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Loud Partner / Crazy Love – EP-Review

Loud Partner / Crazy Love

Die amerikanische Band Loud Partner gibt es etwa seit einem Jahr. Sie entstand, als sich Jeff Zucker und Micah James trafen und mit dessen Band The Peasant Minstrels, die neue Formation gründeten, mit dem Ergebnis dieser EP, "Crazy Love".

"Get A Job" eröffnet die Platte und es erwartet mich eine Art Blues. 'Eine Art', denn purer Blues ist es nicht, das Stück spielt mit der Stimmung der Musik und auch das Gitarrenspiel basiert auf guten alten Blues-Strukturen des elektrischen City Blues. Doch hier scheint sich bereits so etwas wie eine Hybrid-Stimmung anzudeuten, denn weder die gesamte Instrumentierung noch der Gesang haben etwas mit Blues zu tun.

"The Fire" strömt erneut in die bluesige Richtung, hier ist es wieder das Gitarrenspiel, doch gesanglich klingt es wie eine Rockballade. Die Band spielt dazu nicht sehr ambitioniert wirkend, der Song strömt mehr gelassen und entspannt denn inspiriert und leidenschaftlich. Nur Micah James als Gitarrist kann mich überzeugen mit seinem emotional geprägten Spiel. Und nun kommt Jimi Hendrix ins Spiel, "Wrong" weist mit Wah-Wah-Gitarre in dessen Richtung, aber das ist auch schon alles an Hendrix-Ähnlichem. Auch hier habe ich erneut das Gefühl, dass die Band etwas Anderes spielen möchte als James. Es fehlt offensichtlich die Synthese, und so wirkt die Musik mitunter ein wenig flach.

Kann "Stormy Monday" das retten??? Mit kraftvoll akustischer Gitarre marschieren wir in Richtung des Mississippi Deltas. Micah James verfrachtet gar den Autor des Songs, T-Bone Walker, in jene Gegend. Das Teil ist gelungen, yeah!!! Hier scheint der Mann seine wahrscheinliche Passion voll ausleben zu können. Diese Solo-Darbietung lässt mich die Band nicht vermissen. Junge, hau eine Platte voll solcher Blues-Traditionals raus! Am besten Klassiker des Chicago- oder Texas-Blues, zurück zu den Ursprüngen, eine interessante Idee …

"WeAreNeverDatingAgain" (das wird auf dem Cover tatsächlich so zusammengeschrieben) fällt dann leider wieder in das alte Muster zurück. Hinter dem schon fast folk-rockig wirkenden Background versucht James seine Blues-Licks anzubringen, aber als der Song nach etwa eineinhalb Minuten an Tempo zulegt, klappt das Zusammenwirken der Elemente doch auch tatsächlich. Und zum Schluss bluest es dann noch einmal vollends, "Crazy Love" lässt dem Gitarristen freien Lauf, die Band ist bei ihm und bringt das für mich zweite Highlight dieser EP.


Line-up Loud Partner:

Micah James (lead guitar, vocal)
Jeff Zucker (guitar)
Brian Bateman (bass)
Todd Armstrong (drums)

Tracklist "Crazy Love":

  1. Get A Job (3:00)
  2. The Fire (3:26)
  3. Wrong (2:27)
  4. Stormy Monday (3:43)
  5. WeAreNeverDatingAgain (3:21)
  6. Crazy Love (5:08)

Gesamtspielzeit: 21:18, Erscheinungsjahr: 2018

Über den Autor

Wolfgang Giese

Hauptgenres: Jazz, Blues, Country
Über mich: Althippie, vom Zahn der Zeit geprägt, offen für ALLE Musikstile
Meine Seite im Archiv

Mail: wolfgang(at)rocktimes.de

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