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Richie Arndt / Songs Along The Road #3 – Digital-Review

Aller guten Dinge sind drei.
Nach Mississippi – Songs Along The Road und Tennessee & Alabama – Songs Along The Road #2 veröffentlichte Richie Arndt via Fuego den dritten Teil "Songs Along The Road #3".
Aus der Presseinformation:
»[…] Seit vielen Jahren bereist Arndt regelmäßig Mississippi, Louisiana, Tennessee und Alabama. Abseits touristischer Attraktionen sucht er die Orte auf, an denen Musik bis heute zum Alltag gehört: kleine Bluesclubs und Juke Joints im Mississippi-Delta, Gospelkirchen, Cajun Dance Halls, Honky-Tonks und die Straßen von Memphis und New Orleans. Begegnungen mit Musikern und Einheimischen, endlose Highways, Baumwollfelder, Bayous und der mächtige Mississippi River prägen seine Eindrücke – und schließlich auch seine Songs. Songs Along The Road #3 ist dabei weit mehr als ein Reisealbum. Es ist eine musikalische Hommage an die kulturelle Vielfalt des amerikanischen Südens. Die stilistische Bandbreite reicht von New Americana über Delta Blues, Gospel, Country und Cajun bis hin zu den jazzigen Klängen New Orleans'. […] Für die Aufnahmen holte er hochkarätige Musikerinnen und Musiker aus Europa und den USA ins Studio – darunter auch Spezialisten für Cajun-, Blues- und Americana-Musik –, wodurch den einzelnen Songs eine außergewöhnliche Authentizität verliehen wird. […]«

Auf geht es mit dem Opener "Roll Down That Road".
Zu locker-flotten Americana-Klängen spielt Violinistin Bekki Wagner das erste Solo des Albums und ist später, unmittelbar vor einem ganz fein arrangierten Break, mit einem Streicher-Blitzlicht zur Stelle. Richie Arndt lässt die Finger über das Fretboard seiner E-Gitarre fliegen und gibt ein erstes Statement in Sachen Alleingang. Klasse Start ins Album.
Gleich danach kommt es zum einzigen Coversong.
Simon & Garfunkels "America" ist an der Reihe. Oh, wie herrlich. Eine Stimmung, die einem von den ersten Tönen des Tracks eine Gänsehaut über Arme und Rücken jagt. Aber auch wegen des wunderschönen Duetts von Richie Arndt und Kristin Shey. Neben der tollen Musik ist es so etwas wie ein Gesangs-Festival zu dem der Protagonist abermals ein fetziges E-Gitarren-Solo beisteuert. Super Interpretation.
Kristin Shey ist noch ein weiteres Mal mit von der Partie. Bei "A Stranger These Years", einem Walzer mit Cajun-Feeling sowie Pedal Steel-Gitarre von Nils Stockmann, geht es ein klein wenig ruhiger zu. Die Sängerin verfügt über eine intensiv-emotionale Stimme und die passt so gut zur Richie Arndts Gesang. Diese beiden Lieder wandern direkt in den Pool der Highlights.

Eine Brass-Section ist angesagt, wenn "Hurricane Time" läuft. Das Stück führt uns dirket in die Musik-Metropole New Orleans. Bei ausgelassener Stimmung sieht man die Band förmlich durch die Straßen marschieren. Da trumpft die Bläser-Abteilung mächtig auf und dabei gibt es natürlich auch ein Solo der Fraktion. Beeindruckend, wie die New Orleans-Atmosphäre für gute Laune sorgt. Mit "Mambo" füllt sich die Tanzfläche in einem New Orleans-Club. Pianist Bartek Szopinski krönt das Stück mit seinem Solo.
Andreas Kaling spielt gleich drei Instrumente (Bass, Tenor Saxofon, Sopran Saxofon) in "When The Eagle Still Flies". Da schwebt das amerikanische Wappentier gleitend, ohne einen Flügelschlag über der Landschaft. Jazz-Mood mit Kontrabass. Richie Arndt wählt hier den ganz weichen Gitarren-Sound. An dieser Stelle ist es an der Zeit, dem Schlagzeuger Karl Godejohann ein großes Lob auszusprechen. Er ist über jeden Zweifel erhaben, gibt jeder Nummer den perfekten Touch. Auch durch perkussive Momente. Alle anderen Mitmusiker sind ebenfalls Hochkaräter auf ihren Instrumenten oder beim Gesang (Daniel Ellermann, Silvia Eyres). Schon wieder ein  Highlight!

Da wird man doch neugierig.
Dorothea Stracke wirkt mit einem Tap Dance mit. Bei "Mississippi Moon" ist Country-Flair angesagt. Klar, dazu passt Nils Stockmann mit seinem Pedal Steel-Einsatz hervorragend ins Treiben. Die Stepptanz-Einlage ist das Sahnehäubchen auf dem Song.
Mit Harmonica-Spieler Dieter Kropp kommt der Delta-Blues zum Zug. "I Gotta Roam" rockt die vier heimischen Wände und Richie Arndt lässt ein fetziges Solo vom Stapel. Gleich gefolgt von Dieter Kropps virtuosem Kanzellen-Alleingang.
Mit den vielen Vocals sowie Handclaps kommt in "Religious" Gospel-Stimmung auf und auch hier lässt Dieter Kropp sein kleines Instrument heulen.

Richie Arndt & Co. go Cajun. Diese Tanznummer wird von Jason Bergeson (Akkordeon, Fiddle) auf beeindruckende Weise verfeinert und Richie Arndt singt einen Textteil in französischer Sprache.
Die Wellen schwappen auf den Sandstrand. Der Mississippi mündet in den "Gulf Of Mexico". Dieses anschließende Lied strahlt eine unglaubliche Lockerheit aus, einen Groove, den man sehr gerne mit der Fußwippe begleitet.

"Songs Along The Road #3" von Richie Arndt ist eine musikalische Mischung der Extraklasse.
"Songs Along The Road #3" von Richie Arndt ist wie ein lupenreiner Diamant im Brillantschliff, der in einer beeindruckenden Farbenvielfalt leuchtet.


Line-up Richie Arndt:

Richie Arndt (vocals, guitars, banjo)
Jason Bergeson (accordion – #10, fiddle – #10)
Björn Diewald (keyboards – #1,-3,5,6,9,11)
Daniel Ellermann (backing vocals – #4,6,8,10)
Silvia Eyres (backing vocals – #4,6,8,10)
Markus Gahlen (acoustic guitar – #4)
Karl Godejohann (drums – #1-11)
Stephan Goldbach (double bass – #1-5,9-11)
Andreas Kaling (bass – #3,7, tenor saxophone – #3,7, soprano saxophone – #3,7)

Dieter Kropp (harmonica – #5,6)
Alex Quaet-Faslem (double bass – #6,8)
Stephan Schulze (tuba – #7, trombone – #7, trumpet – #7)
Kristin Shey (vocals – #2,9)
Nils Stockmann (pedal steel guitar – #4,9)
Dorothea Stracke (tap dance – #4)
Bartek Szopinski (piano – #8)
Bekki Wagner (violin – #1,9)

Tracklist "Songs Along The Road #3":

  1. Roll Down That Road (4:23)
  2. America (3:44)
  3. When The Eagle Still Flies (4:00)
  4. Mississippi Moon (4:27)
  5. I Gotta Roam (4:49)
  6. Religious (4:29)
  7. Hurricane Time (4:22)
  8. Mambo (3:47)
  9. A Stranger These Years (4:00)
  10. Bayou Fais Do-Do (4:50)
  11. Gulf Of Mexico (5:30)

Gesamtspielzeit: 48:21, Erscheinungsjahr: 2026

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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