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Midnight Steamer / Shakedown Cruise – CD-Review

Midnight Steamer - "Shakedown Cruise" - CD-Review

Bei Midnight Steamer handelt es sich um eine Band aus Nürnberg, die im Jahr 2016 zusammengefunden und nach einigen 'kleineren' Veröffentlichungen nun mit "Shakedown Cruise" ihr erstes Album am Start hat. Die Combo hat auch bereits so einige Konzerte auf dem Buckel und ist immer auf der Suche nach weiteren, war jedoch in den vergangenen zwei Jahren von der Pandemie ebenso gebeutelt, wie alle anderen. Drücken wir die Daumen, dass es bald wieder losgehen kann. Musikalisch fahren die Franken in eigenen Worten das Retro Rock-Brett, was sie auch richtig gut drauf haben. Wer auf Innovationen hofft ist hier zwar an der falschen Adresse, aber die müssen auch gar nicht sein, wenn die Kompositionen und Einspielung stimmt. Und das tut beides.

Richtig gute Gitarren-Riffs und -Licks, überzeugende Soli, ein Powerhouse als Rhythmus-Abteilung und nicht zu vergessen der Gesang von Maria. Und obwohl hier zumeist richtig schön Dampf im Kessel ist, schafft es die Band trotzdem sehr melodisch unterwegs zu bleiben. Bei dem eher balladesken "Valley Of Circles" glänzt eine sehr starke Slide-Gitarre ebenso, wie die melodieführenden Licks. Dies und die tolle, dichte Atmosphäre macht diese Nummer zum Favoriten des Rezensenten. Aber auch andere Stücke wie beispielsweise "Shakedown Cruise/Demon", "Beat The Boredom" oder "The Rise And Fall Of Roky" überzeugen durchaus. Der letztgenannte Titel handelt übrigens (wenn ich es nicht völlig falsch verstanden habe) von dem tragischen Leben des Musikers Roky Erickson (The 13th Floor Elevators). Für "Beat The Boredom" hat offensichtlich Chris Danner die Lead Vocals übernommen, was ebenfalls sehr gelungen ist.

So cool und überzeugend die Musik auch ist, muss leider ebenso gesagt werden, dass der Gesang den Schwachpunkt der Scheibe darstellt. Wobei das gar nicht mal heißen soll, dass die gute Maria eine schlechte Sängerin ist – leider klingen die Lead Vocals auf dieser Scheibe jedoch viel zu sehr wie 'mit angezogener Handbremse' eingesungen, zu sehr auf 'Nummer Sicher', damit alles korrekt und sauber rüberkommt. Dadurch geht leider jede Menge Feeling und Spontanität und somit dann auch der Funke verloren, der ein ernsthaftes Feuer entfachen könnte. Live auf der Bühne wird das sicher nochmal ganz anders aussehen und die Leinen werden dort mit garantiert auch viel eher losgealssen. Auf den hier versammelten Tracks wirkt der Gesang jedoch oft zu steril. Schade. Mag aber auch sein, dass nur ich diesen Eindruck habe und expressiverer Gesang für viele andere Musik-Fans gar nicht mehr so sehr gefragt ist.

Das eine oder andere Riff glaubt man zwar schon mal irgendwo an anderer Stelle gehört zu haben, was aber gar nicht schlimm ist, da Midnight Steamer immer auch ihre eigene Identität mit einbringen und die einzelnen Titel dann doch zu ihren ganz persönlichen machen. Letzten Endes ist "Shakedown Cruise" also ein gutes Rock-Album mit dem weiter oben bereits beschriebenen Abzug in der B-Note. Und wenn bei der nächsten Scheibe die gesanglichen Zügel auch noch ein bisschen gelockert bzw. losgelassen werden, wird auch der Rezensent so richtig überzeugt sein.


Line-up Midnight Steamer:

Maria (lead vocals)
Käpt’n Chris (guitars, piano, organ, vocals)
Thilo (guitars)
Max (bass)
Oli (drums)

Tracklist "Shakedown Cruise":

  1. Shakedown Cruise/Demon
  2. The Rise And Fall Of Roky
  3. True Mother’s Boy
  4. Beat Of Boredom
  5. Tokyo Rose
  6. What’s Wrong With This Town
  7. Valley Of Circles
  8. Alphamale

Gesamtspielzeit: 34:02, Erscheinungsjahr: 2022

Über den Autor

Markus Kerren

Hauptgenres: Roots Rock, Classic Rock, Country Rock, Americana, Heavy Rock, Singer/Songwriter
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Mail: markus(at)rocktimes.de

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