«

»

Paisley Tree / Ladenburg, 04.09.2021, HeimatRock

Was will man mehr? Ein schöner Spätsommertag und nach einer gefühlten Ewigkeit endlich wieder ein Konzert besuchen. Dazu haben wir wieder mal einen Club entdeckt, den wir bisher noch nicht kannten, der aber sehr empfehlenswert ist. Das HeimatRock in Ladenburg (zwischen Mannheim und Heidelberg) liegt zwar ziemlich außerhalb, hat dafür aber mit einer schönen großen Außenanlage, viel Esprit, sehr gutem Essen und einem netten Team so einiges zu bieten. Für diesen Abend war ein Konzert der Band Paisley Tree um die Frontlady Magic Petra und den (auch bei Space Debris spielenden) Schlagzeuger Christian Jäger angesagt. Vervollständigt wird das Quartett durch den Gitarristen Tobias Reinhardt sowie den Bassisten David Forrester. Pünktlich um 20:00 Uhr ging es dann auch los und die ersten Gitarrenakkorde preschten über die gemütliche Terrasse des HeimatRock.

Das im Jahr 2015 erschienene Debütalbum der Band hatten wir euch seinerzeit vorgestellt und nachdem es zwischenzeitlich wohl einige Umbesetzungen gab, ist nun wieder das Quartett zusammen, das die neun Tracks des Erstwerkes eingespielt hatte. Und so kamen auch die meisten Stücke der Platte (wie beispielsweise "Mystical Journey", "Sunflower Punk", "Cosmic Flow" oder "Far Away") zum Einsatz, während die Band auch vier neue Tracks vorstellte. Den Songs kann man nach wie vor attestieren, dass sie sehr clever und mit viel Variabilität komponiert und arrangiert wurden. Stilistisch ist die Band sehr eigenständig, aber wenn man große Namen als Vergleich anbringen möchte, dann kommen doch immer wieder mal Led Zeppelin oder (wenn auch deutlich weniger) Black Sabbath in den Sinn. Sprich: Die Songs zeigen durchaus Kante und rocken heftig, bleiben darüber hinaus aber dennoch melodiös und eingängig.

Ganz vorne konnte die Frontlady Magic Petra sowohl mit ihrem Gesang, als auch ihrer Blues Harp immer wieder überzeugen, David Forrester und Christian Jäger legten den Groove und Tobias Reinhardt fuhr mit seinen Soli und abwechslungsreichem Riffing immer wieder Punkte ein. Der anfangs noch nicht optimale Sound wurde Stück für Stück optimiert und war dann zum zweiten Set deutlich besser und sehr ordentlich. Aber da kann man der Band keinen Vorwurf machen, denn speziell wenn man 'draußen' spielt, kommen da immer wieder auch wetterbedingte Einflüsse mit ins Spiel. Seis drum, denn auch der erste Set hatte großen Spaß gemacht.

Als bekennender Fan der Pretty Things hatte sich der Verfasser dieser Zeilen zwar auch auf die (in dieser Nacht nicht gespielte) Paisley Tree-Version von "Cries From The Midnight Circus" gefreut, aber gut, man kann nicht alles haben. Und die Band hat schließlich ausreichend starkes eigenes Material in der Tasche, sodass der Abend auch damit durchaus gelungen war. Die vier neuen Tracks können jedenfalls qualitativ locker mit denen des Debütalbums mithalten, sodass man auf ein mögliches zweites Album der Odenwälder hoffen darf.

Auf jeden Fall wird die RockTimes-Redaktion von nun an auch das HeimatRock auf dem Schirm behalten, denn die Location alleine hat schon viel Spaß gemacht.


Line-up Paisley Tree:

Magic Petra (harmonica, vocals)
Tobias Reinhardt (guitars)
David Forrester (bass)
Christian Jäger (drums)

Über den Autor

Markine (Konzertteam Markus und Sabine)

Gemeinsame Artikel von Markus Kerren und Sabine Feickert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>