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Mojo Men / Konzertbericht, 14.11.2025, Kniestedter Kirche, Salzgitter-Bad

Kniestedter Kirche Salzgitter

Es stand mal wieder handgemachter, authentischer Blues auf dem Programm – in Verkörperung der Mojo Men. Das sind sechs Musiker und alle keine Nobodys im Musikbusiness. Sie haben mit zahlreichen Größen wie Inga Rumpf, Abi Wallenstein, Achim Reichel, Bernie Marsden (Whitesnake) u.a. zusammengearbeitet – auch in RockTimes sind sie in vielen Arikeln zu finden. Heute stehen sie zum ersten Mal auf der Kniki-Bühne und wollen das Publikum mit ihrem powervollen Blues begeistern.

Mofo Men

Mofo Men

Vor nicht allzu langer Zeit vom Bluesharp-Spieler und Sänger Henry Heggen aus Jacksonville, Florida, Schlagzeuger Stefan Dahm und Lutz Krajenski an den Tasten gegründet, verstärkte man sich mit Arnd Geise am Tieftöner und dem Gitarristen Martin Scheffler. Irgendwann kam man zu dem Entschluss, ein zweiter Guitarero wäre vielleicht nicht verkehrt und so wurde Jürgen Scholz verpflichtet. Hier haben sich sechs Musiker gefunden, die mit viel Liebe und Leidenschaft 100% handgemachten Blues präsentieren. Leider fielen heute Abend krankheitsbedingt Krajenski, Geise und Scholz aus, dafür kamen die Stammersatzspieler Marcello Albrecht am Bass und Wolfgang Roggenkamp an der Hammondorgel zum Einsatz.
Ich freute mich auf einen entspannten Abend mit viel Mundharmonika.

Henry bei der Ansage

Henry bei der Ansage

Um 20:00 Uhr begrüßte Majimbi Mergner von der Kultur das Publikum (leider nur 70 Personen) und die Band, die auch gleich mit dem Shuffle "Have A Good Time" einstieg. Von Anfang bis Ende war heute Abend die Fußwippe aktiviert.

Die Band präsentierte im heutigen Konzert, das aus zwei Sets bestand, eine Mischung aus Eigenkompositionen und sorgfältig arrangierten Blues/R’n’B -Titeln von Robben Ford, Kim Wilson und eine Vielzahl Songs von den Crazy Hambones, der ehemaligen Band von Henry Heggen, die sich nach 20 Jahren 2022 auflöste.

Alle Titel bestachen durch eine hohe Komplexibilität und musikalisches Können, ob Texas-oder Country-Blues, Swing, Slow Blues, Americana, Mid Tempo oder schnellere Nummern, die Band fühlte sich in allen Stilen des Zwölftakters zu Hause. Sehr rockig ging es bei "Loving Cup" zur Sache. Hier konnte Martin sein Können bei einem 'heavy' Gitarrensolo zeigen. Marcello, der ansonsten ziemlich emotionslos seinen Bass zupfte, begeisterte mit einem geslappten Basssolo. Stefan ließ sich auch nicht lumpen und 'verkloppte' sein Drumkit in einem kurzen Schlagzeugsolo.

Mit dem Bluesstandard "I Feel So Good" wurde das Ende eingeläutet, nicht ohne das Publikum noch einmal gesangstechnisch zu fordern.

Stefan + Marcello

Stefan + Marcello

Die Rhythmusgruppe Albrecht/Dahm lieferte durch gradlinige Basslinien und präzises Drumming einen soliden Groove, über den Wolfgang Roggenkamp einen dichten Klangteppich mit seiner Hammond legte. Er erhielt viel Freiraum, um schöne Soloeinlagen mit seinen schwarzen und weißen Tasten zu zaubern, auch seine Mimik war bemerkenswert. Einigen Songs hätte ein hämmerndes E-Piano gut zu Gesicht gestanden.
Martin Scheffler streute seine Soli gekonnt ein, ohne Schnickschnack, kein Ton zu viel.

Wolfgang und Henry

Wolfgang und Henry

Henry Hedden brillierte durch sein harmonisches und differenziertes Harpspiel, legte er doch eine unheimliche Dynamik an den Tag, mal leise schluchzend, dann wieder kräftig nach vorn losgehend. Da fragt man sich wieder mal, wo nimmt der Mann die Luft her? Mit seiner Performance bewies er die Zugehörigkeit in der Riege der Top-Bluesharp-Spieler. Auch seine gesanglichen Fähigkeiten konnten sich hören lassen. Er führte mit launigen Bemerkungen und Anekdoten zwischen den Stücken gekonnt durch das Programm.

Ein begeistertes Publikum holte die Band noch für zwei Zugaben zurück auf die Bühne. Henry 'befahl': »Alles Aufstehen« und dann ging die Post nochmal richtig ab- Martin zeigte sich in einer Showeinlage mit einer hinter dem Kopf gespielten Gitarre à la Hendrix. Die Zuhörer wurden nochmal ordentlich beim Mitklatschen und Mitsingen gefordert.

Ein rundum gelungenes Konzert der Mojo Men, handwerklich solide, mit Groove, Leidenschaft und Spielfreude. Wer Blues, R’n’B und gut gemachte Livemusik mag, kam voll auf seine Kosten. Die Band zeigte, dass sie nicht nur die Klassiker schätzt, sondern auch mit den Eigenkompositionen Maßstäbe setzt. Die Musiker versicherten mir, heute Abend unglaublich viel Spaß gehabt zu haben. Dazu trugen natürlich auch die tolle Location und das begeisterungsfähige Publikum bei. Sie würden sehr gerne wiederkommen.

Line-up Mojo Men:

Henry Heggen (lead vocals, harmonica)
Martin Scheffler (guitar, backing vocals)
Marcello Albrecht (bass, backing vocals)
Stefan Dahm (drums, percussion, backing vocals)
Wolfgang Roggenkamp (Hammond, backing vocals)

Mein Dank gilt Majimbi Mergner für die problemlose Akkreditierung.

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2025 | Jürgen Berking | RockTimes

Über den Autor

Jürgen Berking

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