "We Were Gods" schon mal kräftig los. Nach einem atmosphärischen Intro gibt ein fetziges Gitarren-Riff die Marschrichtung vor. Das gute, mit variierenden Tempi spielende, Arrangement macht alleine schon Spaß und hier ist nicht nur jede Menge Power mit im Spiel, sondern auch die Hooklines beim Gesang sind gut.
"Lost In The Darkness" legt anfangs ein bis zwei Gänge zu, bevor für die Strophen clevererweise wieder Raum für die Vocals gelassen wird. Auch hier gehen die Daumen für das gute Songwriting – inklusive der Parts zum Matteschwingen – nach oben. "Throne" ist eine Metal-Abrissbirne der besten Sorte, bei der das Tempo im Vergleich weniger variiert wird und es stattdessen fast durchgängig straight nach Vorne geht. Eine coole zusätzliche Klangfarbe sozusagen. Bei dem wieder deutlich durcharrangierteren "Signals" überzeugt neben dem Song an sich auch das starke Gitarrensolo von (wahrscheinlich) Kilian Böttcher. Sehr stark und neben "Lost In The Darkness" einer der beiden Favoriten des Rezensenten.
Der einzige Track, der den Verfasser dieser Zeilen nicht ganz so überzeugen kann ist "Call Me", was aber rein am eigenen Gusto liegen mag. Dafür beschließt dann aber das bärenstarke "Psycho" diese EP, die man entweder als Comeback oder kompletten Neuanfang mit teilweise neuen Musiker sehen kann. Hatte man bei dem Album von Rednight noch ein wenig das Gefühl, dass sich die Band noch nicht ganz sicher über die stilistische Auslegung war, so überzeugt die Debüt-EP von Liger auf voller Länge, unter anderem durch ihre klare musikalische Linie. Metal made in Nordrhein-Westfalen mit gutem Songwriting und ebenso guten Arrangements. Coole Sache!
Tracklist "Revelation":
- We Were Gods
- Lost In The Darkness
- Call Me
- Throne
- Signals
- Psycho
Gesamtspielzeit: 24:09, Erscheinungsjahr: 2026



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