Mit "Morri’s Rock Boutique" präsentieren Refestramus ihr drittes Album und wie das in einer Boutique so üblich ist, gibt es abwechslungsreiches Beiwerk. In "Morri’s Rock Boutique" kann man jedoch eher nicht von Beiwerk sprechen, denn mit diesem Begriff würde man den Gastmusikern nicht gerecht, sind es doch durchaus Namen mit einer gewissen Reputation.
Refestramus ist ein Studio Projekt, welches 2020 während des Lockdowns von Schlagzeuger und Songwriter Derek Ferguson im Homestudio das Licht der Welt erblickte. Das progressive Licht, denn dieser Richtung hat sich das mittlerweile durch Ian Beabout und Mitch Lawrence angewachsene Projekt musikalisch am ehesten zugewandt.
Eher heißt nicht völlig, denn der erste Track startet als eine Mischung aus forschem Pop Rock, dessen Refrain man gar fast stadiontauglich nennen könnte. In "Cossacks Dream" toppt Joe Deninzon der seit 2023 bei Kansas für Geige und Gesang verantwortlich zeichnet, den hochfrequenten Gesang, den Jan Christiana (Octarine Sky) im Opener vorgelegt hat. Mir ist das etwas zu hoch 'gesungen' und ich freue mich, dass nun ein einsetzende Gitarre für Wohlklang sorgt. Auch der soulige Touch von Lynx (Old Blood) kommt gut, besonders in Verbindung mit dem Saxofon.
Das von Nam Chumo intonierte "Lake View Samurai" ist das vielleicht beste Beispiel, dass das Projekt Refestramus musikalisch zwar keinen schlechten Weg eingeschlagen hat, die Mischung der Tracks auf vorliegendem Album aber vielleicht etwas zu gewagt ist. "Lake View Samurai" ist neben instrumentalen Prog.Strukturen durch den Gesang etwas zu sehr auf der Pop-Schiene. Zumal im folgende "Hell Or NYC" der ehemalige Van der Graaf Generator-Musiker David Jackson von der Leine gelassen wird.
Als äußerst gelungen empfinde ich "Deathless (incl. Above Volkov’s Mill Goodbye America! and He Always Will", anscheinend eine Art Suite: Geiles Gitarrenspiel und äußerst ins Ohr gehende Vocals sind Zutaten dieser achteinhalb Minute lange Track, der für mich das Prädikat Prog Rock der Extraklasse verdient hat. "The Lucky Ones" lässt mich überlegen, ob Fisch oder Fleisch, wogegen "Wasteland" (auch) dank Gebläse seht gut abgeht. "Another Country" marschiert mit leichten Kansas und Styx-Anleihen gen Albumende.
Ein Album bzw. eine Band, die etwas kann, kein Zweifel. Mir persönlich – und das mögen andere anders empfinden – ist das zu viel des Guten in einem Topf. Aber wie gesagt, jeder hat einen anderen Appetit.
Line-up Refestramus:
Ian Beabout (production, mixingm mastering, screaming)
Derek Ferguson (drums screaming)
Mitch Lawrence (clarinet, saxes)
Special guests:
Jan Christiana (bass – #1-3, 5-7, guitars & keyboards & vocals [alle außer #4])
Dynanne Voegtlin (keyboards & vocals [alle außer #4])
Derek Pavlic (additional guitars – #1-4, viola – #2)
Dan Bozek (additional bass – #4)
Nam Chumo (vocals – #4)
Jerry King (bass – #8,9)
Joe Deninzon (vocals – #2)
Lynx (vocals – #3)
David Jackson (vocals – #5)
Rick Witkowski vocals – #7)
Tracklist "Morri’s Rock Boutique":
- Storms
- Cossacks Dream (feat. Joe Deninzon)
- Tonight, Tonight, Tonight, Tonight, Tonight (feat. Lynx)
- Lakeview Samurai (feat. Nam Chumo)
- Hell Or NYC (feat. David Jackson)
- Deathless (incl. Above Volkov’s Mill Goodbye America! and He Always Will
- The Lucky Ones (feat. Rick Witkowski)
- Wasteland, pt1
- Another Country
Gesamtspielzeit: 47:58, Erscheinungsjahr: 2026



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