Alleine bei dem Namen Nick Schnebelen dürfte es beim Musikfan klingeln. Wenn dann auch noch seine Schwester Danielle Schnebelen und der Bruder Kris Schnebelen dazukommen sind wir beim Grundgerüst von Trampled Under Foot (TUF). Auf unterschiedlichen Labeln erschienen einige Alben. 2013 kam "Badlands" auf den Markt. Damit gewann die Gruppe 2014 den Preis bei den Blues Music Awards in Amerika. Außerdem war die Formation in dem Jahr auch 'Band of the Year'. Die Geschwister »[…] still perform a few re-union shows as Trampled Under Foot. […]«
Schon einige Zeit vorher erhielt Nick Schnebelen den Albert King Award beim IBC. Was Tonträger angeht, gibt es bisher "Live At Knuckleheads Vol. 1" sowie "Live In Kansas City". Diese Stadt in Missouri ist auch Nick Schnebelens Heimat.
Seine Band komplettieren Bassist Cliff Moore (Michael Burks und andere) und Schlagzeuger Adam Hagerman (auch Big Bill Morganfield, Hadden Sayers Band, Smokin' Joe Kubek & Bnois King). Darüber hinaus spielte er bei der Gruppe Levee Town.
Die Nick Schnebelen Band machte für nur drei Auftritte Station in den Niederlanden. Ein Termin war der Gig im Blues Moose Café. Dann folgte ein Konzert in Apeldoorn und abschließend war man zu Gast beim Moulin Blues Festival in Ospel (NL). So gesehen war es schon etwas Besonderes, die Gruppe in der Café Bar De Comm quasi hautnah zu erleben.
Das Konzert der Nick Schnebelen Band im Blues Moose Café war überhaupt deren erster Gig in Europa. Kurz nach 20:00 Uhr kam der bemerkenswerte Auftritt dann ganz geschmeidig aus den Startlöchern. Im Midtempo schlich schon im ersten Track ("Pain In My Mind") der Blues unter die Haut. Mit seiner von einer leichten Rauheit gekennzeichneten Stimme war Intensität einer der roten Fäden des Konzerts. Der Alleingang war toll, allerdings nur eine erster Kostprobe der Gitarrenkünste von Nick Schnebelen. Bassist Cliff Moore sowie Adam Hagerman (Schlagzeug) waren ungemein präsent. Der Sound war klasse! Für "Break Of Day" wurde die Song-Geschwindigkeit verschärft und das Gitarrensolo erstreckte sich über einen längeren Zeitraum. Der Frontmann hatte Feeling in Fass-Größe.
Danach war der Boogie angesagt. Wow! "Johnny Cheat", eine Nummer, die auf die Trampled Under Foot-Zeiten zurückblickte, kostete man bis zum letzten Tropfen aus. Heißt, man ließ sich richtig viel Zeit für dieses Stück und brachte so auch das Publikum auf verschärfte Touren. Der 12-Takter-Motor lief herrlich rund und Nick Schnebelen glänzte mit einem Gitarre-Vocals tönenden Einklang. Der Blues in der Boogie-Auslage war infizierend und was der Protagonist auf den sechs Saiten seiner Gibson aus den Sechzigerjahren zauberte, war vielschichtiges Feeling pur.
Mit Coversongs ging der Amerikaner ganz gelassen um und präsentierte "Herbert Harper’s Free Press News" von Muddy Waters in einer unglaublichen Frische. Auch eine gewisse Moll-Stimmung kam sehr gut an und die Anwesenden sparten nicht mit Szenenapplaus.
Die Formation wechselte das Genre-Thema und spielte mit "Soul Magic" eine tolle Nummer, die den Soul nur so aus den Lautsprechern fließen ließ. Klasse! Wie Nick Schnebelen betonte, war seine Komposition "Bad Disposition" immer schon etwas Spezielles für ihn. Am Ende des Tracks wusste jeder der Anwesenden, warum. Ein Zwölftakter, der sich aus einem relativ ruhig-intensiven Beginn zu einem echten Höhepunkt des Auftritts entwickelte.
Zwischendrin machte das Trio einen herrlichen Schlenker hin zu Jimi Hendrix ohne sich einen Songs des Hexers ausgesucht zu haben. Bei Nick Schnebelen hörte die Angelegenheit mit einem wohl temperierten Hendrix-Gefühl auf den Namen "It Ain’t Me", einem Track, der ziemlich neu war. Neben Chicago-Stimmung besuchte das 12-Takter-Dreigestirn auch die Kirche und servierte einen besonders langsamen Slow Blues mit Gospel-Würzung. Super, dieses "Fool"!
Die Nick Schnebelen Band spielte den Blues … "Jazz Jam". Welch ein wunderschöner Kontrast. In längerer Bearbeitung jammten die drei Männer in überzeugender Art und Weise. Auch bei diesem luftig-leichten Instrumental war die Stimmung bei den Zuschauern toll. Das Trio beeindruckte schon mit seiner Mischung aus Jazz und Fusion. Integriert waren hier ein melodisches Basssolo von Cliff Moore sowie eine Adam Hagerman-Drum-Einlage. Toll! Mit dem Jazz im Gepäck brachte der Dreier auch noch Funk- sowie Laitin-Flair ein. "Zee Zee Dee" war ein wieteres Instrumental, allerdings aus der eher furiosen Ecke. Klasse!
Mit der "Will I Stay?"-Zugabe konnte man die prächtige Stimmung nachhaltig konservieren. Das Konzert der Nick Schnebelen Band war eine ausgesprochen intensive Blues-Kur mit verschiedenen weiteren effektiven Anwendungen. Show-Elemente fehlten auch nicht. Adam Hagerman ließ im wahrsten Sinn des Wortes die Drumsticks jonglierend fliegen und Nick Schnebelen spielte sein Arbeitsgerät schließlich auch hinter/neben dem Kopf. Rundum bot die Combo großes Blues & More-Kino.
Ein Konzertbesuch lohnt sich allemal.
Line-up Nick Schnebelen Band:
Nick Schnebelen (guitars, vocals)
Cliff Moore (bass)
Adam Hagerman (drums, percussion)
- Adam Hagerman (drums)
- Cliff Moore (bass)
- Nick Schnebelen mit Gestik
- Nick Schnebelen lebt den Blues
- Cliff Moore mit seinem fünfsaitigen Bass
- Adam Hagerman mit fliegenden Drumsticks
- Nick Schnebelen
- Nick Schnebelen mit seiner Gibson
- Adam Hagenman (Nick Schnebelen Trio)
- Cliff Moore (Nick Schnebelen Trio)
- Nick Schnebelen, der Prediger
- Nick Schnebelen
- Adam Hagerman-Groove
- Cliff Moore
- Nick Schnebelen-Showeinlage
- Nick Schnebelen zaubert





















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