Die Meryn Bevelander Band war am 07. September 2024 bereits Gast im Joker Rock & Blues Club, Geldern.
Seinerzeit – es war erst der zweite Auftritt in Deutschland – trat die niederländische Band als Support für Big Daddy Wilson & The Goosebumps Bros. auf.
Der Gig der Meryn Bevelander Band war ein »[…] ein wahres Blues-Feuerwerk. […]«
Außerdem heißt es im Konzertbericht unter anderem:
»[…] Das Lob für den Meryn Bevelander Band-Gig im Joker Rock & Blues Club kann gar nicht groß genug ausfallen. […]«
Aus der Culturkreis Gelderland e.V.-Konzertankündigung geht außerdem hervor, dass sich das Trio »[…] für diesen Gig mit Sander Poleig am Keyboard verstärkt, da sie eines der Sets dem großen Gary Moore […] widmet. […]«
The Elder Statesmen Band stammt aus Bonn und der in Geldern geborene Schlagzeuger Winfried Klümpen kehrt für dieses Konzert in seine Heimatstadt zurück.
2009 brachte The Elder Statesmen Band das Album "Ballads, Blues & Rock ’n Roll" auf den Markt.
Im Line-up beider Bands sind Verwandte mit von der Partie.
Einerseits sind Meryn und Florian Bevelander Brüder und andererseits sind bei The Elder Statesmen Band Uwe und Max Gillert Vater und Sohn.
The Elder Statesmen Band sorgte für prächtige Stimmung im Joker Rock & Blues Club.
Das Quintett mit Special Guest Manni Motelking (Harp) brachte das Publikum bei diesem gut besuchten Konzert ordentlich in Schwung.
Schon beim Opener "Up The Line" zeigte Harper Manni Motelking, was er so alles aus dem Mississippi-Saxofon heraus holen konnte, welche herrlichen Klangschöpfungen er in seinen ersten Solo kreierte.
Über "Tore Down", im Original von Freddie King, zeigte sich der Gitarrist Max Gillert bei seinem Alleingang in toller Spiellaune und der Harper versetzte die Kanzellen seines kleinen Instruments in Vibration.
Angela von Capitaine sang mit einer klasse Stimme und in Fleetwood Macs Ballade "He Loved Another Woman" machte Manni Motelking abermals von sich reden, weil er seine Harp-Sounds durch ein Fahrradlampenmikrofon spielte. Für sein Sechsaiter-Solo begab sich Uwe Gillert an den Bühnenrand und sorgte mit seiner Fretboard-Fahrt für Szenenapplaus. Ganz allgemein bekam er ebenfalls Beifall für seinen Ideenreichtum.
- Angela von Capitaine (vocals)
- Uwe Gillert (guitar)
- Max Gillert (guitar)
- Hermann Joisten (bass)
- Winfried Klümpen (drums)
- Manni Motelking (harmonica)
Das Fleetwood Mac-Stück war auf weiter Flur nicht die einzige Ballade.
"Full Moon On Main Street" von Omar & The Howlers sorgte für herrlich entspannte Blues-Stimmung in der Location. Uwe Gillerts Finger wanderten über das Griffbrett seiner Gibson und er beeindruckte durch golden schimmernde Ideen.
Auch "You Better Watch Out" sortierte sich beim verlangsamten Blues ein und Angela von Capitaine überzeugte in den hohen Tonlagen. In diesem Lied hatte Max Gillert seinen ganz großen Auftritt, denn er begeisterte das Publikum durch ein variantenreiches, von vielen Fantasien geleitetes XXL-Solo. Seine Alleingänge waren ein Genuss.
Schlagzeuger Winfried Klümpen war mit seinen Beats der Motor der Combo. Er versah das von Willie Dixon komponierte "Crazy For My Baby" sowie "Snatch It Back And Hold It" (Junior Wells) mit differenzierten Shuffle-Rhythmen und Winfried Klümpens Grooves sorgten für Fußwippen-Aktvitäten.
"Crazy For My Baby" hatte Little Walter in seinem Programm und folglich war es fast schon zu erwarten, dass Harper Manni Motelking zu einem weiteren Solo-Beitrag kam, denn Little Walter war ein Mundharmonikaspieler. Der Special Guest der Formation sorgte für ganz besonders weiche Töne, denn er griff zu einer chromatischen Harp.
Winfried Klümpens Drum-Groove, Hermann Joistens Bass und ein Frage-Antwort-Intermezzo zwischen Vater Uwe und Sohn Max sorgten in JD McPhersons "Mother Of Lies", dem letzten Song des Gigs, für besondere Aufmerksamkeit.
Sechzig Minuten The Elder Statesmen Band live auf der Bühne des Joker Rock & Blues Clubs.
Sechzig Minuten lang überzeugende Varianten des Blues.
Line-up The Elder Statesmen Band:
Angela von Capitaine (vocals)
Uwe Gillert (guitar)
Max Gillert (guitar)
Hermann Joisten (bass)
Winfried Klümpen (drums)
Special Guest:
Manni Motelking (harmonica)
In flinken fünfzehn Minuten war der Umbau vorbei und die Bühne sowie das Publikum bereit für die Meryn Bevelander Band.
Her mit den Superlativen.
Bezüglich der Superlative stand der Berichterstatter definitiv nicht allein auf weiter Flur.
Die Meryn Bevelander Band. Sturm und Drang des Blues einer ganz jungen Band.
Geprägt von einem klasse Gesang, sagenhaften Gitarren-Kombinationen vom Bandleader, einem energiegeladenen Kevin Clerence am Bass, einem höchst dynamischen Schlagzeuger Florian Bevelander und einem Keyboarder Sander Poleig, der sich perfekt ins Ganze einreihte, die Gruppe zu einer fantastischen Einheit und zu einer kompakten Formation werden ließ.
Die Dynamik des Auftritts mündete auch noch in tollen Show-Elementen.
Alleine auf der Bühne machte Willi Teloo seine Ansage. Während des instrumentalen Einstiegs enterte das Quartett die Bühne und dann gab es volle Pulle "Miss You"-Blues Rock aus dem obersten Regal der Zwölftakter-Künste. Da hatte selbst die Gänsehaut Probleme nachzukommen. Überwältigend!
- Meryn Bevelander (vocals, guitars, slide guitar)
- Kevin Clerence (bass)
- Florian Bevelander (drums)
- Sander Poleig (keyboards)
Die Power wurde ohne Verluste in "Walk In My Shadow" fortgesetzt.
Ein Meryn Bevelander blieb nur während seines ebenfalls von extremer Lebhaftigkeit gekennzeichneten Gesangs auf seinem Platz. Ansonsten war er ständig unterwegs. Zur Intensität seines Gitarrenspiels gesellte sich auch eine enorme Bewegungslust, die von ihm über den gesamten zur Verfügung stehenden Platz auf der Bühne umgesetzt wurde.
"Sugar" sowie "What Should I Do" waren dann die ruhigeren Momente im Auge einer Blues Rock-Orkans. In der erstgenannten Nummer ließ Meryn Bevelander ein brillant-großformatiges Solo vom Stapel und krönte den Alleingang schließlich mit einer Wah Wah-Pedal-Action, die einen in pures Staunen versetzte.
Mit "Lady Bee" tauchte das Quartett den Blues tief in den Funk. Selbstredend begab sich Meryn Bevelander abermals an den Bühnenrand und das Publikum genoss ein weiteres Mal die Finger-Akrobatik des Gitarristen.
Fast unscheinbar auf einem Kunststoffhalter positioniert befand sich am Mikrofonständer ein Bottleneck. Lange, verdammt lange hatte das Röhrchen auf seinen Einsatz gewartet. Beim vorletzten Lied des fast zweistündigen Konzerts rief Meryn Bevelander mit dem Bottleneck am Ringfinger bei Joe Bonamassas "The Ballad Of John Henry" den Slide-Sound auf. Hammer! Wow! Bei der wilden Fahrt über die Saiten bekam man schon wieder eine Gänsehaut und das ganze Treiben nahm – inklusive Wah Wah-Pedal-Einsatz – eine faszinierende psychedelische Richtung ein. Exzessiv, völlig losgelöst, schwebte die Combo durch den luftleeren Raum des Space Rock. Highlight!
Immer wieder warf man einen Blick auf den Bassisten Kevin Clerence. Bei vielen Bands ist der Tieftonzupfer so etwas wie der ruhende Pol. Kevin Clerence ist genau das Gegenteil. Auf dem Fretboard war er ein wahres Powerpaket. Man erlebt wohl nicht häufig einen Bassisten, der sein Instrument so melodisch spielt.
Für "The Ballad Of …" schulterte er einmalig einen Bass von Rickenbacher. Dieser Tieftöner entwickelte aus den Lautsprechern noch mehr Druckwellen und man bekam das Gefühl, als würden einem die Haare vom Kopf fliegen.
"Taking Your Chance" begann herrlich melodisch-verträumt und mündete unvermittelt in einem Vulkanausbruch und man hörte Kevin Clerence in den höchsten Tönen zupfen. Am Beginn des Korpus ist selbst für einen Bassisten kaum noch Platz für die Finger.
Tastenmann Sander Poleig nahm nicht nur die Rolle eines Mitmusikers ein. In "Shuffle In A" erntete er für sein im Hammond-Modus vorgetragenes Solo Beifall. Ganz generell knüpfte Sander Poleig wunderschöne Tasten-Teppiche, die vielen Liedern eine ausgesprochen farbenfrohe Ausstrahlung verlieh.
Der Motor von Drummer Fabian Bevelander hielt quasi das hervorragende Treiben auf der Bühne zusammen. Auf den Mann hinter der Schießbude war Verlass. Er trieb seine Mitmusiker mit differenzierten Rhythmen an, wenn Blues Rock angesagt war und konnte bei den Balladen auch zurückhaltend agieren.
Lieder aus Gary Moores Song-Verzeichnis wurden angekündigt und gegen Ende des Gigs auch eingelöst. Zunächst machte einer der Klassiker des nordirischen Musikers die Runde im Joker Rock & Blues Club. In "Walking By Myself" setzte der Frontmann mit einem Fingerzeig den Publikums-Chor ein und es folgte der groovende Rock’n’Roll à la Meryn Bevelander Band. In seinem Solo begab sich Sander Poleig auf Piano-Tour. "Parisenne Walkways" war ein farbenfroher Spaziergang auf dem Fretbaord und Meryn Bevelander sang mit einem seidenen Timbre. Highlight!
"Help Me" garnierte die Band mit einem Reggae-Intermezzo und plötzlich war der Bandleader von der Bühne verschwunden. Er begab sich – sein Arbeitsgerät hinter dem Kopf spielend – auf Wanderschaft durchs Publikum und zurück auf der Bühne hatte er seine Gitarre auf dem Rücken spielend positioniert.
Zugabe. In "My Girl", das man unter anderem auch von Nirvana kennt, trumpften ein letzte Mal Sander Poleig sowie Kevin Clerence mit Soli auf.
Dieses Konzert der Meryn Bevelander Band war mitreißend, atemberaubend, brillant, voller Tiefgang, Blues-Vielfalt, verlangsamte Zwölftakter der Einkehr, versehen mit tollen Show-Elementen.
Ein Dank geht Stefan von Rockline für einen klasse Sound.
RockTimes bedankt sich bei Willi Teloo für den Platz auf der Gästeliste.
Am 29. November wird Vanja Sky im Joker Rock & Blues Club erwartet. Support: Nienke Dingemans
Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2025 | Joachim Brookes | RockTimes
Line-up Meryn Bevelander Band:
Meryn Bevelander (vocals, guitars, slide guitar)
Kevin Clerence (bass)
Florian Bevelander (drums)
Sander Poleig (keyboards)

















































4 Kommentare
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Joachim 'Joe' Brookes
25. Oktober 2025 um 11:58 (UTC 1) Link zu diesem Kommentar
Vielen Dank für die Kommentare.
Am 09. November gibt es für mich beim Bikkel Blues in Vlierden (NL) ein Wiedersehen mit der Meryn Bevenlander Band.
Joe
Ferdinand Sprenger
21. Oktober 2025 um 16:14 (UTC 1) Link zu diesem Kommentar
"Da hatte selbst die Gänsehaut Probleme nachzukommen"
So war es, ein schöner Abend für Musikfans
Fein beschieben und mit tollen Bildern wiedergegeben.
GRuß F.
Teloo
21. Oktober 2025 um 15:42 (UTC 1) Link zu diesem Kommentar
Beim Lesen der Kritik kommt das ,,Gänsehautgefühl" unvermittelt zurück! Die Schreibe von Joe ist ebenso beeindruckend wie der gesamte Abend verlief! Besser verrante, denn das Zeitgefühl ging spätestens bei Bevelander verloren. Es war eines der Konzerte, die eigentlich nicht getoppt werden können!
Stefan Deckers
21. Oktober 2025 um 14:05 (UTC 1) Link zu diesem Kommentar
Toller Bericht!